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Hanau: AfD-Eklat nach Anschlag ++ Schlagerstar entkam Attentat knapp ++ Handlung der Polizei wirft Fragen auf

Hanau: Mann erschießt elf Menschen in Hessen
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Nach dem rassistischen Anschlag in Hanau ist die Trauer unermesslich. Elf Menschen sind am späten Mittwochabend vergangene Woche durch Schüsse in der Stadt in Hessen ums Leben gekommen.

Der mutmaßliche Täter Tobias Rathjen erschoss neun Personen in Hanau, danach wurde er neben seiner Mutter tot in seiner Wohnung gefunden. Mehrere Personen wurden außerdem verletzt, eine davon schwer. Viele der Getöteten haben einen Migrationshintergrund.

Hanau in Hessen: Tobias Rathjen tötet zehn Menschen

Der Täter griff nach Polizeiangaben gegen 22 Uhr zuerst eine Shisha-Bar am Heumarkt an und erschosse mehrere Menschen. Anschließend schlug der mutmaßliche Todesschütze in Kesselstadt und am Kurt-Schumacher-Platz zu und tötete dort weitere Menschen. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus. Videoaufnahmen und ein Manifest, dass Tobias Rathjen hinterließ, deuten auf eine "zutiefst rassistische Gesinnung" hin.

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Fall wirft Fragen auf

Donnerstag, 27. Februar:

13.40 Uhr: Bevor Tobias R. in Hanau ein Blutbad anrichtete, wirkte er ganz ruhig. Dass die Polizei erst rund fünf Stunden, nachdem der erste Schuss fiel, in die Wohnung des mutmaßlichen Attentäters eindrang, wirft nun allerdings Fragen auf. Die Grünen fragten, warum es so lange gedauert habe, bis die Polizei zugriff.

Den Angaben zufolge erschoss der mutmaßliche Attentäter Tobias R. innerhalb von zwölf Minuten neun Menschen. Er suchte offensichtlich gezielt Menschen mit ausländischen Wurzeln als Opfer aus. Die Abgeordneten berichteten unter Berufung auf Frank, der Attentäter habe um 21.58 Uhr zuerst einen Menschen auf der Straße erschossen. Das Spezialeinsatzkommando sei erst um 3.03 Uhr in die Wohnung eingedrungen, berichteten mehrere Teilnehmer der Sitzung übereinstimmend.

12.00 Uhr: Der Todesschütze von Hanau war etwa eine Stunde vor Abgabe des ersten Schusses wegen Falschparkens kontrolliert worden. Wie Teilnehmer einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages am Donnerstag in Berlin berichteten, stand sein Auto in der Nähe des ersten Tatorts. Er habe bei der Kontrolle nicht aggressiv reagiert und sein Fahrzeug schließlich an einer anderen Stelle geparkt, erfuhren die Teilnehmer demnach von Generalbundesanwalt Peter Frank.

Hinweise über mögliche Mitwisser oder Unterstützer gebe es bislang nicht, berichteten die Abgeordneten. Allerdings warteten die Ermittler noch auf Auskünfte des FBI zu möglichen Kontakten von Tobias R. während einer Reise in die USA im November 2018.

Hanau in Hessen: Menschen gedenken der Opfer an den Tatorten

Mittwoch, 26. Februar:

6.41 Uhr: Das Gedenken an die Opfer des mutmaßlich rassistischen Anschlags in Hanau ist auch eine Woche nach der Tat noch sehr präsent in der Stadt. An den beiden Tatorten liegen massenhaft Blumen. Menschen haben Kerzen und Grablichter aufgestellt.

Und auch am Marktplatz sind Trauer und Zeichen der Solidarität sichtbar. Das Brüder-Grimm-Denkmal vor dem Rathaus wirkt wie ein zentraler Gedenkort, an dem die Menschen zusammenkommen, stehenbleiben und miteinander ins Gespräch kommen. Neben Blumen und Kerzen, die den Sockel des Denkmals bedecken, sind hier auch Fotos der Getöteten zu sehen. Die Opfer bekommen dort Gesichter.

Das Denkmal ist aber auch ein Ort der Botschaften und Appelle. „Aufstehen gegen Rassismus“, wird auf einem Schild gefordert, auf einem anderen „Respekt. Kein Platz für Rassismus“. Ein wütendes „Es reicht!!!“ ist auch zu lesen. Einige der abgelegten Blumen welken zwar bereits, aber die Erinnerung an die Tat vor rund einer Woche wird die Menschen noch lange beschäftigten.

Dienstag, 25. Februar

17.35 Uhr: Nach der Absage von Brandenburgs AfD-Landtagsvizepräsident Andreas Galau an den CDU-Vorschlag einer Aktuellen Stunde zu Rechtsterrorismus wächst der Druck auf ihn. „Wir fordern seinen Rücktritt“, sagte Linksfraktionschef Sebastian Walter am Dienstag in Potsdam. „Wir sind offen für eine Abwahl.“ Galaus Verhalten habe gezeigt, „dass er dieses Amt parteipolitisch missbraucht“. SPD, CDU und Grüne zweifeln die politische Neutralität des Vizepräsidenten ebenfalls an, wollen aber zu dem Fall eine Gerichtsentscheidung abwarten. Die Freien Wähler warfen Galau Amtsmissbrauch vor. AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz wies die Vorwürfe zurück.

