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Maddie McCann: Horchte ein Spitzel Christian B. im Knast aus?

Maddie McCann: Der Anwalt von Christian B sagte am Donnerstag : „Er ist unschuldig“
Maddie McCann: Der Anwalt von Christian B sagte am Donnerstag : „Er ist unschuldig“
Foto: AFP
  • Der Fall Maddie McCann bewegt seit 13 Jahren die Welt
  • Hat Christian B. etwas mit dem Verschwinden zu tun?
  • Alle Infos und Entwicklungen im News-Blog

Der Vermisstenfall Maddie McCann bewegt die Welt!

Deutsche Ermittler haben Christian B. (43) im Verdacht, das damals dreijährige Mädchen entführt und getötet zu haben. Können sie dem vorbestraften Deutschen die Tat nachweisen? Nun gibt es offenbar Beweise für den Tod des Mädchens!

Noch fehlt ein „dringender Tatverdacht“ gegen den zuletzt in Braunschweig lebenden Serienkriminellen. Alle Neuigkeiten im Fall Maddie McCann kannst du hier in unserem Newsblog lesen.

Die Chronik im Fall der verschwundenen Maddie McCann
Die Chronik im Fall der verschwundenen Maddie McCann

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Der Fall Maddie McCann:

  • Madeleine Beth McCann, genannt Maddie (3), verschwand am 3. Mai 2007
  • Zuletzt sahen sie ihre Eltern sie in ihrer Ferienwohnung in Portugal
  • Als Maddie McCann verschwand, waren ihre Eltern mit Freunden essen
  • Der einzige Hinweis: ein geöffnetes Fenster
  • Nach 14 Monaten stellte die portugiesische Polizei die Ermittlungen zu dem britischen Mädchen ein
  • Am 12. Mai hätte Maddie McCann ihren 17. Geburtstag gefeiert

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Mittwoch, 30. September

17.55 Uhr: Horchte Spitzel Christian B. im Knast aus?

Wurde Christian B. im Gefängnis ausgehorcht? Derzeit verbüßt Christian B. in der JVA Kiel eine Strafe wegen Drogenhandels. Laut Informationen der „Bild“ soll der Tatverdächtige von einem Informanten ausgehorcht worden sein.

Zuvor saß Christian B. in Wolfenbüttel hinter Gittern. Hier könnte ein Spitzel auf ihn angesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig dazu: „Kein Kommentar.“ Der Münchner Jurist und Sexualstrafrechts-Experte Alexander Stevens sagte „Bild“ dazu: „Der Staatsanwalt will wohl den Beschuldigten zu einem Geständnis bewegen.“

Freitag, 25. September

15.00 Uhr: Hat Christian B. schon mal gestanden?

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht davon aus, dass Christian B. (43) Maddie getötet hat. Noch ist aber unklar, ob er angeklagt werden kann, denn die Beweislage ist (noch) zu dünn. Es soll aber laut „Bild“ Personen geben, die behaupten, dass Christian B. die Tat gestanden habe. Diese Zeugen hätten die Ermittlungen gegen B. ins Rollen gebracht.

Zehn Monate nach dem Verschwinden von Maddie im März 2008 ist Christian B. zum Dragon-Festival in Orgiva (Spanien) gefahren. Dort soll er eine Gruppe von Deutschen getroffen haben, mit denen er in Portugal kriminelle Geschäfte gemacht haben soll. Einer der Anwesenden behaupte, sie hätten Gras und Drogen an Feiernde verkaufen wollen. B. habe darüber erzählt, wie schade es gewesen sei, dass man Portugal hätte verlassen müssen, da überall wegen Maddies Verschwinden Polizei war.

Christian B. hätte der Gruppe dann gestanden, dass er etwas mit Maddies Verschwinden zu tun habe, soll sich einer der Anwesenden erinnern. Am nächsten Morgen sei B. dann überstürzt abgereist. Vielleicht habe er sich auch einfach verplappert, so der Zeuge.

Donnerstag, 24. September

12.30 Uhr: Kommt Christian B. vorzeitig frei? Urteil gefallen

Im vergangenen Jahr verhängtes Vergewaltigungsurteil gegen den deutschen Verdächtigen im Fall „Maddie“ kann bestehen bleiben. Es verstößt nicht gegen das EU-Recht, auch wenn Christian B. ursprünglich wegen einer anderen Tat an Deutschland ausgeliefert wurde, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag entschied. Die gegen B. laufenden Mordermittlungen im Fall „Maddie“ sind davon unabhängig.

