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Rewe: Kundin will einkaufen – doch als sie DAS im Laden hört, fällt sie vom Glauben ab

Eine Kundin wollte bei Rewe doch nur für andere einkaufen. (Symbolbild)
Eine Kundin wollte bei Rewe doch nur für andere einkaufen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Ralph Peters

Hamburg. Caroline L. will wie üblich bei Rewe einkaufen. Diesmal aber etwas mehr. Denn ihre Eltern sind Risiko-Patienten. Deshalb hat sie ihren Einkaufszettel direkt mit dabei. Doch was Rewe von ihr verlangt, um alles mitnehmen zu dürfen, ist einfach absurd, berichtet die „Hamburger Morgenpost“.

Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sollen möglichst zu Hause bleiben. Gerade ihnen kann das Coronavirus schaden. Doch Lebensmittel und Hygiene-Produkte müssen trotzdem gekauft werden. Dafür springen oft die Kinder oder Nachbarn ein.

Rewe verlangt Bescheinigung

Und genau das wollte Caroline L. auch machen, als sie einen Rewe in Hamburg-Harburg betritt. Einkaufen kann die zweifache Mutter nur, wenn ihr Mann nach der Arbeit auf die Kinder aufpasst. Viel Zeit hat sie also nicht dafür.

Um alles für insgesamt fünf Personen zu bekommen, packt Caroline gleich zwei Packungen Klopapier bei Rewe ein. Doch der Markt macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Sie darf nur ein Exemplar mit nach Hause nehmen.

„Wie soll man dann für andere einkaufen?“, fragt sich Caroline zurecht. Auch Mehl und Milch darf sie nicht doppelt mitnehmen.

Um zu beweisen, dass sie für ihre Eltern miteinkauft und nicht hamstert, zeigt die Hamburgerin eine Nachricht ihrer Eltern vor. „Ich habe eine WhatsApp von meiner Mutter vorgezeigt, da steht ‚liebe Grüße, Mama‘ drunter.“

Doch das reicht den Rewe-Mitarbeitern nicht. Sie verlangen eine schriftliche Bescheinigung ihrer Eltern. Aber auch das akzeptierte der Markt beim nächsten Einkauf nicht. Was anschließend folgt, ist einfach absurd: „Dann wollten sie eine Bescheinigung der Gemeinde.“ Bitte was? Solche Bescheinigungen gibt es überhaupt nicht. Außerdem ist die Gemeinde wegen des Coronavirus geschlossen.

Das heiß begehrte Klopapier blieb also im Markt. Wütend rief Carolines Vater bei der Rewe-Zentrale an. Die ernüchternde Antwort: „Das lässt sich gerade nicht ändern.“

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Eine Rewe-Sprecherin erklärt: „Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass sich die Situation in absehbarer Zeit entspannen wird. Mengen-Begrenzungen bei einigen wenigen Produkten, die aktuell großen Haushalten oder Nachbarschaftshilfen Probleme beim Einkaufen bereiten, betrachten wir als temporäre Erscheinung. Sie sind aber notwendig, um Fehlentwicklungen entgegenzusteuern.“

Die Rewe-Gruppe hofft also darauf, dass bald nicht mehr gehamstert wird und sich das Problem von alleine löst.

Ende vom Lied: Laut „Hamburger Morgenpost“ fuhr Caroline in sieben Läden, bis sie auch Klopapier für ihre Eltern bekam. „Und das, obwohl ich es bei Rewe schon in Händen hielt.“ (ldi)