Der AfD-Landtagsvizepräsident hatte den CDU-Vorschlag einer Aktuellen Debatte über Rechtsterrorismus nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau abgelehnt. Er begründete dies laut AfD-Fraktion damit, dass er keinen Bezug zu Brandenburg sieht und er eine politische Instrumentalisierung der Opfer des Anschlags befürchtet. Die CDU wollte das Veto Galaus mit einer einstweiligen Anordnung beim Landesverfassungsgericht stoppen. Ob das Gericht noch am Dienstag eine Entscheidung trifft, war unklar.

12.01 Uhr: Schlagersänger Dominique Baltas, Sänger der Band Feuerherz, entkam dem Attentat in seiner Heimatstadt Hanau nur knapp. Wie er auf seiner Facebookseite schreibt, sei er in der Bar gewesen, in der Attentäter Tobias Rathjen mehrere Menschen tötete. „Ich selber saß mit meinen engsten in der Bar als die Tat geschah und bin dem Herrn dankbar, dass wir es heil rausgeschafft haben“, so Baltas.

Er appelliert: „Wir müssen als Menschheit zusammenhalten und uns nicht von solchen Anschlägen einschüchtern lassen. Denn genau das ist das Ziel solcher Tätern. Nächstenliebe! Mir ist jetzt viel bewusster, was es heißt am Leben zu sein. Das ist das größte Geschenk, was uns Menschen gegeben wurde. Darum sollten wir bewusster leben, uns gegenseitig respektieren und lieben.“

11.40 Uhr: Attentäter Tobias Rathjen teilte in seinen Manifesten nicht nur rassistisches Gedankengut, sondern auch obskuren Verschwörungstheorien.

Wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität Leipzig zeigt, teilen „erschreckend viele Wähler der AfD“ auch Verschwörungstheorien. Mehr als ein Drittel der AfD-Wähler befürchtet demnach, dass hinter politischen und sozialen Ereignissen in der Welt geheime Organisationen mit großem Einfluss stecken.

Knapp 44 Prozent der AfD-Anhänger sind der Meinung, dass es geheime Organisationen mit großem Einfluss auf politische Entscheidungen gibt. Auch fast 38 Prozent der Linken-Wähler sind dieser Überzeugung. Bei den CDU-Wählern gibt das nur jeder Fünfte an. 60 Prozent der AfD-Wähler nehmen zudem Politiker als Marionetten von dahinterstehenden Mächten wahr. Bei den Anhängern der anderen Parteien sind dies deutlich weniger.

06.30 Uhr: Am Montagnachmittag wurde auf dem Hanauer Hauptfriedhof Ferhat Unvar beigesetzt, der ebenfalls in der Nacht zum Donnerstag in der Stadt getötet worden war. „Er war ein liebenswürdiger Hanauer Bub“, sagte Kaminsky über den jungen Mann mit kurdischen Wurzeln, der in der Brüder-Grimm-Stadt geboren worden war. Der Oberbürgermeister kündigte bei der Rede vor mehreren hundert Trauergästen außerdem die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Hauptfriedhof an, „die an diese schreckliche Tat, aber vor allem an die Ermordeten erinnern wird“.

Rund zwei Stunden zuvor hatten zahlreiche Menschen auf dem Hanauer Marktplatz bei einem öffentlichen Gebet der bei dem Anschlag getöteten Opfer gedacht. Drei Särge, die in türkische Fahnen gehüllt waren, standen vor einer Bühne, auf der muslimische Geistliche Trauergebete sprachen. Die Särge waren auf einer mit einem grünen Tuch bedeckten Tischreihe aufgebahrt. Viele hundert Menschen hatten sich auf dem zentralen Platz versammelt. Nach dem Abschluss der Gebete in türkischer Sprache wurden die Särge in bereitstehende Leichenwagen getragen. Zwei der Leichen sollten in die Türkei übergeführt werden.

Montag, 24. Februar:

22.44 Uhr: Als Konsequenz aus dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in Hanau mit elf Toten hat der hessische Ausländerbeirat eine verstärkte Präventionsarbeit in den Schulen gefordert. Die Kinder und Jugendlichen müssten mehr dafür sensibilisiert werden, gegen Diskriminierung vorzugehen, sagte der Vorsitzende des Landesverbands, Enis Gülegen, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

Erstes Anschlagsopfer beigesetzt

15.04 Uhr: Wenige Tage nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in Hanau haben zahlreiche Menschen bei einem öffentlichen Gebet auf dem Marktplatz der Opfer gedacht. Drei Särge, die in türkische Fahnen gehüllt waren, standen am Montag vor einer Bühne, auf der muslimische Geistliche Trauergebete sprachen. Die Särge waren auf einer mit einem grünen Tuch bedeckten Tischreihe aufgebahrt.

Viele hundert Menschen hatten sich auf dem zentralen Platz versammelt. Nach Abschluss der Gebete in türkischer Sprache wurden die Särge in bereitstehende Leichenwagen getragen.

11.34 Uhr: Die zentrale Trauerfeier für die Opfer des Anschlags wird wohl erst im März stattfinden. Zunächst werde abgewartet, bis das letzte Opfer beigesetzt oder übergeführt sei, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag.

