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Edeka: Kunde will Pfandbon einlösen - was er an der Kasse hört, macht ihn sprachlos

Ein Edeka-Kunde in NRW wollte seinen alten Pfandbon einlösen. Das wurde ihm verwehrt.
Ein Edeka-Kunde in NRW wollte seinen alten Pfandbon einlösen. Das wurde ihm verwehrt.
Foto: dpa/privat; Montage: DER WESTEN

Können Pfandbons eigentlich verfallen?

Genau mit dieser Frage musste sich ein Edeka-Kunde in NRW in den letzten Wochen beschäftigen. Dennis Earley hatte im April bei einem Edeka-Markt in Castrop-Rauxel (NRW) Pfand-Flaschen in Höhe von 6,20 Euro abgegeben. Den fälligen Pfandbon hatte er nicht sofort an der Kasse eingelöst.

Edeka in NRW: Kunde will Pfandbon abgeben, an der Kasse erlebt er die Überraschung

Am 22. Juli wollte er den Bon gemeinsam mit einem frischen Pfandbon im gleichen Edeka-Markt im Stadtteil Henrichenburg einlösen. Doch was er an der Kasse zu hören bekam, machte ihn sprachlos.

„Die Bons wurden an der Kasse gescannt und der Barcode abgekreuzt. Kurz darauf fiel der Kassiererin auf, dass der Betrag nicht stimmen kann“, erzählt Earley gegenüber dieser Redaktion. „Sie schaute auf das Datum und sagte mir, dass der eine Bon bereits abgelaufen wäre.“

Die Kassiererin habe auf einen Aushang am Pfandautomat verwiesen, wonach der Bon innerhalb einer Woche einzulösen sei. Aus Kulanz würden sie jedoch auch noch nach einem Monat angenommen.

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Auch das Gespräch mit der Stellvertreterenden Fililalleiterin brachte kein anderes Ergebnis. Jetzt wollte es Earley genau wissen. Und bei der anschließenden Recherche stieß er auf einen DER WESTEN-Artikel, der mit diesem Irrtum aufräumt.

+++ Können Pfandbons verfallen? - 15 Supermarkt-Irrtümer +++

Darin wird erklärt, dass für Pfandbons die allgemeinen Verjährungsfristen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§195 BGB) gelten. Das heißt: Als Kunde hat man drei Jahre lang einen Anspruch darauf, dass einem der Pfandbetrag ausgezahlt wird.

Auch am nächsten Tag das gleiche Ergebnis

Mit dieser Information ausgestattet, versuchte Earley am folgenden Tag erneut sein Glück. Mit dem Artikel konfrontiert, sei die Fillalleitung unter Druck geraten. „Sie kam dann ein wenig ins Straucheln und sagte, dass der Bon bereits entwertet/abgekreuzt sei. Woraufhin ich Ihr den Vorgang vom Vortag schilderte. Mit dem Verweis, dass an den Kassen sicherlich Kameras sind, die meine Aussage belegen können.“ Auch daraufhin kein Einlenken. „Da die Situation festgefahren erschien, bin ich dann gegangen“, erzählt der Edeka-Kunde.

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Das ist Edeka:

  • Edeka wurde 1907 in Leipzig gegründet
  • Der Name Edeka ist eine Abkürzung für „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“
  • Edeka hat 381.000 Mitarbeiter (Stand 2019)
  • Im Jahr 2019 betrug der Umsatz von Edeka 55,7 Milliarden Euro

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Edeka stellt klar: „Pfandbons verfallen nicht“

Wir haben bei Edeka Rhein-Ruhr nachgefragt. Dort heißt es deutlich: „Pfandbons verfallen bei EDEKA Rhein-Ruhr nicht.“ Unternehmenssprecherin Kerstin Holla erklärt: „Unsere Märkte akzeptieren auch ältere Pfandbons. Wieso EDEKA Lüdtke in Castrop-Rauxel den Pfandbon vom 14. April 2020 nicht angenommen hat, können wir leider nicht nachvollziehen.“

Man wolle die Hintergründe mit dem Markt besprechen und dem Kunden das Pfandgeld nachträglich auszahlen.