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Coronavirus: Klopapier? Darum hamstern die Deutschen es WIRKLICH

Corona Deutschland (13.3.)
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Das Coronavirus bestimmt zurzeit weltweit den Alltag der Menschen. Das öffentliche Leben in Deutschland steht spätestens seit dem ausgerufenen Kontaktverbot am Sonntagabend still.

Viele Menschen haben mit Hamsterkäufen auf die Corona-Krise reagiert. Manche Produkte waren in den letzten Tagen oft vergriffen. Etwa Nudeln, Mehl oder Konserven. Doch eine Frage stellen sich alle seit dem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland: Warum fehlt ausgerechnet Klopapier in den Regalen?

Coronavirus: Klopapier-Rätsel in Deutschland

In den Sozialen Medien gehört es seit Tagen zu den bestimmenden Themen. Alle fragen sich, was zur Hölle die Hamsterkäufer mit ihrem eisernen Vorrat an Toilettenpapier vorhaben? Besuchen sie etwa aus Panik häufiger das stille Örtchen? Oder wickeln sie sich mit den Rollen ein?

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„Von wissenschaftlicher Seite steht man derzeit vor einem Rätsel“, sagt auch Anja Achtziger von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee der „Süddeutsche Zeitung“. Doch die Wirtschaftspsychologin hat eine Theorie.

„Wichtig und zugleich unterschätzt“

„Oft fällt uns gerade in einer Krise auf, dass etwas so Profanes wie Toilettenpapier im Alltag unerhört wichtig und zugleich unterschätzt ist“, sagt Achtziger der Zeitung.

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Ausgerechnet in Krisenzeiten nach dem Toilettengang improvisieren zu müssen, könnte bei vielen Menschen Ekel und damit Panik auslösen, mutmaßt die Wirtschaftspsychologin.

Der Mensch ist ein Herdentier

Sobald die ersten Hamsterkäufer die Regale ausräumen, setzt dann der Domino-Effekt ein. „Die Leute hören in den Medien, dass andere viel Toilettenpapier kaufen. Im Job, in der Familie, unter Freunden wird ständig darüber geredet, ob und wie viel man bereits gehortet hat. Wer bis dahin keine Vorräte angelegt hat, wird nervös - und macht es dann schlichtweg nach", so Achtziger in der „Süddeutsche Zeitung“.

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Vergleichbar sei das Verhalten mit dem Handtuch auslegen vor dem Hotel-Pool im Urlaub. Fängt einer an, zieht der nächste nach.

DAS vergrößert den Effekt

Dass ausgerechnet Klopapier sehr gefragt ist, hat weitere Gründe. Zum einen ist es sehr günstig und verkommt nicht. „Man kauft es sowieso routinemäßig, und in Anbetracht eines möglichen Krisenszenarios nimmt man eben gleich mehr davon mit“, so Achtziger.

Außerdem fallen die leeren Regale in Supermärkten und Drogerien viel schneller auf als etwa bei einem Produkt wie Trockenhefe, das derzeit auch häufig vergriffen ist. Das könnte den Nachahmungseffekt noch vergrößern.

Darum fehlt der Nachschub in den Supermärkten

Grund zur Sorge besteht allerdings nicht. Zwar fehlen die Rollen aus weißem Gold derzeit häufig in den Regalen. Das liegt aber nicht am Mangel, sondern an den Lieferketten.

„Hygieneartikel werden seltener nachbestellt als Lebensmittel, weil sie normalerweise weniger nachgefragt werden“, erklärt Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels der Zeitung. Darauf haben die ersten Supermärkte mittlerweile reagiert. Nicht nur werden die Portionen rationalisiert. Es wurde auch mehr nachbestellt. Die Regal werden also bald wieder voll sein. (ak)