Die große Trauerfeier wird demnach in Abstimmung mit den Angehörigen sowie den Bundes- und Landesbehörden vorbereitet. Einen Termin gebe es noch nicht, so die Sprecherin. Aber in dieser Woche werde die Veranstaltung sicher nicht stattfinden.

11.20 Uhr: Beim Rosenmontagszug in Köln gedenken die Karnevalisten der Opfer aus Hanau.

6.42 Uhr: Nach dem rechtsextremistischen Terror an Donnerstag in Hanau wurde auch der Vater des Attentäters von der Polizei abgeführt. Wie die Bild nun berichtet, soll er aber kein Beschuldigter mehr sein. Er werde als Zeuge geführt und sei in eine Psychiatrie gebracht worden. Dort werde er wegen eines schweren Schocks behandelt.

Sonntag, 23 Februar

15.02 Uhr: Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat zu Besonnenheit im Umgang mit Internet-Quellen zum Anschlag in Hanau aufgerufen. Der Ursprung von Spekulationen sei kritisch zu hinterfragen, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung. Kaminsky warnte unter anderem vor per Video verbreiteten Verschwörungstheorien.

Er kritisierte auch „Falschinformationen auf der Basis purer Vermutungen und aus dem Zusammenhang gerissene Sprach-, Text- oder Videonachrichten.“ So sei in sozialen Netzwerken ein Video von einem angeblichen Naziaufmarsch wenige Stunden nach der Mahnwache am Donnerstagabend aufgetaucht. Tatsächlich aber habe das Video einen Zug antifaschistischer Demonstranten unter polizeilicher Begleitung gezeigt.

12.56 Uhr: Eine weitere Umfrage verbindet die AfD direkt mit der Bluttat von Hanau. Einer Umfrage des Instituts Kantar für die Bild am Sonntag zufolge geben 60 Prozent der Deutschen der Partei eine Mitverantwortung für rechtsradikale Gewalttaten in Deutschland. Nur 26 Prozent der Befragten sehen keine Verbindung. 14 Prozent sind unetnschlossen.

09.31 Uhr: Der mutmaßlich rechtsradikale Anschlag von hat spürbare Auswirkungen auf die AfD. Einer Umfrage des Forsa-Instituts zufolge, verliert die rechtspopulistische Partei an Zuspruch. In der zweiten Wochenhälfte fällt die AfD von 11 Prozent auf 9 Prozent. Die Grünen legen hingegen zwei Prozentpunkte zu. Bei den anderen Parteien ändert sich nichts.

Samstag, 22 Februar

21.40 Uhr: Drei Tage nach dem Anschlag in Hanau ist in Stuttgart auf das Fenster einer Shisha-Bar geschossen worden. Wie die Polizei mitteilte, gaben Unbekannte am Samstag Schüsse auf zwei Fensterscheiben eines Gebäudekomplexes ab, in dem sich unter anderem eine Shisha-Bar befindet. Die Täter schossen demnach auf eine Scheibe im Eingangsbereich des Gebäudes und auf ein Fenster der geschlossenen Shisha-Bar. Ein Mitarbeiter der Bar entdeckte das beschädigte Fenster am Samstagmittag und alarmierte die Polizei. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Auch in Döbeln (Mittelsachsen) kam es am Freitag nahe einer Shisha-Bar und eines Döner-Imbisses zu einem Brand. Aufgrund der räumlichen Nähe könne ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, sagte ein LKA-Sprecher am Freitag. Das LKA hat die Ermittlungen übernommen.

20.37 Uhr: Wie nah Leben und Tod am Mittwoch beieinander lagen, zeigt die Geschichte von Piter Minnemann. Der 18-Jährige kam vom Boxen, hatte sich eine Pizza geholt und wollte mit seinen Kumpels chillen. Demnach habe sich Kumpel Momo umgesetzt, weil er nicht an die Pizza rankam. Es rettete ihm wohl sein Leben. Hamza blieb sitzen, wurde getötet. Piter ging nach hinten, um einen Stuhl zu holen. Dann fielen die Schüsse. Dem ersten Opfer soll der Attentäter sofort in den Kopf geschossen haben, daraufhin seien sie nach hinten gerannt, doch die Tür sei zugewesen. Daraufhin hätten sie sich hinter die Theke geworfen. Rathjen habe über den Tresen gefeuert bis sein Magazin leer war. Dann sei er gegangen, wie Minnemann gegenüber „Bild“ schilderte.

>> DAS wissen wir über den mutmaßlichen Täter <<

16.58 Uhr: Zum Tathergang in Hanau kursieren offenbar vermehrt Spekulationen aus verschiedenen Quellen. Deshalb hat sich jetzt das hessische Landeskriminalamt zu Wort gemeldet: „Aus Sicht der hessischen Polizei gibt es zur Zeit keinen Grund in diesem Zusammenhang von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen“, heißt es in einer Mitteilung. Man gehe allen Hinweisen nach und bittet jegliche Spekulationen durch ungesicherte Quellen kritisch zu prüfen und auf keinen Fall ungefiltert weiter zu verbreiten.

