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Donald Trump desaströs in TV-Talkshow– Moderatorin fasst es nicht: „Sie sind doch nicht der verrückte Onkel!“

US-Präsident Donald Trump beantwortet in der NBC-Sendung Bürgerfragen.
US-Präsident Donald Trump beantwortet in der NBC-Sendung Bürgerfragen.
Foto: Screenshot NBC

Es steht schlecht für Donald Trump: Seine Coronavirus-Erkrankung hat er zwar überstanden, in den Umfragen zur US-Wahl liegt er aber weit hinter Joe Biden zurück.

Am Donnerstag sollte eine Town-Hall-Sendung beim TV-Sender NBC die Wende bringen. Donald Trump beantwortete Bürgerfragen in Miami (Florida) live im Fernsehen – gab jedoch keine gute Figur ab.

Donald Trump gerät bei Frage zu Corona-Infektion völlig ins Schwimmen

Bereits zu Beginn der Sendung leistet sich Trump den ersten Patzer. Moderatorin Savannah Guthrie will von ihm wissen, wann er erstmals positiv auf das Coronavirus getestet wurde und ob es am Tag des ersten TV-Duell gegen Joe Biden getestet wurde. Öffentlich gab das Weiße Haus den positiven Test erst zwei Tage später bekannt.

„Ich weiß es nicht. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern“, behauptet Trump und verweist auf seien Arzt. Er sei ständig getestet worden. Als Guthie weiter nachbohrt, sagt Trump: „Naja, wahrscheinlich schon.“ Damit bleibt weiter rätselhaft, wann und wo Donald Trump sich angesteckt hat.

Donald Trump in NBC-Sendung: Er teilt wilde Verschwörungstheorie über Obama

Richtig peinlich wird es, als Moderatorin Guthie von Trump wissen will, wieso der auf seinem Twitter-Kanal eine Verschwörungstheorie geteilt hat, wonach Terror-Anführer Osama bin Laden noch am Leben sei. Sein Vorgänger Barack Obama habe demnach nicht bin Laden, sondern einen Doppelgänger ausgeschaltet. Ebenso wie die US-Soldaten, die an der Militäroperation beteiligt waren, um alles zu vertuschen.

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Trump redet sich heraus: „Das war ein Retweet. Das war die Meinung von irgendjemandem. Die Menschen sollen selbst entscheiden.“ Guthie wirkt fassungslos und muss ihn an sein Amt erinnern: „Sie sind der Präsident! Sie sind doch nicht ein verrückter Onkel von jemanden, der einfach irgendwas retweeten kann.“

Donald Trump in Town Hall über QAnon: „Dem stimme ich zu“

Völlig wild wird es auch, als es um eine andere Verschwörungstheorie geht, nämlich QAnon, von der sich Trump auch in der NBC-Sendung nicht distanzieren will – im Gegenteil. Trump sagte: „Lassen Sie mich Ihnen nur sagen, was ich darüber höre, ist, dass sie sehr entschieden gegen Pädophilie sind, und dem stimme ich zu.“

Zur Erinnerung: Eine zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass Politiker der Demokratischen Partei sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von misshandelten Kindern gewonnen würden.

Donald Trump verplappert sich, als es um seine gigantischen Schulden geht

Zudem verplappert sich Donald Trump noch, als er auf Medienberichte angesprochen wurde, wonach er 421 Millionen Dollar Schulden habe. Zuerst prahlt er: „400 Millionen Dollar sind Peanuts, das ist nur ein kleiner Teil meines Vermögens.“ Dann sagt er, dass er „vermutlich“ schon einer ausländischen Bank oder Organisation Geld schulde. Bisher hatte das das Trump-Unternehmen immer verneint.

Joe Biden in ABC-Parallelsendung: „Könnte bedeuten, dass ich ein mieser Kandidat war“

Auf ABC war gleichzeitig zu Trump sein Herausforderer Joe Biden ebenfalls in einer Town-Hall-Befragung. Auf die Frage, was eine mögliche Niederlage Bidens zum Zustand der USA aussagen könnte, entgegnete Biden: „Nun, es könnte bedeuten, dass ich ein mieser Kandidat war und ich keinen guten Job gemacht habe.“ Er hoffe nicht, dass es bedeute, dass die Menschen in ethnischen und religiösen Fragen so im Konflikt miteinander stünden, wie US-Präsident Donald Trump es wolle.