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Corona: Arzt postet Nacktbild – DARAUF will er aufmerksam machen

Corona-Krise: Ein Arzt will mit seinen Nacktfotos Emmanuel Macron auf sich aufmerksam machen. (Symbolbild)
Corona-Krise: Ein Arzt will mit seinen Nacktfotos Emmanuel Macron auf sich aufmerksam machen. (Symbolbild)
Foto: imago images / ZUMA Wire

Mit einem Nacktfoto protestiert ein französischer Hausarzt gegen die Handhabung der Corona-Krise in seinem Land. Der Mediziner Alain Colombié sagt, das von ihm auf Facebook veröffentlichte Foto sei ein „Aufschrei“ gegen die Zustände. Frankreich sei trotz Warnungen vieler Ärzten unvorbereitet in die Corona-Pandemie gegangen, berichtet das Portal „Der Standard“.

Das Foto zeigt Colombié nackt in seinem Behandlungszimmer auf einem roten Drehstuhl. Er trägt lediglich ein Stethoskop und eine Kopf- und Armbinde mit der Aufschrift „chair à canon“ (Kanonenfutter).

Corona-Zustand in Frankreich sei eine Schlacht

Laut ihm verlange Präsident Emmanuel Macron von Ärzten, „in demselben Aufzug in die Schlacht zu ziehen, den ich auf dem Foto trage“. Die Mediziner hätten zu ihrer Verteidigung gegen Corona weder Masken, noch Desinfektionsmittel, noch Schutzanzüge.

Macron hatte die Franzosen vor gut einer Woche auf einen „Gesundheitskrieg“ gegen das Coronavirus eingestimmt. Inzwischen hat die Regierung einen Mangel an Masken und anderer Ausrüstung eingeräumt.

Auf Facebook schreibt der Arzt: „Nun, ich bin da. Bereit, mein Leben zu gefährden und die Bevölkerung und meine Pfleger zu schützen.“

Colombié ist Hausarzt in der südfranzösischen Gemeinde Pomérols, in der Nähe der Urlaubsorte Agde und Sète am Mittelmeer. Nach eigenen Angaben hat er derzeit täglich mehr als 40 Patienten und arbeitet teils bis in die späten Abendstunden.

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Diese außergewöhnliche Aktion kommt bei den Menschen in Frankreich gut an. Über 4000 Mal wird der Post geteilt.

Hier einige Kommentare:

  • „Die Franzosen sind in dieser sehr schwierigen Zeit von ganzem Herzen mit dem Pflegepersonal verbunden. Wir wissen, dass wir trotz des Mangels an Mitteln, Personal, Ausrüstung und Anerkennung auf Professionalität und Engagement zählen können.“
  • „Gut gemacht! Sie haben nicht nur Humor, sondern auch Mut! Danke, Sie da sind!!“
  • „Bravo für diesen Mut, den traurigen Zustand der Krankenhäuser und allgemein aller Betreuer in Frankreich zu präsentieren!“
  • „Angesichts der Unstimmigkeiten, die wir auf vielen Ebenen feststellen, ist es notwendig, dass die Basisfachleute mobilisieren, um die Bürokratie von oben zu bewegen. Bravo!“

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