15.27 Uhr: Aufnahmen einer Shishabar in der Krämerstraße zeigen offenbar Tobias Rathjen, wie er vom ersten Tatort flieht. Besitzer Mustafa Kurt zu „Bild“: „Er hat vor meinem Laden geschossen und einige Autos getroffen. Ich bin kurz vorher in meine Bar, sonst wäre ich jetzt vielleicht auch tot.“

Sitzungspräsident schießt gegen AfD

12.44 Uhr: Klare Ansage von Andreas Schmitt bei der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“: „Die Morde von Hanau, die Schüsse auf die Synagoge in Halle - ob Juden, Christen, Muslime, das war ein Angriff auf alle. Wir leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren, dieses Land werdet ihr niemals regieren“, sagte er in seiner Rolle als als „Obermessdiener am Hohen Dom zu Mainz“ an die Adresse von Neonazis.

Eine Botschaft hatte Schmitt auch direkt an die AfD: „Die Demokratie, die werden wir schützen, eure Gesinnung wird euch nix nützen. Unsere Kinder werden nicht mehr für euch erfrieren, auf keinem Schlachtfeld mehr krepieren, und auch nicht kämpfen bis zuletzt, während ihr euch in den Führerbunker setzt. Sie vor euch zu schützen ist erste Bürgerpflicht, Mainz ist weltoffen, ihr nehmt uns die Freiheit nicht. Solltet ihr für jedes Naziopfer eine Schweigeminute gestalte, müsstet ihr 38 Jahr' lang eure Schandmäuler halte. Es war millionenfacher Völkermord, ihr braunen Wichte, und kein Vogelschiss der deutschen Geschichte. Die Morde von Hanau, die Schüsse auf die Synagoge in Halle - ob Juden, Christen, Muslime, das war ein Angriff auf alle. Wir leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren, dieses Land werdet ihr niemals regieren“, reimte der Sitzungspräsident in Anlehnung an das umstrittene Zitat von Alexander Gauland.

Ermittler fürchten Rache

09.24 Uhr: Die Behörden fürchten gewalttätige Reaktionen auf den den offenbar rechtsradikalen Anschlag in Hanau, berichtet die „WAZ“ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach werde damit gerechnet, dass die linksextremistische Szene sich mobilisieren werde. Man fürchte Straftaten gegen lokal AfD-Vertreter. Die Gefahr eines Racheakts aus der islamistischen Szene hingegen lasse sich derzeit nicht feststellen, heißt es in der Zeitung.

09.03 Uhr: Unter den Opfern soll auch Bilal G. gewesen sein. Zumindest, wenn es nach Gerüchten geht, die im Netz stehen. Jetzt meldet sich der totgesagte zu Wort. „Ich lebe“, sagt er und hat eine wichtige Botschaft. Mehr dazu hier >>>

Freitag, 21. Februar

20.20 Uhr: Unter dem Hashtag „SayTheirNames“ erinnern viele Nutzer auf Twitter an die Opfer des rechten Terrorakts. Sie fordern: Nicht der Täter soll im Fokus der Erinnerung stehen, sondern die Opfer.

20.00 Uhr: Gestern gingen deutschlandweit bereits Tausende auf die Straße. Auch am Freitagabend gibt es deutschen Städten wieder Gedenkveranstaltungen und Demonstrationen. In Köln gingen beispielsweise etwa 4000 Menschen gegen rechten Terror auf die Straße, In Hannover sind es rund 3000.

Vor den Spielen in Deutschlands höchster Eishockeyliga wurde den Opfern von Hanau gedacht. Vereinzelt kam es auch zu „Nazis raus“-Rufen.

17.30 Uhr: Der mutmaßliche Attentäter Tobias Rathjen soll während seiner Fahrt durch Hanau zwei der Todesopfer in ihren Autos erschossen haben. Das sagten Behördenvertreter am Freitag in einer Telefonkonferenz Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages, wie Teilnehmer berichteten. Nicht beantwortet worden sei hingegen die Frage, wann am Mittwochabend der erste Notruf bei der Polizei eingegangen sei.

Wie die Abgeordneten laut Teilnehmern der Besprechung erfuhren, hatte der Attentäter bis 2018 in München zur Untermiete gewohnt. Den Abgeordneten wurde den Angaben zufolge weiter mitgeteilt, Tobias Rathjen sei zuletzt arbeitslos gewesen, habe wenig soziale Kontakte gehabt und bei seinen Eltern gewohnt. Dort sollen zwei Schusswaffen gefunden worden sein, eine Sig Sauer und eine Walther-Kleinkaliberwaffe. Sein Vater habe bislang nicht vernommen werden können. Wann genau die Mutter erschossen wurde, sei noch nicht geklärt.

17.25 Uhr: Nach dem Anschlag von Hanau plädiert Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unter bestimmten Voraussetzungen für Psychotests für Inhaber eines Waffenscheins. Er brachte in der „Bild“-Zeitung vom Samstag „ein medizinisches Gutachten oder eine ärztliche Bestätigung“ ins Gespräch. Es müsse gewährleistet sein, „dass da alles in Ordnung ist und die Verwirrung oder die Krankheit einer Person nicht zur Gefahr für die Allgemeinheit werden“.

17.01 Uhr: Als Zeichen der Anteilnahme für die Angehörigen der Opfer des Anschlags von Hanau sind am Freitag in Halle rund 30 Menschen nach Hessen gefahren. „Wir wollen den Menschen vor Ort nah sein. Das ist wichtig, dass wir ihnen zuhören, miteinander reden, und ihnen unsere Hilfe anbieten“, sagte Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesnetzwerkes Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa), bei der Abfahrt des Reisebusses.

