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Corona: Karl Lauterbach mit düsterer Prognose für die nächsten Jahre: „Viele Mutationen, die noch kommen können“

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Corona hat Deutschland auch über Ostern fest im Griff gehabt. Die Forderungen nach einem Lockdown werden lauter.

Corona in Deutschland: Kommt der harte Lockdown?

Angela Merkel soll laut Medienbericht einen noch härteren Lockdown-Kurs fahren wollen, auch Armin Laschet plädiert für einen sogenannten „Brücken-Lockdown“. Das und vieles mehr liest du in unserem Corona-Blog.

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Mittwoch, 7. April

22.08 Uhr: Italien impft Astrazeneca nur noch an Ü-60-Patienten

Auch Italien ändert seine Impfrichtlinien und empfiehlt das Präparat von Astrazeneca jetzt für Menschen über 60 Jahre. Das gab der Präsident des obersten Gesundheitsinstituts (CTS),
Franco Locatelli, am Mittwochabend in Rom bekannt. Er und andere Experten des Gesundheitsministeriums betonten, dass der Impfstoff in Italien weiter als ein sehr gutes Mittel eingestuft werde. Aufgrund von sehr seltenen Vorkommnissen von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Präparat habe Gesundheitsminister Roberto Speranza sich aber für die „bevorzugte Verwendung“ von Astrazeneca-Dosen bei Menschen über 60 Jahre entschieden.

20:48 Uhr: Lauterbach schon seit gestern mit Astrazeneca geimpft

Nach dem Hin- und Her mit den Empfehlungen der Europäischen Impfkommission und den britischen Behörden war Astrazeneca eines DER Themen des Tages. Die Bedenken gegen den Impfstoff wurden nicht kleiner. Karl Lauterbach will nun für mehr Vertrauen in den Impfstoff sorgen.

Dazu postete er auf Twitter ein Bild, welches zeigt, wie sich der 58-Jährige bei seiner Arbeit am Dienstag im Impfzentrum in Leverkusen, dort liegt auch lauterbachs Wahlkreis, hat impfen lassen. Dazu schrieb er auf Twitter: "Wahr ist: es ist ein hochwirksamer Impfstoff, schwere Nebenwirkungen sind sehr rar." Auch er habe den Impfstoff in Leverkusen verimpft. "Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen", ergänzte Lauterbach.

19:05 Uhr: Karl Lauterbach mit düsterer Prognose: „Noch sehr viele Mutationen, die noch kommen können“

In einer Frage-Antwort-Runde hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf dem Instagram-Account den Fragen der Menschen gestellt und dabei über Astrazeneca, Mutationen und die zukünftige Strategie gesprochen.

Lauterbach verteidigte dabei den Astrazeneca Impfstoff. „Den Impfstoff nicht zu benutzen wäre komplett töricht“, da die Folgen einer Coronaerkrankung deutlich schwerwiegender seien. Die Wahrscheinlichkeiten für schwerste Nebenwirkungen oder Tod bezifferte der Politiker bei Corona rund 1000-Mal höher als bei dem Impfstoff. Er könne jedoch die Unsicherheit nachvollziehen, vor allem bei denen, die bereits als unter 60-Jährige eine erste Astrazeneca-Impfung erhalten hatten, bei der Zweitimpfung nun aber möglicherweise einen anderen Stoff erhalten sollen.

Lauterbach dazu: Es sei „plausibel“, dass das gute Strategie sei, aber „man weiß es nicht“. Problematisch sei häufig die Erstimpfung gewesen, weniger die zweite Impfdosis. Aktuell würde der Einsatz eines anderen Impfstoffes als Zweitimpfung in einer Studie getestet. Ein Ergebnis erwartet Lauterbach in etwa zwei bis drei Wochen. Wer Zweifel habe, solle die Studie abwarten.

Widerspruch gab es jedoch bei der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, sich als Schwangere nicht impfen zu lassen: „Ich sehe das anders“, sagte Lauterbach und ergänzte: „Ich persönlich würde wahrscheinlich zur Impfung raten“.