08.18 Uhr: Kommt Christian B. vorzeitig frei? Wichtiges Urteil erwartet

Schon seit Wochen bemüht sich Christian B., der Tatverdächtige im Fall Maddie McCann, um eine Freilassung aus dem Gefängnis. Heute gegen 9 Uhr wird ein wichtiges Urteil erwartet. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg will entscheiden, ob das Landgericht Braunschweig den 43-jährigen Deutschen im Dezember vergangenen Jahres wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verurteilen durfte. Der Mann fordert eine Aufhebung des Urteils, weil er ursprünglich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls für eine andere Straftat an Deutschland ausgeliefert worden war.

Die Aussichten auf Erfolg stehen für den 43-Jährigen aber eher schlecht. Ein Generalanwalt des EuGH war in einem Rechtsgutachten zu dem Ergebnis gekommen, dass das Landgericht Braunschweig den Mann verurteilen durfte. Das Gutachten vom August dieses Jahres ist für die EuGH-Richter zwar nicht bindend, meist folgen sie aber der Einschätzung des zuständigen Generalanwaltes.

Montag, 21.September

23.05 Uhr: Gibt es Beweise für Maddies Tod?

In einem Fernseh-Interview mit dem portugiesischen Sender RTP sagt der Staatsanwalt Hans-Christian Wolters aus Braunschweig, dass er Beweise für den Tod von Maddie McCann habe. Die Reporterin fragt auf Englisch: „Haben Sie irgendwelche materiellen Beweise dafür, dass Madeleine tot ist?“ Er antwortet mit „ja“.

Sie Frau fragt weiter: „Welche Beweise haben Sie, dass Madeleine tot ist? Haben Sie ein Video?“ Wolters antwortet auf Deutsch: „Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen. Deswegen kann ich das weder dementieren noch bestätigen.“

Freitag, 18. September

15.00 Uhr: Ehemaliger Komplize von Christian B. packt aus

In der britischen „Sun“ hat sich ein Komplize aus der Vergangenheit von Christian B. geäußert. Der 64-Jährige erklärte: „Wir nannten ihn wegen seiner Fähigkeiten 'Den Kletterer'. Er war ein Experte darin, in Wohnungen und Hotelzimmer zu gelangen. Ich sah ihn viele Male in Wohnungen im ersten und zweiten Stock klettern und einbrechen.“

Er sei überzeugt, dass Christian B. der Täter sei. „Christian ist ein schlimmer, schlimmer Mensch. Er ist böse. Ich habe ihn nie gemocht, und er ist ein Psychopath. Er ist besessen von kleinen Kindern“, so der ehemalige Weggefährte.

Christian B. gilt aktuell als tatverdächtig im Fall um MaddieMcCann. Zu einer Anklage kam es bislang nicht. Die Ermittler suchen weiter nach Spuren.

Donnerstag, 17. September

15.55 Uhr: Staatsanwaltschaft verrät Details zu Grabungs-Aktion

Am 28. und 29. Juli gruben die Ermittler die Kleingarten-Parzelle in Hannover um. Dabei hoben sie auch einen unterirdischen Keller aus. Was genau die Beamten gefunden haben, darüber herrscht bislang Stillschweigen.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ erklärt, wonach die Polizisten überhaupt gesucht hatten. Demnach standen Speichermedien im Fokus der Grabungs-Aktion. Zuvor hatte der verdächtigte Christian B. auf einem Gelände in Sachsen-Anhalt bereits Datenträger vergraben. Auf diesen hatten sich Missbrauchsbilder von Kindern befunden.

Freitag, 4. September

18.35 Uhr: Ermittler mit neuem Verdacht - Weiteres Sexualdelikt an Zehnjähriger?

Gegen den im Fall Maddie Beschuldigten Christian B. gibt es weitere Ermittlungen. Es laufe ein separates Verfahren gegen den 43-Jährigen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes, sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Freitag. Im April 2007, also wenige Woche vor dem Verschwinden der kleinen Maddie, soll der Mann an der Algarve vor einem zehnjährigen Mädchen aus Deutschland masturbiert haben.

