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Coronavirus: Deutscher Tourist mit Hilferuf aus dem Ausland – „pure Verzweiflung“

Wegen des Coronavirus sind viele Flugrouten lahmgelegt. Tausende Deutsche sitze deswegen im Ausland fest. (Symbolbild)
Wegen des Coronavirus sind viele Flugrouten lahmgelegt. Tausende Deutsche sitze deswegen im Ausland fest. (Symbolbild)
Foto: imago images / AAP

Ihre Situation ist dramatisch, die Verzweiflung groß. Seit Länder rund um den Globus wegen des Coronavirus die Reisefreiheit eingeschränkt haben, werden Flugrouten nur noch sporadisch beflogen oder fallen sogar komplett weg.

Die Folge: Zehntausende Deutsche sitzen im Ausland fest und kommen nicht zurück: In Fernost, in der Karibik oder in Australien. Aus den paradiesischen Ausflugszielen sind durch die Coronavirus-Krise Gefängnisse geworden. Ein Mann hat sich nun in einer emotionalen Mail an Redaktionen in Deutschland gewandt – und berichtet unter anderem von unfassbaren Flugpreisen.

Coronavirus: Zehntausende Deutsche sitzen im Ausland fest

Am 17. März kündigte Außenminister Heiko Maas eine gigantische Rückholaktion für deutsche Urlauber an: 50 Millionen Euro wolle die Regierung dafür bereitstellen, rund 200.000 Deutsche im Ausland sollen zurückgeholt werden. Vornehmlich aus den Urlaubsgebieten in Marokko, der Dominikanischen Republik, Ägypten, den Philippinen und Malediven.

Die Rückholaktion wendet sich damit vor allem an Reisegruppen und Pauschalurlauber. Die, die ihren Urlaub auf eigene Faust geplant haben und in die Ferne geflogen sind, stehen vor einem gigantischen Problem.

Urlauber fühlen sich allein gelassen

Unter ihnen auch der Absender eines Briefs an unsere Redaktion. Seit Wochen sitzt er in Australien fest. „Ich schreibe Ihnen aus purer Verzweiflung, denn wir sitzen gerade, wie schätzungsweise 15.000 andere Deutsche, in Australien fest. Unsere Situation ist ziemlich schlecht“, beginnt er seine E-Mail.

Die Deutsche Botschaft hatte inzwischen mehrere Schreiben an deutsche Urlauber in Australien veröffentlich und darum gebeten, sich in einer zentralen Liste mit einem möglichen Abflugort in der Nähe einzutragen. Dadurch soll der Bedarf besser geplant werden.

Zudem verweist die Behörde darauf, dass noch Flüge von einigen Flughäfen nach Deutschland gingen. „Qatar Airways bietet weiter kommerzielle Flüge in großer Anzahl an. Diese verlässlichen Kapazitäten sollten von Reisenden wenn irgend möglich für die Rückkehr genutzt werden. […]Nutzen Sie diese Gelegenheit umgehend!“, heißt es in dem Schreiben.

Unfassbare Flugpreise

Tausende Deutsche versuchten daraufhin, einen Rückflug zu ergattern – die Seite ist überlastet, die Preise explodierten. Zum Vergleich: Durchschnittlich kostet ein Flug von Deutschland nach Australien zwischen 1000 und 1500 Euro. In der aktuellen Lage müssten man bereits die ersten zehn Fragen von „Wer wird Millionär“ richtig beantworten, um sich auch nur ein Rückflugticket leisten zu können.

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In diesem Fall gewinnt man 16.000 Euro. Preise für den Flug von Brisbane nach Hamburg liegen bei rund 12.500 Euro, für einen Direktflug nach Frankfurt müsste man sogar trotz des Gewinns noch drauf zahlen. Ein Ticket kostet umgerechnet unfassbare 16.350 Euro. Eine klare Ansage, wie hoch dabei der Eigenanteil für die Urlauber sein wird, gibt es nicht.

Emotionaler Appell

Von der deutschen Auslandsvertetung heißt es, dass „die Betroffenen einen im Konsulargesetz festgeschriebenen Anteil der Kosten tragen müssen. Die genaue Höhe der Kosten lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt bedauerlicherweise nicht annähernd beziffern.“

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Nicht nur das Geld macht den Reisenden aktuell Sorge: Visas laufen ab, Airlines zahlen das Geld für gecancelte Flüge nicht zurück, Reise- und Auslandskrankenversicherungen übernehmen mitunter keine Kosten für Behandlungen vor Ort oder Krankenrücktransporte.

„Wir Betroffenen möchten nicht mehr am anderen Ende der Welt sein, sondern gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit unseren Familien beistehen“, wendet sich der Verfasser des Schreibens in einem emotionalen Appell an das Auswärtige Amt und mahnt: „Die Lage hier wird nicht besser. In Australien wird sich das Virus weiterhin ausbreiten. Wir werden hier nicht mehr sicher sein.“ (dav mit dpa)