In Zukunft müssten wir uns jedoch immer wieder auf „Impfwellen“ gegen das Coronavirus einstellen, das nicht so schnell verschwinden werde. „Im Labor zeigen sich noch sehr viele Mutationen, die da noch kommen können“ und für die man bislang keinen Impfstoff habe. Zur Senkung der aktuellen Zahlen brachte Lauterbach eine Ausgangssperre ab 20 Uhr sowie Testpflicht in Schulen und Betrieben ins Gespräch.

18:45 Uhr: Medienbericht legt nahe: Merkel könnte Länderchefs im Notfall übergehen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich stets für harte Maßnahmen zur Bekämfpung des Coronavirus aus. Zu hart, wenn man einige Ministerpräsidenten fragt. Nun deutet ein Bericht der "Bild" an: Die Kanzlerin könnte die Länderchefs übergehen wollen und bundesweit einen harten Lockdown durchsetzen.

Konkret geht es laut "Bild" um eine Änderung des infektionsschutzgesetzes. Diese Änderung, die mit bundesweiten und schärferen Maßnahmen einherginge, könnte dann im Bundestag beschlossen werden. Die Kanzlerin habe dafür bereits erste Vorkehrungen getroffen.

So habe sich die Kanzlerin bereits mit verschiedenen Unionspolitikern beraten, wie diese Änderung konkret aussehen könnte. Durch die Verabschiedung des Gesetzes könnte enormer Druck auf die Ministerpräsidenten ausgeübt werden - oder sie sogar komplett übergangen werden.

18.03 Uhr: Testpflicht für Geimpfte vor dem Aus? Ministerium mit eindeutiger Empfehlung

Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, soll künftig voraussichtlich im Alltag und bei Reisen weitgehend auf Corona-Tests verzichten können. Personen mit vollständigem Impfschutz könnten so behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives Testergebnis verfügten, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums. Das Ministerium stellte die Empfehlungen am Mittwoch den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder vor. Das Thema solle bei der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche auf der Tagesordnung stehen, hieß es.

Den Empfehlungen zufolge soll bei Flugreisen aus dem Ausland alternativ zum derzeit verlangten negativen Testergebnis auch ein Nachweis vorgelegt werden können, dass man mindestens 14 Tage vorher die Gabe der zweiten Impfdosis mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff erhalten hat. Auch bei Reisen aus Risiko- oder Hochinzidenzgebieten soll die Testpflicht der Empfehlung gemäß für entsprechend Geimpfte entfallen. Bei der Einreise aus Virusvariantengebieten soll es hingegen bei der Testpflicht bleiben, da bei manchen Varianten der Impfschutz kleiner ist.

17:20 Uhr: Der Norden öffnet - niedrige Inzidenz in Schleswig-Holstein macht es möglich

Die Außengastronomie kann in Schleswig-Holstein wie von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angekündigt ab nächstem Montag öffnen. Dies habe die Landesregierung bestätigt, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Gekoppelt sei dies an strenge Auflagen. Die Öffnungsmöglichkeit besteht in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stabil unter 100 liegt. Zum Dienstagabend war das mit Ausnahme des Kreises Segeberg überall so.

Die Inzidenz im Land liege seit knapp drei Monaten unter 100 und aktuell bei 62, sagte Günther. Dies mache es möglich, vorsichtige Öffnungen vorzunehmen und der Gastronomie jetzt diese Perspektive zu bieten

16.10 Uhr: EMA trifft Entscheidung zu Astrazeneca Impfstoff

Trotz sehr seltener Fälle von Hirnthrombosen empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde EMA uneingeschränkt die Anwendung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die EMA am Mittwoch in Amsterdam.

15:20 Uhr: Söder mit deutlicher Forderung: "Nicht die Zeit für Experimente"

Markus Söder hat auf Twitter jetzt schnelles und einheitliches Handeln gefordert. In einem Tweet schrieb er: "Vorsicht mit Vernunft bleibt die generelle Linie. Es ist jetzt nicht die Zeit für Experimente." Er forderte eine bundesgesetzlich verankerte Notbremse mit Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht. "Wir brauchen mehr Einheitlichkeit und konsequentes Vorgehen."