Über die seit dem Frühjahr 2019 laufenden Ermittlungen hatten zuvor der „Spiegel“ und der TV-Sender RTP in Portugal berichtet. Einzelheiten wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Den Berichten nach ereignete sich der Fall etwa zehn Kilometer von Praia da Luz entfernt, wo Madeleine McCann am 3. Mai verschwand. Laut „Spiegel“ meldete sich das Opfer nach der Veröffentlichung des Mordverdachts im Fall Maddie bei der Polizei.

Anfang Juni hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitgeteilt, dass sie gegen den in Kiel inhaftierten mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter ermitteln. Die Ermittler gehen davon aus, dass Maddie tot ist.

Mittwoch, 26. August

13.49 Uhr: Anwalt spricht: „Ich bin überzeugt, dass Christian B. nichts mit Maddies Verschwinden zu tun hat“

Neues im Fall Maddie. Nun spricht der Anwalt des Hauptverdächtigen Christian B. gegenüber der „Bild“. „Ich bin überzeugt, dass Christian B. nichts mit Maddies Verschwinden zu tun hat“

Friedrich Fülscher aus Kiel, ist sich sicher, dass sein Mandant nichts mit dem Verschwinden der kleinen Maddie McCann zu tun hat. Ebenfalls geht er davon aus, dass B. nicht wegen der Verwaltigung der Amerikanerin Diana M. (2005) hätte verurteilt werden dürfen. „Ich denke, dass er wegen der Vergewaltigung nicht hätte verurteilt werden dürfen“, so Fülscher. Er behauptet: Beide Ermittlungen beruhen auf Aussagen der selben unseriösen Zeugen.

Zwei ehemalige Kumpels hätten die Ermittlungen gegen Christian B. ins Rollen gebracht. Beide seien jedoch mehrfach vorbestraft. Einer dieser beiden Zeugen hätte sich „elf Jahre nach Maddies Verschwinden als Zeuge bei den britischen Behörden gemeldet. Er war auf Kreta wegen Menschenhandels zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Schon nach zwei Jahren wurde er entlassen.“ Der Anwalt hält es für möglich, dass sein eigener Vorteil Antrieb für die getätigten Aussagen seien. Angeblich behauptet der Zeuge, Christian B. habe ihm 2008 auf einem Festival in Spanien von der Tat erzählt, so in der „Bild“ weiter.

Freitag, 21. August

15.13 Uhr: Reporter versuchte wichtigen Belastungszeugen auszuhorchen

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft berichtet, dass ein Reporter im Fall Maddie McCann zu äußerst fragwürdigen Methoden gegriffen haben soll. Wie die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet, soll der Journalist mithilfe des Facebook-Accounts eines Bekannten des Zeugen, der ebenfalls zum Zeugenkreis in den Ermittlungen gegen Christian B. gehört, versucht haben, an Informationen zu kommen.

Laut Wolters soll sich der Zeuge daraufhin an die Ermittler gewandt haben. Er sei von dem Journalisten zunächst unter Klarnamen kontaktiert worden, habe aber abgelehnt, mit ihm zu sprechen. Daraufhin habe er den Facebook-Account eines Bekannten des Zeugen genutzt um durch Lügen und Unterstellungen Hintergrundinformationen zu erhalten. „Wie er in den Besitz dieses Accounts gekommen ist, wissen wir noch nicht“, so Wolters.

„Wir müssen Zeugen vor moralisch und rechtlich bedenklich vorgehenden Journalisten schützen“, erklärte Sprecher Wolters am Freitag gegenüber der „Braunschweiger Zeitung“: „Anlässlich dieses unschönen Einzelfalls werden wir noch genauer prüfen müssen, ob und, wenn ja, welche Informationen wir an die Presse herausgegeben können.“

Keine Neuigkeiten konnte Wolters zu den Grabungen in einem Kleingarten in Hannover machen. „Einzelheiten zu unseren Ermittlungen werden wir aktuell nicht bekanntgeben.“ Bis sich die Ermittler mit belastbaren Ermittlungsergebnissen an die Öffentlichkeit wenden würden, „wird es sicher noch einige Monate dauern“.

