Welt 

Maddie McCann: Christian B. zieht um – das bringt den Ermittlern jetzt diesen Vorteil

Maddie McCann: Das ist ihre Familie

2007 verschwindet die kleine Maddie McCann in Portugal. Für ihre Familie beginnt ein Albtraum.

Beschreibung anzeigen

Wolfenbüttel statt Kiel - Christian B., Verdächtiger im Fall Maddie McCann, zieht in ein anderes Gefängnis um.

Wie „Bild“ berichtet, soll der 43-Jährige schon im Laufe des Montags verlegt worden sein. Hans Christian Wolters, leitender Staatsanwalt im Fall Maddie McCann, konnte das im Gespräch mit dieser Redaktion nicht bestätigen.

Maddie McCann: Verdächtiger Christian B. zieht in anderes Gefängnis um

„Ich kann bestätigen, dass der Beschuldigte Christian B. nach Niedersachsen verlegt werden wird. Wann genau dies geschieht, vermag ich nicht zu sagen. Üblicherweise teilen wir die genauen Haftanstalten, in denen die Beschuldigten inhaftiert werden, nicht mit. Wolfenbüttel ist aber die übliche JVA, wenn es um die Vollstreckung von Verurteilungen aus dem hiesigen Bezirk geht“, so der Braunschweiger Staatsanwalt über den Verdächtigen im Fall Maddie McCann.

Zum Hintergrund der Verlegung erklärt Wolters: „Strafvollzug kostet Geld - und diese Kosten trägt das jeweilige Land, in dem die Verurteilung erfolgt ist.“

Der Verdächtige im Fall Maddie McCann war im Dezember 2019 am Landgericht Braunschweig zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Mitte November hatte der Bundesgerichtshof die Revision zum Vergewaltigungsurteil verworfen.

Damit bleibt Christian B. für eine längere Zeit in Haft. Seine Strafe wegen Drogendelikte ist am 7. Januar 2021 abgesessen.

----------

Mehr zum Fall Maddie McCann:

----------

JVA Wolfenbüttel diente als Hinrichtungsstätte in NS-Zeit

In der JVA Wolfenbüttel wurden von 1937 bis 1945 mehr als 700 Menschen durch Strang oder Guillotine hingerichtet. Heute erinnert eine Dauerausstellung an die Opfer der NS-Zeit.

In der JVA gibt es 397 Haftplätze, darunter auch sechs Plätze in einer Sicherheitsstation.

Die JVA ist für den Maddie-Verdächtigen keine Unbekannte. Hier saß Christian B. bereits einmal ein. Wolfenbüttel liegt nur 20 Minuten mit dem Auto von Braunschweig, wo die Staatsanwaltschaft gegen Christian B. ermittelt. Die Wege für die Ermittler sind also deutlich kürzer.

-----------------

Der Fall Maddie McCann:

  • Madeleine Beth McCann, genannt Maddie (3), verschwand am 3. Mai 2007
  • Zuletzt sahen sie ihre Eltern sie in ihrer Ferienwohnung in Portugal
  • Als Maddie McCann verschwand, waren ihre Eltern mit Freunden essen
  • Der einzige Hinweis: ein geöffnetes Fenster
  • Nach 14 Monaten stellte die portugiesische Polizei die Ermittlungen zu dem britischen Mädchen ein
  • Am 12. Mai hätte Maddie McCann ihren 17. Geburtstag gefeiert

-----------------

Doch Staatsanwalt Wolters betont, dass Vernehmungen des Verdächtigen ohnehin erst am Ende der Ermittlungen auf dem Plan stünden, denn in diesem Fall müssten die Ermittler Akteneinsicht gewähren – das sei bislang nicht geschehen.

Über 1000 Hinweise im Fall Maddie McCann

„Es ist etwas anderes, wenn ein Verdächtiger auf freiem Fuß ist. In unserem Fall haben wir durch die Haftsituation mehr Zeit, da erst nach drei Jahren eine mögliche vorzeitige Entlassung geprüft wird“, so Wolters.

Bei über 1000 eingegangenen Hinweisen bleibt noch einiges an Arbeit für die Ermittler. „Wir haben nach wie vor Spuren und Ermittlungsansätze, die wir abarbeiten“, so der Staatsanwalt gegenüber dieser Redaktion. (ms)