16.43 Uhr: War Tobias Rathjen ein Einzeltäter? Ein Detektiv packt jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion aus >>>

15.37 Uhr: Jetzt kommt ein weiteres Detail zur Vergangenheit des Zehnfach-Mörders heraus. Eine Trainer-Legende war einst sein Fußballtrainer bei den Jugend von Eintracht Frankfurt. Mehr dazu hier >>>

14.45 Uhr: Nach Angaben des Generalbundesanwalt hatte der mutmaßliche Täter im November eine Strafanzeige an die Bundesanwaltschaft übermittelt. Dabei sei es um eine „unbekannte geheimdienstliche Organisation“ gegangen, die sich nach Überzeugung des Absenders „in die Gehirne der Menschen“ einklinke, um „das Weltgeschehen zu steuern“.

Teile dieser Strafanzeige fänden sich auch in einem „Manifest“ auf der Homepage des Verdächtigen. Allerdings habe der Mann damals keine rassistischen oder rechtsextremistischen Ausführungen gemacht, sagte Frank. Seine Behörde habe kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

13.30 Uhr: Der mutmaßliche Täter von Hanau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand vor seinem Anschlag am Mittwochabend mit niemandem über seine Pläne gesprochen. Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass der 43-Jährige vorher „mit anderen Personen geredet oder um Unterstützung gebeten hat“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Freitag in Berlin.

Es sei aber noch Gegenstand der Ermittlungen herauszufinden, ob der mutmaßliche Täter sich „in der realen Welt“ oder virtuell über das Internet über seine Pläne ausgetauscht oder Unterstützung bekommen habe, fügte Frank hinzu.

11.52 Uhr: Kriminalpsychologin Lydia Benecke sagte über Tobias R. im Gespräch mit dieser Redaktion: „Es ist offenbar bei ihm vieles zusammengekommen. Eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur, der Glaube besser zu sein als andere, aber in der Realität deshalb eben doch oft anzuecken. Und zugleich Symptome einer schweren psychischen Erkrankung. Er nimmt Dinge anders wahr, als sie sich in der Realität darstellen.“

Laut Benecke habe er in der nationalen, rassistischen Ideologie für sich etwas entdeckt, um seine Wahrheit zu rechtfertigen. „Die Ideologie bietet ihm eine intellektuelle Art und Weise sich zu rechtfertigen. Insofern passt die Ideologie zu seiner Psyche und verstärkt sein Weltbild. Und darin sieht er letztlich die Legitimation für Gewalt.“ >>> hier das ganze Interview

Seehofer erhöht Sicherheit

11.00 Uhr: Nach dem Anschlag von Hanau wird zum Schutz der Bevölkerung in ganz Deutschland die Polizeipräsenz erhöht. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte am Freitag in Berlin an, dass „sensible Einrichtungen“ wie insbesondere Moscheen verstärkt überwacht würden, zudem solle die Präsenz an Bahnhöfen, Flughäfen und im grenznahen Raum erhöht werden. Seehofer verwies insbesondere auf die Gefahr von Nachahmungstaten und sprach von einer „sehr hohen“ Gefährdungslage durch den Rechtsextremismus.

10.50 Uhr: Bei einer Pressekonferenz in Berlin hat der Generalbundesanwalt Peter Frank neue Details zu den Ermittlungen bekanntgegeben. Demnach hätten die Ermittler das Fahrzeug identifiziert des mutmaßlichen Täters identifizieren können und so die Wohnung von Tobias R. lokalisieren können. Dort sei die Mutter und der mutmaßliche Täter tot aufgefunden worden.

Die Wohnung sei inzwischen durchsucht worden, so Frank. Die Spurensicherung laufe. So soll die Frage geklärt werden, was sich in der Wohnung abgespielt habe und die Todesursache der Mutter und des mutmaßlichen Täters geklärt werden. In der Wohnung seien schon Unterlagen sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden. Auch die zwei Waffen, für Tobias Rathjen einen Waffenschein besaß, wurden gefunden. Hier gilt es die Frage zu klären, ob mit diesen Waffen die Tötungen durchgeführt wurden.

Die Ermittler wollen auch Funkzellenauswertungen des Handys von Tobias Rathjen und GPS-Daten seines Wagens analyiseren. 40 Zeugen seien schon vernommen worden. Mithilfe ihrer Schilderungen soll der Tatverlauf rekonstruiert werden. Bis die Tat genau aufgeklärt werden könne, könne einige Zeit dauern. „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ sei hier das Gebot.

„Der dritte rechtsterroristische Anschlag in wenigen Monaten“

10.40 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Gewalttat von Hanau als rechtsterroristischen Terroranschlag bezeichnet. „Die Tat in Hanau ist eindeutig ein rassistisch motivierter Terroranschlag“, sagte er am Freitag in Berlin. Es sei der „dritte rechtsterroristische Anschlag in wenigen Monaten“.

09.39 Uhr: Fahnen auf Halbmast in NRW: Minister Herbert Reul hat für Freitag und Samstag wegen des Attentates von Hanau Trauerbeflaggung angeordnet. Die Anordnung gilt für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände.