Montag, 17. August

18.37 Uhr: Landgericht Braunschweig und Kiel schieben sich Fall hin und her

Nach einem Hin und Her sieht sich das Landgericht Kiel erneut nicht zuständig für einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung des Verdächtigen im Fall Maddie. Auch für den neuen Antrag des 43-Jährigen sei die Strafvollstreckungskammer der Auffassung, örtlich nicht verantwortlich zu sein, teilte die Justizbehörde am Montag mit.

Der Mann sitzt derzeit in Kiel eine Gefängnisstrafe von 21 Monaten wegen Drogenhandels ab, die das Amtsgericht Niebüll vor einigen Jahren verhängt hatte. Haftende ist der 7. Januar 2021, zwei Drittel dieser Strafe waren am 7. Juni dieses Jahres verbüßt.

Die Sache werde erneut an das Landgericht Braunschweig gegeben, weil man dieses für zuständig halte, hieß es aus Kiel. In Braunschweig geht das Gericht einer Sprecherin zufolge davon aus, dass die Akten bald eintreffen und wieder geprüft werden. Die Landgerichte hatten sich schon für den ersten Antrag als nicht zuständig betrachtet. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, das Landgericht Braunschweig sei zuständig. Allerdings zog der Rechtsanwalt des Verdächtigen den Antrag zurück und stellte ihn in Kiel erneut.

Über seinen Anwalt hatte der 43-Jährige erklären lassen, das Vertrauen in die Braunschweiger Justiz verloren zu haben, nachdem das dortige Landgericht ihn seiner Auffassung nach zu Unrecht wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen Frau verurteilt hatte. Sollte der Antrag auf Haftverschonung erfolgreich sein, muss der Verdächtige dennoch nicht zwingend auf freien Fuß kommen - etwa falls dann ein Untersuchungshaftbefehl in dem Vergewaltigungsfall vorliegen sollte.

Der Mann soll im Jahr 2005 - rund anderthalb Jahre vor dem Verschwinden der Britin Madeleine McCann - im portugiesischen Praia da Luz eine 72-Jährige vergewaltigt haben. Gegen das Braunschweiger Urteil vom Dezember 2019 hat der 43-Jährige Revision eingelegt, über die noch nicht entschieden ist.

Sonntag, 16. August

19.14 Uhr: Maddie-Verdächtiger in Braunschweig für anderen Missbrauch zunächst freigesprochen

Wie die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet, war der Verdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B., wegen des Missbrauchs eines anderen Kindes in Braunschweig zunächst freigesprochen worden. Der Fall soll sich demnach auf einen Fall aus dem Jahr 2016 beziehen, in dem das Gericht in Braunschweig ihn von der Anklage des Besitzes von Kinderpornographie freigesprochen hatte. Erst der Einspruch der Staatsanwaltschaft Hannover führte zu einer Verhandlung, in der der Maddie-Verdächtige wegen des Missbrauchs einer Fünfjährigen verurteilt wurde.

Freitag, 7. August

8.20 Uhr: Profiler hat Zweifel an Staatsanwaltschaft

Es sind beunruhigende Worte, die Profiler Axel Petermann im Fall Maddie McCann äußert.

Gegenüber RTL verriet der Kriminalexperte: „Nach der ersten Ausstrahlung bei 'XY' und den darauffolgenden Reaktionen den Medien gegenüber, konnte man tatsächlich das Gefühl haben, dass man Christian B. als dringend tatverdächtig hält. Auch wenn man es nicht beweisen konnte“, so der erfahrende Profiler.

Doch dahinter habe wohl auch die Hoffnung gestanden, so Petermann weiter. „Im Nachhinein muss man sich fragen, ist das wirklich so?“

Ins Profil passe B. aber trotzdem weiterhin, so Petermann. Die Beweise seien aber dürftig, so Petermann gegenüber RTL.

Donnerstag, 6. August

20.56 Uhr: Maddie McCann: Anwalt von Christian B: „Er ist unschuldig“

Darf der Verdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B. am 7. Januar 2021 das Gefängnis in Kiel verlassen? Mit Spannung wird das Urteil darüber erwartet. Es soll in einigen Wochen fallen.

Gegenüber der „Bild“ sagte sein Verteidiger Friedrich Fülscher am Donnerstag in Luxemburg: „Er ist unschuldig und hat nichts zu verbergen“.

