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Bahn: De Maizière fordert kostenlose Bahn-Fahrten – für alle, die DAS tragen

Politiker fordert freie Bahn-Fahrten am Tag der Deutschen Einheit. Allerdings nur, wenn die Menschen DAS bei sich tragen.
Politiker fordert freie Bahn-Fahrten am Tag der Deutschen Einheit. Allerdings nur, wenn die Menschen DAS bei sich tragen.
Foto: imago images / Hartenfelser

Für den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober fordert der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) freie Fahrt in Bus und Bahn. Zumindest, für alle, die sich auf eine ganz besondere Art und Weise kleiden.

Die Idee: Wer in Schwarz-Rot-Gold unterwegs ist, darf umsonst Bahn fahren. Und ein Museumsbesuch soll auch noch drin sein. Doch die Idee kommt nicht überall gut an.

Bahn: Freie Fahrt in Schwarz-Rot-Gelb

Mit der Aktion wolle De Maizière nach eigenen Worten die Nationalfarben zurück in die „Mitte der Gesellschaft“ holen. In den vergangenen Wochen ist eine bundesweite Diskussion entstanden, nachdem auf rechten Corona-Demonstrationen Reichskriegsflaggen geschwenkt wurden – auch auf den Treppen des Berliner Reichstags.

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Das ist die Deutsche Bahn:

  • die Deutsche Bahn AG wurde am 1. Januar 1994 gegründet
  • entstand aus der Fusion der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR
  • beschäftigt rund 323.944 Mitarbeiter (Stand: Dezember 2019)
  • beförderte im Jahr 2017 rund 142,2 Millionen Passagiere im Fernverkehr, im Nahverkehr über 2,4 Millionen Reisende
  • Umsatz 2019: 44,4 Milliarden Euro
  • Vorstandsvorsitzender ist Richard Lutz

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Nicht nur Reichskriegsflaggen, sondern auch Deutschlandflaggen wehten dabei auf den Corona-Demos. Und genau das ist für den Politiker Stein des Anstoßes .Während einige Amtsträger ein Verbot der Schwarz-Rot-Weißen Flaggen fordern, verkündet De Maizière stattdessen seine ganz eigene Idee: Die „Nationalfarben zurückholen“.

„Schwarz-Rot-Gold ist die Farbe der Freiheit und auch der Deutschen Einheit gewesen. Dass sich Reichsbürger dieser Flagge bemächtigen und nicht nur der Reichskriegsflagge, das dürfen wir ihnen nicht durchgehen lassen“, sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio.

Vorschlag erhält wenig Zuspruch

Wer sich am Tag der deutschen Einheit mit den Nationalfarben zeigt, solle durch freie Fahrten und Eintritt belohnt werden. Es klingt schon fast ein bisschen skurril: Kommt es am Ende zur Fan-Meile im Museum?

Wohl eher nicht. Zwar ist De Maizière noch Mitglied des Bundestags, einen Ministerposten bekleidet der 66-Jährige bereits seit 2018 nicht mehr. Auch im Netz wird der Vorschlag eher belächelt.

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Im „Deutschlandfunk“ kommentiert die Journalistin Anna Sauerbrey: „Um die Reichsbürger zu ärgern würde ich eine ganze Menge machen, von mir aus auch Schwarz-Rot-Gold auf die Wangen malen. Ich fürchte nur, das würde nicht funktionieren.“ Schließlich gelte die Farbkombination in der rechten Szene nicht als Bezugssymbol. (dav)