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Edeka in Bayern: 48-Jährige geht ohne Maske in Supermarkt – jetzt steht sie vor Gericht: „Das ist eine Farce!“

Eine Edeka-Kundin muss sich vor Gericht verantworten, weil sie ohne Maske einkaufen wollte. (Symbolbild)
Eine Edeka-Kundin muss sich vor Gericht verantworten, weil sie ohne Maske einkaufen wollte. (Symbolbild)
Foto: imago images / Sven Simon

Murnau. Eine Frau kauft bei Edeka in Murnau (Bayern) ohne Maske ein. Weil sie damit gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen hat, muss sie sich vor Gericht verantworten.

Was eigentlich eine Bagatelle ist, sorgt jetzt laut dem „Münchner Merkur“ nicht nur unter den Edeka-Kunden in Murnau für Aufruhr, sondern auch über die Grenzen von Bayern hinaus.

Edeka: Dieses Verhalten einer Kundin sorgt jetzt vor Gericht für Aufruhr

So viele Zuschauer wie beim Verfahren gegen die Edeka-Kundin habe er am Amtsgericht in Garmisch-Patenkirchen noch nie gesehen, sagte der Richter während der Urteilsverkündung – und das wegen einer Frau ohne Maske.

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Das ist Edeka:

  • Edeka wurde 1907 in Leipzig gegründet
  • Edeka steht für Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler
  • Der Hauptsitz von Edeka ist in Hamburg
  • 376.000 Menschen arbeiten bei Edeka (Stand 2018)

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Für den Andrang bei gerade in Fall gebe es einen speziellen Grund: Murnau habe sich zu einer Art Zentrum für Pandemie-Gegner entwickelt. Auch am Gericht erschienen mehrere Menschen demonstrativ ohne Mund-Nasen-Bedeckung.

Möglicherweise haben sie, genau wie die Angeklagte, im Juni an einer Demonstration teilgenommen, bei der es um eine „andere Aufklärung der Corona-Lage“ ging.

Nach eben dieser Demo sei die Frau zu Edeka gegangen – ohne eine Maske aufzusetzen. Aus gesundheitlichen Gründen sei sie vom Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung befreit. Dem Marktleiter habe sie eine Bestätigung ihres Arztes vorzeigen wollen.

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Der habe sich dafür nicht interessiert und die Frau trotzdem des Geschäfts verwiesen. Der Aufforderung sei die Kundin laut eigener Aussage rund 30 Sekunden später nachgekommen.

Weswegen sie sich nun dennoch vor Gericht behaupten müsse, sei unverständlich: „Was mache ich hier? Das ist eine Farce!“

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Edeka: Filialleiter greift hart durch

Der Filialleiter gibt an, sich nur nur noch Bruchstückhaft an den Vorfall aus dem Juni erinnern zu können. Weitere Kunden sollen sich in die Diskussion eingemischt haben, doch bevor die Situation ausufern konnte, erteilte er der Frau Hausverbot.

Ihr Attest habe er nicht anerkennen wollen, weil er sich dem Infektionsschutz verpflichtet fühlt: „Ich habe das Hausrecht.“

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Auch auf eine gütliche Einigung mit dem Anwalt der Angeklagten habe sich der Filialleiter an diesem Tag nicht einlassen wollen.

Der Richter entschied daher, dass hier der Tatbestand des Hausfriedensbruchs vorliege und verpflichtete die Frau laut dem „Münchner Merkur“ zu einer Geldstrafe von 750 Euro.

Der Anwalt der Edeka-Kundin kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. (vh)