Laut Fülscher gebe es Ungereimtheiten im Verfahren. Die Kammer sei im Wesentli­chen den Aussagen zweier Ex-Freunde von Christian B. ge­folgt, die ihm eine Videoka­mera gestohlen und darauf einen Film mit den Vergewaltigungsszenen ge­sehen hätten.

Den Film hätten die Richter allerdings nicht selber gesehen. Ein zweiter Punkt macht den Rechtsanwalt misstrauisch. Teile der Aussagen eines Zeugen seien in den Ermittlungsakten geschwärzt worden.

Christian B. sitzt wegen einer vermutlichen Vergewaltigung einer Amerikanerin 2005 in Portugal. Verurteilt wurde er wegen eines Beweises: Ein Körperhaar wurde im Haus des Opfers gefunden. Es lag auf dem Bettlaken des Opfers.

13.32 Uhr: Verdächtiger muss Rückschlag hinnehmen

In seinen Bemühungen um eine Freilassung aus dem Knast muss Christian B. einen Rückschlag hinnehmen. Der Generalanwalt des EuGH kam zu dem Ergebnis, dass der Tatverdächtige im Fall Maddie McCann im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verurteilt werden durfte. Das Gutachten ist für die EuGH-Richter nicht bindend, meist folgen sie aber der Einschätzung des zuständigen Generalanwaltes.

Christian B. hatte eine Aufhebung des Urteils der Vergewaltigung gefordert, da er ursprünglich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls für eine andere Straftat an Deutschland ausgeliefert worden war. Er verweist dabei darauf, dass es EU-Regeln für den Europäischen Haftbefehl verbieten, dass jemand dann auch wegen anderer vor der Auslieferung begangener Straftaten belangt wird.

Nach dem Rechtsgutachten ist diese Regelung aber für den Fall irrelevant, da der Mann Deutschland zwischenzeitlich wieder freiwillig verlassen hatte und erst über einen neuen Europäischen Haftbefehl zurück nach Deutschland kam. Dieser wurde von Behörden in Italien vollstreckt - die auch zustimmten, dass der Mann wegen der Vergewaltigung verfolgt und verurteilt wird. In diesem Fall greifen die Einschränkungen für den ersten Haftbefehl nach Auffassung des Generalanwalts nicht mehr.

7.51 Uhr: Christian B. bald wieder auf freiem Fuß?

Ist der Tatverdächtige im Vermisstenfall Maddie McCann bald wieder auf freiem Fuß? Derzeit sitzt der Deutsche wegen eines Drogendelikts im Gefängnis. Nun prüft der EuGH-Generalanwalt, ob der Verdächtige im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verurteilt werden durfte. Dies ist nicht ganz sicher, weil der Mann ursprünglich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls für eine andere Straftat an Deutschland ausgeliefert worden war - und weil es die EU-Regeln für den Europäischen Haftbefehl eigentlich verbieten, dass jemand dann auch wegen anderer vor der Auslieferung begangener Straftaten belangt wird.

Auch auf den Fall Maddie McCann hätte das Auswirkungen. Sollte Christian B. vom EuGH Recht bekommen, könnte ihm in Deutschland womöglich nicht der Prozess gemacht werden.

Mittwoch, 5. August

15.45 Uhr: Christian B. zieht Antrag auf vorzeitige Haftentlassung in Braunschweig zurück

Christian B. hat den Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zurückgezogen. Er war 2011 für eine Straftat verurteilt worden und hatte inzwischen zwei Drittel der Strafe verbüßt. Sein Anwalt hatte einen entsprechenden Antrag am 30. Juli gestellt. Nun teilte das Landgericht Braunschweig mit: B. habe seine "Einwilligung auf Entlassung zum sogenannten 2/3-Termin zurückgenommen und mitgeteilt, seine Freiheitsstrafe zunächst weiter verbüßen zu wollen".

Beim Landgericht Kiel ist dafür ein neuer Antrag zur Aussetzung des Strafrestes eingegangen. Dort wird nun der Antrag geprüft.

11.15 Uhr: Hat Christian B. versucht, sich in Portugal auch anderen Kindern zu nähern?

Das berichtet zumindest die britische "Sun" und zieht als Zeugen dafür einen Vater aus Portugal heran. Er habe im Jahr 2007 in einer Kleinstadt einige Kilometer von Praia da Luz, wo Maddie verschwand, Christian B. auf einem Spielplatz dabei erwischt, wie er sich vor seiner Tochter entblößt habe. Sie habe gemeinsam mit drei weitere Kindern im Alter zwischen acht und zwölf auf dem Spielplatz gespielt.