07.51 Uhr: Auch bei Markus Lanz drehte sich am Donnerstagabend alles um die Anschläge in Hanau. Ein Polizist stellte dabei eine erschreckende These auf. Hier weiterlesen >>>

06.26 Uhr: Die Bestürzung nach den furchtbaren Ereignissen vor zwei Tagen ist unermesslich. Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet nehmen Anteil an der Trauer. Auch AfD-Politiker Björn Höcke gehört dazu. Doch sein Tweet sorgt für heftige Kritik. Mehr dazu liest du hier >>>

Donnerstag, 20. Februar:

21.45 Uhr: Im Netz wird über einen größeren Nazi-Aufmarsch mit heftigen Ausschreitungen in Hanau geschrieben. Die Polizei hat das klar dementiert: Es gebe weder Ausschreitungen, noch eine Ansammlung rechter Kräfte in Hanau. Bei dem Video, dass in diesem Zusammenhang geteilt wird, soll es sich ebenfalls um Fake-News handeln.

21.38 Uhr: In ganz Deutschland gingen am Abend Tausende Menschen auf die Straße um gegen Rassismus und Hass zu demonstrieren.

Unter anderem in Berlin:

Und Bremen:

21.33 Uhr: Aus dem Ausland gibt es ebenfalls die ersten Stimmen zum Anschlag in Hanau. US- Präsidentschaftsbewerbers Bernie Sanders twitterte, der Anschlag zeige die „tragischen Kosten“ von ausländerfeindlichem Fanatismus. Die von einem „rechten Terroristen“ begangenen „Morde“ zeigten, dass solche Kräfte ihre Macht durch das Verbreiten von „Spaltung und Hass“ festigen wollten.

19.49 Uhr: Der türkische Sender TRT veröffentlichte ein Video, in dem ein Zeuge des Anschlags in Hanau die Tat schildert. „Er hat den ersten, den er sah, in den Kopf geschossen. Er fiel zu Boden. Dann kam er zu uns und hat auf uns geschossen“, sagt Muhammed B. aus dem Krankenbett eines Krankenhauses.

Eklat bei Schweigeminute

18.55 Uhr: Eklat bei der Schweigeminute in Frankfurt. Nach der Bluttat im Bundesland gedachten die Fans, Spieler und Verantwortliche vor dem Europaleague-Spiel gegen Salzburg den Toten von Hanau. Doch einer oder mehrere meinten, die Gedenkminute stören zu müssen.

Die Antwort ist eindeutig: „Halt die Fr***e“ und Hunderte Fans die „Nazis raus“ riefen.

18.36 Uhr: „Viele hier sind voller Trauer, ratlos“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Hanau. Er habe sich um einen brutalen und rassistischen Gewaltakt gehandelt. Er wandte sich mit einem dringenden Appell an die Menschen: „Zeigen sie Rücksichtnaheme, zeigen sie Solidarität.“ Dies sei das stärkste Zeichen gegen den Hass.

18.31 Uhr: Volker Bouffier (CDU), Hessens Ministerpräsident, nannte es auf der Gedenkveranstaltung einen „Tag des Schreckens und Tag es Grauens“. Es sei „etwas geschehen, was eigentlich unfassbar ist. Manchmal gibt es Situationen im Leben, da verschlägt es einem die Sprache, da ist man fassungslos.“ Man müsse alles dafür tun, dass Menschen in diesem Land ohne Angst leben könnten.

18.27 Uhr: Die Gedenkveranstaltung in Hanau beginnt. Claus Kaminsky, Oberbürgermeister in Hanau, ist tief betroffen: „Nichts ist mehr wie es war. Diese Stunden werde für immer zu den schwärzesten Stunden unserer Stadt zählen.“ Die Anteilnahme gelte Familie und Angehörigen der Opfer. Der Anschag „trifft unsere Gesellschaft, in der wir leben. Rassimsus, Hass gegen Mitmenschen hat keine Zukunft. Wir sind mehr und wir stellen uns denen als überzeugte Demokraten entgegen.

18.07 Uhr: AfD-Chef Gauland wehrt sich gegen die Mitverantwortung des Anschlags, die seiner Partei von anderen Politikern zugeschrieben wird. „Ich halte es für schäbig, in der Phase so etwas zu instrumentalisieren“, sagte er am Donnerstag in Potsdam.

Noch am Morgen, bevor sich der rechtsextreme Hintergrund der Tat andeutete, schrieb sein Partei-Kollege Georg Pazderski auf Twitter, ob „das wirklich noch das 2017 von Merkel-CDU beschworene 'Deutschland in dem wir gut und gerne leben!?“ sei.

18.03 Uhr: Angehörige der Opfer stehen unter Schock. Ein Verletzter berichtete gegenüber n-tv: „Als ich auf dem Boden lag und mir die Wunde zugehalten habe, da lagen neben mir Menschen, die haben ihren letzten Atemzug getätigt.“ Überall auf dem Boden sei Blut gewesen.

18.00 Uhr: Am Platz des 18. Merz in Berlin gedenken Politiker verschiedener Parteien den Opfern des grausamen Anschlags. Darunter Paul Ziemiak (CDU), Linda Teuteberg (FDP), Lars Klingbeil (SPD) und Katrin Göring-Eckardt. Mehrere hundert Menschen sind dort zum Gedenken zusammengekommen.

17.44 Uhr: N-tv will um 18 und 23 Uhr Spezialsendungen zum Anschlag zeigen, Phoenix um 18 Uhr eine Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Hanau. Er hatte am Nachmittag die Tatorte in Hanau besucht. Danach soll zu einer Mahnwache in Berlin am Brandenburger-Tor geschaltet werden.

