Welt 

Markus Lanz: Ministerpräsidentin mit ernüchternden Worten – „Selbst wenn wir über Lockerungen sprechen...“

Markus Lanz im Gespräch mit Malu Dreyer.
Markus Lanz im Gespräch mit Malu Dreyer.
Foto: Screenshot ZDF

Der Mittwoch ist DER Hoffnungstag in dieser Woche. An diesem Mittwoch soll über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise entschieden werden. Werden die Vorgaben gelockert? Können Geschäfte wieder eröffnen? Darüber sprach auch Markus Lanz am Dienstagabend mit seinen Gästen.

Per Video war auch die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, in das Gespräch zugeschaltet. Und sie sorgte mit ihren Worten dafür, dass nicht zu große Erwartungen beim Volk geschürt werden. Dabei betont die Ministerpräsidentin bei Markus Lanz aber auch, dass die Maßnahmen über Ostern sehr gut umgesetzt wurden.

„Dass die Menschen sich so an die Maßgaben gehalten haben und so verantwortungsvoll agiert haben, das finde ich einfach toll und dafür will ich mich auch sehr herzlich bedanken. Das Schöne ist, es führt ja sogar zu einem Resultat, nämlich, dass wir schon sehen, dass diese harten Einschnitte wirklich auch dazu führen, dass das Infektionsgeschehen zurückgegangen ist“, so Dreyer.

Markus Lanz: Malu Dreyer mit klarer Ansage

Als Markus Lanz die 59-Jährige dann aber auf ihre Aussage ansprach, dass die Coronakrise „kein Sprint, sondern ein Marathon“ sei, wurde sie doch etwas ernster.

„Der Satz, der gilt uneingeschränkt“, stellt Dreyer klar. Und weiter: „Denn selbst wenn wir jetzt über das Thema Lockerungen sprechen, und wann und wie können sie stattfinden, dann heißt das eben doch, dass das nicht die Normalität wird, die wir aus der Zeit vor der Corona-Krise kennen. Wir haben neue Abstände zu halten, wir haben neue Formeln der Höflichkeit zu finden, neue Formen des Respekts. Wir müssen mit Hygienemaßnahmen umgehen, die uns in der Vergangenheit so nicht bekannt waren. Und natürlich wird das Leben in den nächsten Monaten nicht mehr das Gleiche sein, wie das Leben, das wir vor der Krise kannten.“

--------------

Die Gäste am Dienstag, 14. April:

  • Malu Dreyer, SPD-Politikerin
  • Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe
  • Richard David Precht, Philosoph
  • Christiane Woopen, Medizinethikerin

-------------

+++ Markus Lanz: Frank Thelen platzt wegen Kritik an Corona-App der Kragen – „Dumme Unwissenheit“ +++

Wenn Lockerungen, dann „sachte und stufenweise“

Das betreffe vor allem den Umgang miteinander. So müssen die neuen Maßnahmen, sollten sie denn Lockerungen beinhalten, „sachte und stufenweise“ umgesetzt werden. Dreyer könne sich durchaus vorstellen, dass beispielsweise Läden wieder öffnen. Allerdings müssten dann auch dieselben Regeln wie in Supermärkten gelten. Sprich: Nicht zu viele Menschen in einem Geschäft, Hygienestationen für die Hände müssten vorhanden sein.

+++ Markus Lanz: Politiker schockt mit Corona-Vorhersage – „Apokalyptische Umstände im Sommer“ +++

Und auch bei dem Thema Schule und Kindertagesstätten ist die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz kritisch. So halte sie nicht viel davon, KiTas wieder zu öffnen. Dort Abstandsregeln einzuhalten, sei fast nicht möglich. Anders jedoch verhalten sich dies bei Schulen. Zumindest die Kinder und Jugendliche, bei denen Prüfungen anstehen, sollten diese auch ermöglicht werden, so Dreyer klar.