Der Vater soll B. anschließend in den Schwitzkasten genommen haben und die Polizei gerufen haben. Wie die "Sun" berichtet, sei der Vorfall jedoch nie vor Gericht gelandet, die Akte archiviert worden. Der Vater habe B. nach der Veröffentlichung des Bildes im Zusammenhang mit dem Fall von Maddie McCann wiederekannt.

10.00 Uhr: Ermittler schließen Zusammenhang zu Mordfall von Claudia Ruf aus

Der im Fall von Maddie McCann als Verdächtiger gehandelte Christian B. (43) wurde zwischenzeitlich auch mit dem ungelösten Mordfall von Claudia Ruf in Verbindung gebracht. Die damals Elfjährige war 1996 in Grevenbroich entführt und wenig später getötet worden. Wie die "Bild" berichtet, ist dieser Verdacht wohl nun ausgeräumt.

„Nach der Abgleichung der ermittelten Informationen lässt sich sagen, dass Christian B. zur Tatzeit im Fall von Claudia Ruf nicht in Grevenbroich war“, so ein Polizeisprecher gegenüber "Bild". Auch ein DNA-Abgleich soll negativ ausgefallen sein.

Freitag, 31. Juli

10.56 Uhr: Belastendes Video aufgetaucht – es zeigt Christian B....

Nun ist ein Video aufgetaucht, das den Hauptverdächtigen Christian B. mit einem alten VW-Bulli zeigt. Eben einem solchen markanten weißen und gelben T3 Westfalia, der bereits zuvor mit dem Verdächtigen in Verbindung gebracht wurde.

In dem Video ist zu sehen, wie Christian B. lachend und witzelnd in dem Bulli sitzt und drei junge deutsche Reisende auf ihrem Weg von Portugal nach Spanien mitnimmt.

Aufgenommen wurde das Video am 30. März 2007, also nur rund fünf Wochen bevor Maddie verschwand. Das Video liegt dem englischen Portal „Mail-Online“ vor. Zugespielt wurde dieses scheinbar von einem der drei deutschen Jugendlichen. Thomas, wie der Mann im Film ausschließlich genannt wird, erklärt gegenüber dem Portal: „Es ist beängstigend zu wissen, dass er ein Vergewaltiger war, der Kinder ins Visier nahm. Wir ahnten nicht, dass er so ein Monster war. Er wirkte wie jeder andere gewöhnliche junge Mann. Er war fröhlich und scherzte viel und freute sich uns mitzunehmen.“

7.02 Uhr: Nachbar aus Kleingartenanlage packt aus

Jürgen Krumstroh, der Vorsitzende des Gartenvereins in Braunschweig, spricht gegenüber der „Bild“ über Christian B. In jener Kleingartenanlage war Christian B. Pächter einer Parzelle. Und die ist nun in den Fokus der Polizei gerückt. „Er war eigentlich unauffällig. Ein, zwei Mal hat er auch ein Bier mitgetrunken. Aber sein Abgang war seltsam. Er gab mir morgens die Kündigung und dann war er weg“, berichtet Krumstroh

Der Vorsitzende rechnet damit, dass die Polizei jetzt auch im Gartenverein Kennelblick ermittelt. „Hoffentlich findet die Polizei bald etwas, um ihn zu überführen.“

Er beschreibt den Verdächtigen als unauffällig, immer freundlich. Er habe seine Gartenarbeit gemacht. „Ich war geschockt, als ich bei der neuen Fahndung nach Maddie im Frühjahr auf einmal sein Bild gesehen habe“, so Krumstroh, dessen Kleingarten an den von B. grenzte, in der „Bild“.

Die Parzelle von Christian B. in Braunschweig soll noch nicht untersucht worden sein, berichtet die „Bild“.

Donnerstag, 30. Juli

15.32 Uhr: Verdächtiger Christian B. stellt Antrag auf vorzeitige Haftentlassung

Der Verdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B., hat nun doch einen Antrag auf eine vorzeitige Haftentlassung gestellt, wie sein Anwalt der dpa bestätigte. Nun sei aber das Landgericht Kiel und nicht wie bei dem von dem Verdächtigen vor zwei Tagen zurückgezogenen Antrag, das Landgericht Braunschweig zuständig.