Es ist nicht die einzige Gedenkveranstaltung im Land. In zahlreichen Städten, im Ruhrgebiet unter anderen in Essen, Bochum und Duisburg, haben antirassistische Gruppen zu entprechenden Demonstrationen und Veranstaltungen aufgerufen. Eine erste, noch unvollständige Übersicht gibt es hier:

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Was bislang bekannt ist:

  • Der Todesschütze eröffnet in Hanau am späten Mittwochabend zunächst vor einer Shishabar am Heumarkt das Feuer
  • In der Folge schießt er auch in Kesselstadt und am Kurt-Schumacher-Platz auf Menschen
  • Bei seinen Angriffen in der Shisha-Bars sterben neun Menschen
  • Spezialeinsatzkräfte fanden den mutmaßlichen Täter und seine Mutter (72) tot in seiner Wohnung
  • Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um Tobias Rathjen (43)
  • Er stellte auf seiner Homepage und auf Youtube ein Manifest und Videos online
  • Diese deuten laut Generalbundesanwalt auf „gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat“ hin

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16.35 Uhr: Laut Generalbundesanwaltschaft lag das Alter der Todesopfer zwischen 21 und 44 Jahren. Unter ihnen seien sowohl ausländische als auch deutsche Staatsangehörige.

16.02 Uhr: Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Mehmet Tanriverdi, hat nach der Bluttat von Hanau gefordert, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich in Deutschland sicher fühlen müssen. „Rechtsextremismus und Rassismus ist eine Krankheit“, sagte er am Donnerstag an einem der Tatorte in der Hanauer Innenstadt. Fünf der Opfer hätten kurdische Wurzeln. „Sie sind deutsche Staatsangehörige“, sagte er.

15.23 Uhr: Rudi Völler, auch ein Hanauer, hat sich bestürzt über die Tat in der Nacht zum Donnerstag gezeigt. „Mit Entsetzen und Bestürzung habe ich die Nachrichten von der abscheulichen Tat in meiner Heimatstadt aufgenommen. Die Betroffenheit ist groß. Mein Mitgefühl gilt den Familien und den Angehörigen der Opfer“, sagte der Sportchef des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen am Donnerstag in einer Mitteilung bei Twitter. Völler wurde vor 59 Jahren in der hessischen Stadt geboren.

15.05 Uhr: Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof Peter Frank ist vor die Presse getreten. Bei dem Anschlag seien neun Personen mit Migrationshintergrund ums Leben gekommen, sagte er. Fünf weitere Personen wurden verletzt, eine Person davon schwer.

Der Täter sei nach den Schüssen auf die Shishabars mit seiner Mutter tot in der Wohnung aufgefunden worden, "augenscheinlich" erschossen. "Neben dem mutmaßlichen Täter wurde eine Schusswaffe gefunden", so Frank. Neben wirren Gedanken und wilden Verschwörungstheorien habe der mutmaßliche Täter von Hanau eine "zutiefst rassistische Gesinnung" gezeigt, die er in Videobotschaften und seinem Manifest veröffentlichte.

Ziel der Ermittlungen, die das Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem LKA Hessen nun führe, sei es, herauszufinden, ob es Mitwisser oder Unterstützer gab. "Dazu werden wir sein Umfeld und Kontakte abklären, sowohl im Inland als auch möglicherweise ins Ausland."

14.04: Mittlerweile wird mehr bekannt zu den Opfern des Anschlags von Hanau. Nach Angaben der türkischen Botschaft in Berlin sind auch fünf türkische Staatsbürger. Ein Sprecher der Botschaft bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu, die sich auf den türkischen Botschafter in Berlin Ali Kemal Aydin berufen hatte.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drückte den Familien der Opfer unterdessen sein Beileid aus und sagte: „Ich glaube daran, dass die deutschen Behörden alle notwendigen Anstrengungen unternehmen werden, um den Angriff in allen Aspekten zu beleuchten.“

13.06: Die Bundesanwaltschaft, die Ermittlungen nach dem Anschlag in Hanau übernommen hat, hat für 15 Uhr eine Presseerklärung angekündigt. Dort soll über den Stand der Ermittlungen informiert werden.

12.17 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat sich zu den Taten in Hanau geäußert: „Heute ist ein überaus trauriger Tag für unser Land." Merkel drückte den Hinterbliebenen der Opfer ihre Anteilnahme aus und

Sie habe bereits Gespräche mit Innenminister Seehofer, Justizministerin Lambrecht, Hessens Ministerpräsident Bouffier und Hanaus OB Kaminski geführt, so die Kanzlerin, die versprach: „Es wird alles unternommen, um die Hintergründe aufzuklären."

Merkel sagte, dass es viele Hinweise auf ein "rechtsextremistisches" Motiv gebe. "Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift. Dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft und es ist Schuld für viel zu viele Verbrechen", so Merkel.

„Wir stellen uns denen, die versuchen Deutschland zu spalten, mit aller Entschlossenheit und Stärke entgegen."

11.43 Uhr: Die Türkei hat die Gewalttaten mit mehreren Toten in Hanau als „rassistischen Angriff“ verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert. „Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklären“, schrieb der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag auf Twitter.

