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Deutsche Bahn: Junge Mutter schafft es mit Kinderwagen nicht in den Zug – Reaktion der Schaffnerin ist eine Frechheit

Deutsche Bahn: Eine Kundin kritisierte mangelnde Hilfsbereitschaft der Bahn auf Twitter.
Deutsche Bahn: Eine Kundin kritisierte mangelnde Hilfsbereitschaft der Bahn auf Twitter.
Foto: imago images / Rüdiger Wölk

Shitstorm für die Deutsche Bahn.

Eine Schaffnerin hat einer schwangeren Frau mit Kinderwagen ihre Hilfe beim Einsteigen verwehrt. Bei Twitter machte die ihrem Unmut darüber Luft – und die Deutsche Bahn hat mit einer ungeschickten Antwort für noch mehr Unmut gesorgt...

Deutsche Bahn: Mitarbeiterin verweigert schwangerer Frau Hilfe

„Wie soll das gehen, @DB_Bahn, ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein?“, berichtet sie bei Twitter von ihrem Erlebnis.

Die Antwort der Bahn folgt prompt – und sorgt nicht nur bei dem Fahrgast für Erstaunen, sondern bei der ganzen Twitter-Community. „Die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen“, schrieb ein Bahn-Mitarbeiter.

Denn: „Passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen.“

Deutsche Bahn: „Nicht versichert“

Kein Wort der Entschuldigung für das ruppige Verhalten der Schaffnerin. Carina wundert sich, denn ein Passant half ihr, den Kinderwagen in den Zug zu bugsieren. „Hat der Pech gehabt, wenn etwas passiert?“, will sie wissen.

Die Antwort der Deutschen Bahn: „Ob die Person sich privat versichert hat, weiß ich nicht. Ich kann Ihnen nur mitteilen, dass die Kollegen während ihrer Arbeitszeit dafür nicht versichert sind.“

Twitter-Community reagiert entsetzt

Diese Antwort findet nicht nur Carina fragwürdig, sondern auch viele Twitter-Nutzer. „Es ist absurd, wenn man einer Frau mit Kinderwagen nicht hilft“, kommentiert eine Nutzerin. Eine andere meint: „Ich würde sagen: Die Bahn hat da ein ernsthaftes Problem.“

Auch Grünen-Politikerin Renate Künast reagierte auf den Tweet. „Dann ändern Sie das mal!!!!“, fordert sie das Unternehmen auf.

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Am Montag ruderte die Deutsche Bahn mit ihrer Aussage zurück. „Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert“, hieß es dann bei Twitter.

Bahn bedauert die Unannehmlichkeiten

Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bahn gegenüber DER WESTEN und ergänzt: „Die Kundenbetreuer von DB Regio sind dahingehend geschult und angehalten, unseren Reisenden – sei es mit Rollstuhl oder Kinderwagen – beim Ein- und Ausstieg aktiv behilflich zu sein.“

Kinderwagen sollen im Mehrzweckabteil transportiert werden

Für Kinderwagen und Rollstühle seien „speziell gekennzeichneten Mehrzweckabteile“ vorgesehen, „da in den anderen Wagen aus Sicherheitsgründen (Flucht- und Rettungswege) der Platz zu gering ist“, ergänzte der Sprecher.

Die Bahn verspricht darüber hinaus, die Details zu dem Vorfall aufzuarbeiten und will sich bei der Kundin entschuldigen. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die die Kundin hatte. Unsere Antwort auf den Tweet der Kundin tut uns leid“, so der Sprecher.

Die Reisende mit dem Kinderwagen nimmt den Vorfall nach dem ganzen Trubel übrigens gelassen. „Es gibt sie übrigens, die Zugbegleiter, die einem einfach helfen, Versicherung hin oder her“, ergänzt sie später ihren Tweet. (vh)