Momentan sitzt Christian B. in Kiel eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels ab. Am 7. Januar 2021 soll er freikommen - wird dem Antrag stattgegeben, so könnte er ein halbes Jahr vorher freikommen.

Der 43-Jährige hatte zuvor über seinen Anwalt erklärt, das Vertrauen in die Braunschweiger Justiz verloren zu haben, nachdem das dortige Landgericht ihn seiner Auffassung nach zu Unrecht wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin verurteilt hatte. Nachdem der Bundesgerichtshof aber das Landgericht Braunschweig in der Frage der Haftentlassung für zuständig erklärt hatte, hatte der Verdächtige seinen Antrag zurückgezogen.

13.54 Uhr: Medienbericht: Rückt zweiter Kleingarten in den Fokus der Ermittler?

Am Dienstag und Mittwoch hat die Polizei Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover durchgeführt. Der Einsatz stand im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den verdächtigen Christian B. Nun führt eine weitere Spur zu einem anderen Kleingarten Gelände. Diesmal ist dieser in Braunschweig, berichtet die „Bild“.

Hier hatte der Verdächtige Christian B. von Oktober 2013 bis April 2016 ebenfalls einen Kleingarten angemietet.

29. Juli, 20 Uhr: Polizei erklärt Buddel-Aktion für beendet

Die Polizeiaktion in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover ist beendet. Ob etwas gefunden wurde, blieb zunächst unklar. Zwei Tage lang hatten Polizisten auf dem Grundstück die Erde mit Spaten und Harken durchkämmt. Auch ein Bagger, eine Mini-Raupe und eine Drohne kamen zum Einsatz. Am Mittwochabend hat ein Polizist am Ort laut der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt, dass die Aktion beendet sei. Daraufhin wurden auch die Sichtschutzwände zur Straße abgebaut.

17.55 Uhr: „Bild“: BKA verhängt Flugverbot über Maddie-Suchgebiet

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat bei den Grabungen im Fall Maddie in Hannover den Luftraum über dem Suchgebiet in der Kleingartenanlage für Drohnen und Hubschrauber gesperrt. Das habe die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber „Bild“ bestätigt.

13.35 Uhr: Maddie McCann: Polizisten buddeln in Garten und machen unglaublichen Fund

Die Polizisten haben am Mittwoch bei den Grabungen im Kleingarten einen Kellerraum entdeckt, das berichtet die „Bild“. Der könnte zu einem ehemaligen Gartenhaus gehören, das dort einmal stand. Darüber ob oder was die Ermittler dort fanden, ja sogar über den Fund selbst, schweigen die Ermittler.

Jede Mulde abgetragener Erde werde mit Spaten und Hacke genau durchsucht.

2007 sei der Tatverdächtige dort eingezogen – das Jahr, indem Maddie aus der Ferienwohnung verschwand. Während dieser Zeit soll er sich nicht bei den Behörden angemeldet haben, niemand habe von ihm gewusst. Das berichtet ein Nachbar der „Daily Mail“.

Etwa ein Jahr später habe er den Kleingarten wieder abgegeben, 2008 wurde der Schuppen dann abgerissen. Laut Nachbar sollten dort noch Fundamente zu finden sein.

Um die Parzelle habe sich der Tatverdächtige nicht gerade liebevoll gekümmert. „Er saß den ganzen Tag rum und trank Bier“, zitiert die „Daily Mail“ den Nachbarn (73).

28. Juli, 11.18 Uhr: Polizei durchsucht Kleingarten in Hannover

Die Polizei hat mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover begonnen. Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den verdächtigen Christian B., sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstag.

Handelt es sich dabei nun um eine neue Spur? Was in dem Kleingarten gesucht werde, sagte sie nicht. Über den Polizeieinsatz, bei dem auch ein Mini-Bagger benutzt wurde, hatte zuerst die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Der in Kiel inhaftierte 43-Jährige steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Britin Maddie aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben.