Kalin sprach von einem „rassistischen Angriff“ und „unseren Bürgern“, die bei der Tat ums Leben gekommen seien. Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch ausländische Staatsbürger sind, war zunächst nicht bekannt. „Rassismus ist ein kollektiver Krebs“, fügte Kalin hinzu.

11.07 Uhr: Inzwischen sind weitere Details bekannt: wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, sind unter den Todesopfern viele Menschen mit Migrationshintergrund. Weiter sei eine Person schwer verletzt, mehrere andere verletzt worden.

Hessens Innenminister erläuterte, der Todesschütze habe am späten Mittwochabend in zwei Shisha-Bars und in einem Kiosk das Feuer eröffnet. Auch ein Auto sei beschossen worden.

10.45 Uhr: Um 11.11 Uhr startet vielerorts der Karneval. Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn, von Beruf Beerdigungsunternehmer, sagte angesichts der schlimmen Tat in Hanau: „Im Leben und vor allen Dingen im Karneval sind die Momente der überschäumenden Freude und des Feierns und die der Trauer und die stillen Momente immer nah beieinander. Heute, in den Stunden, überwiegt bei uns allen, glaube ich, die Fassungslosigkeit.“

Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker sprach den den Angehörigen der Opfer, den Verletzten und allen Hanauern ihre tief empfundene Anteilnahme aus. „Hier in Köln wollen wir in den kommenden Tagen das Leben feiern, wie wir es jedes Jahr machen“, sagte die parteilose Politikerin, die 2015 selbst von einem fremdenfeindlichen Attentäter lebensgefährlich verletzt worden war. Das „furchtbare Ereignis“ in dem nur 200 Kilometer entfernten Hanau bedrücke alle Feiernden „auf ganz besondere Weise“, sagte Reker.

10.33 Uhr: Nach der Tat sei der mutmaßliche Täter tot zuhause aufgefunden worden, bestätigte Innenminister Beuth. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass der Mann seine 72-jährige Mutter und sich selbst erschossen hat. „Beide wiesen Schussverletzungen auf, die Tatwaffe wurde bei dem mutmaßlichen Täter gefunden“, so Beuth.

10.20 Uhr: Der mutmaßliche Täter sei zuvor nicht im Visier der Ermittler gewesen, so Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Er sei weder als fremdenfeindlich bekannt gewesen noch polizeilich in Erscheinung getreten. Er soll nach ersten Erkenntnissen ein Sportschütze gewesen sein, der die Waffen legal besessen hatte.

10.18 Uhr: „Der Generalbundesanwalt stuft das Verbrechen als Verdacht einer terroristischen Gewalttat ein“, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden.

Der Todesschütze sei ein 43-jähriger Deutscher aus Hanau. Er habe in zwei Shisha-Bars das Feuer eröffnet, erklärte Beuth. Die Polizei werte derzeit seine Homepage aus. „Erste Auswerteergebnisse der Homepage des vermeintlichen Täters deuten auf ein fremdenfeindliches Motiv hin.“

Der Mann habe wohl allein gehandelt. „Bislang liegen keine Hinweise auf weitere Täter vor.“ Beuth verurteilte die Tat: „Es ist ein Anschlag auf unsere freie und friedliche Gesellschaft.“

9.58 Uhr: Die Bundesanwaltschaft hat in der Nacht die Ermittlungen zur Tat in Hanau übernommen, bestätigte eine Sprecherin gegenüber dieser Redaktion. „Wegen der besonderen Bedeutung und eines möglichen ausländerfeindlichen Motivs haben wir die Ermittlungen übernommen.“ Es werden nun Spuren ausgewertet und der Ablauf konstruiert. Am Mittag will die Bundesanwaltschaft weitere Details zur Tat bekannt gegeben.

8.24 Uhr: Auf YouTube kursiert ein Video, das Tobias R. zeigen könnte. Darin spricht der Mann von einer „persönlichen Botschaft an alle Amerikaner.“ Das Video wurde offenbar in einer Privatwohnung aufgenommen.

7.40 Uhr: Es soll sich bei dem Schützen um einen Mann namens Tobias R. handeln. Dieser soll, so die „Bild“, aus rechtsradikalen Gründen gemordet haben.

7.11 Uhr: Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sind ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. Beides werde nun ausgewertet, das Motiv sei noch unklar, hieß es am Donnerstagmorgen. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet.

7 Uhr: Die Bundesregierung ist bestürzt. Regierungssprecher Steffen Seibert twittert am Donnerstagmorgen: „Die Gedanken sind heute morgen bei den Menschen in Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde. Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern. Mit den Verletzten hoffen wir, dass sie bald wieder gesund werden.“

5.58 Uhr: Nach Zeugenaussagen zu einem Fluchtfahrzeug seien Spezialkräfte der Polizei in eine Wohnung im Stadtteil Kesselstadt eingedrungen, sagte ein Sprecher. Dort seien die beiden Toten entdeckt worden. Die Ermittlungen zu ihrer Identität seien noch nicht abgeschlossen. Angaben zu ihrer Nationalität wie zur Nationalität der neun zuvor erschossenen Menschen könnten noch nicht gemacht werden.

Die Polizei hatte die Zahl der Toten zunächst mit acht, am Morgen mit neun angeben. Außerdem wurden nach Polizeiangaben mehrere Menschen verletzt. (bs/ms/vh/dv mit dpa)