26. Juli, 9.55 Uhr: Frau will Maddie gesehen haben - sie sprach Deutsch

Die pensionierte Lehrerin Maria aus Portugal will Maddie McCann in einem Supermarkt erkannt haben. Sie soll Deutsch gesprochen haben. Das sagte die Frau in einem Interview mit der Investigativ-Journalistin Sandra Felgueiras in der TV-Sendung „Sexta as 9“ im portugiesischen Fernsehen.

Marie will Maddie vor drei oder vier Jahren in einem Supermarkt in Albufeira, rund 45 Autominuten von Praia da Luz entfernt, gesehen haben. Was die Frau so sicher macht, ist ein sogenanntes Kolobom, eine angeborene Spaltbildung im Bereich des rechten Auges. „Da war ein Mädchen rechts neben mir, dass mit einem anderen Deutsch sprach. Als ich in ihre Augen schaute, war ich mir sicher, was ich sah.“

Das beschriebene Mädchen soll damals 13 oder 14 Jahre alt gewesen sein, was auf Maddie zutreffen könnte. Die Britin wäre heute 17. „Leider realisierte ich erst einige Sekunden, nach dem sie den Supermarkt verlassen hatten, wem ich das Gesicht zu ordnen konnte“, berichtete Maria.

Die pensionierte Lehrerin ist darüber hinaus überzeugt, dass sie auch den gelb-weißen Camper von Christian B. in der Nähe des Supermarktes gesehen habe. „Ich kann nicht mehr mehr genau sagen wann, aber ich erinnere mich, ihn gesehen zu haben.“ Die Frau sagte im portugiesischen TV, dass sie damals ihre Beobachtung nicht der Polizei mitgeteilt habe, die Polizei und den McCann-Anwalt Rogerio Alves erst nach den neuen Enthüllungen zu Christian B. kontaktiert habe.

Seit dem Verschwinden von Madeleine gab es fast 9.000 vermeintliche Sichtungen in 101 Ländern, darunter in Marokko, Kanada und Neuseeland.

23. Juli, 20.45 Uhr: Führt Spur in niederländischem Vermisstenfall zu Christian B.?

Am Strand der niederländischen Stadt Monster, südlich von Den Haag, verschwand 1995 der damals siebenjährige Jaïr S.. Von dem Jungen fehlt bis heute jede Spur. Jetzt vermutet die Polizei in Den Haag eine Verbindung zu Christian B. >>> hier mehr Infos

Samstag, 11. Juli:

17.30 Uhr: Neue Suchmaßnahmen in Portugal

Die portugiesische Polizei soll „fundamentale Beweisstücke“ entdeckt haben und deshalb in der Ortschaft Vila do Bispo mehrere Brunnen durchsuchen. >>> Hier liest du die Details.

Mittwoch, 24. Juni:

10.36 Uhr: Experte überzeugt: Diese Beweise könnten Christian B. überführen?

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist überzeugt, dass Maddie McCann tot ist. Christian B. ist tatverdächtig. Doch unklar ist, welche Beweise die Ermittler gegen den Verdächtigen in der Hand haben. Der spanische Kriminologe Heriberto Janosch González glaubt: „Ich kann mir vorstellen, dass die Indizien, die die Staatsanwaltschaft hat, Geständnisse aus zweiter Hand sind. Also von Leuten, die ein enges Verhältnis mit dem Verdächtigen hatten, vielleicht auch Straftäter wie er, die einen forensischen Beweis gesehen haben“. Das könnten Fotos, Videos oder sogar ein toter Körper von Madeleine selbst sein, glaubt der Kriminolge.

>>> Welche Rolle auch DNA-Proben bei der Lösung des Falles spielen könnten, erfährst du hier.

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3. Juni, 20.40 Uhr: 13 Jahre nach Maddies Verschwinden – 43-jähriger deutscher Sexualstraftäter unter Mordverdacht

Eine neue Spur! In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hat BKA-Ermittler Christian Hoppe verraten: Rund 13 Jahre nach Maddies Verschwinden ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig nun gegen einen 43 Jahre alten Deutschen. Christian B., der bereits mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft sei, steht unter Verdacht, die dreijährige Maddie McCann ermordet zu haben. Er verbüßt derzeit in anderer Sache eine längere Haftstrafe, teilte das BKA in Wiesbaden mit.

Der nun Beschuldigte habe zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz.

>>> hier unsere bisherige Berichterstattung.