13.39 Uhr: Vorerst keine Corona-Lockerungen in Bayern

In Bayern wird es vorerst keine Corona-Lockerungen geben. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch in München mit. Grund sind die weiter hohen Identifikationszahlen.

Auch in Regionen, die eine Sieben-Tages-Inzidenz unter 50 oder 100 haben und in denen Öffnungen (Außengastronomie, Kultur, Sport) daher möglich werden, wird der Start verschoben. Frühestens ab dem 26. April sind Lockerungen nun möglich.

Regierungs-Pressekonferenz zu Corona

12.09 Uhr: Moderna habe dem Bundesgesundheitsministerium bislang nicht mitgeteilt, dass die geplante Lieferung von Moderna Ende April ausfalle, erklärte die Vize-Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums.

11.42 Uhr: „Wir brauchen eine Inzidenz unter 100“, so Demmer weiter bei der Regierungs-PK in Berlin - auch wenn ab einem Wert von 50 die Nachverfolgung von Kontakten schwierig werde. „Optimal wäre natürlich unter 35.“

11.33 Uhr: Die Bundesregierung findet die Forderung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet eines erneuten Lockdowns für „richtig“, erklärt die Vize-Sprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. Grund hierfür sei vor allem die hohe Belegung der Intensivbetten in Deutschland. „Das macht gemeinsames Handeln für notwendig. Die Vielfalt der beschlossenen Regeln trägt im Moment nicht zur Sicherheit und zur Akzeptanz bei“ Gespräche werden geführt. Merkel sei für einen kurzen, einheitlichen Lockdown in Deutschland.

Für einen vorgezogenen Corona-Gipfel gebe es aber keine Mehrheit. Am kommenden Montag (12. April) treffen sich Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten.

10.35 Uhr: Corona-Impfung – für Ende April geplante Moderna-Lieferung fällt laut Bericht aus

Seit Dienstag impfen auch die Hausärzte gegen Corona, es sollte die Impfungen in Deutschland weiter vorantreiben. Doch nun scheint es einen erneuten Rückschlag zu geben. Wie der „Business Insider“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, fällt eine für Ende April geplante Lieferung von Moderna aus. Bis zu 880.000 Dosen hätten in Deutschland ankommen sollen. Laut einer Übersicht des Gesundheitsministeriums wurden für die 17. Kalenderwoche (26. April bis 2. Mai) zwischen 627.600 und 878.400 Dosen des Unternehmens erwartet. Doch daraus soll nun nichts werden, so das Portal.

Weiter heißt es, da auch AstraZeneca weniger liefere, müsse die Lücke mit Biontech geschlossen werden. Doch die Produktion laufe bereits auf Hochtouren. „Da wir kaum Reserven haben, zugleich aber Dutzende Impftermine bereits für die nächsten Wochen gebucht sind, kommen wir in Schwierigkeiten“, so ein Regierungsvertreter zu „Business Insider“. Womöglich müssten nun Impftermine storniert werden.

09.36 Uhr: Corona schädigt auch Psyche und Nerven

Corona-Patienten haben häufiger neurologische oder psychische Probleme als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen. Eine britische Studie im Fachjournal „The Lancet Psychiatry“ fand ein um 44 Prozent höheres Risiko für Angsterkrankungen oder Stimmungsschwankungen als nach einer Grippe.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hirnerkrankungen und psychiatrische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten als nach der Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen“, teilte Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mit. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar.

Insgesamt litt etwa ein Drittel der erfassten Patienten innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Covid-19-Diagnose an einer neurologischen oder psychischen Erkrankung. Die britischen Forscher analysierten digitale Daten von mehr als 236 000 Patienten, die überwiegend in den USA behandelt wurden.

Die häufigsten Diagnosen waren Angststörungen bei 17 Prozent und Stimmungsstörungen bei 14 Prozent aller analysierten Menschen. Sie litten zudem an Schlaflosigkeit (5 Prozent), Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel (2,1) und Hirnblutungen (0,6). Die beteiligten Wissenschaftler weisen auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin, um die genauen Ursachen herauszufinden und Folgeschäden zu verhindern oder zu behandeln.

07.05 Uhr: Justizministerin für mehr Freiheiten für Corona-Geimpfte

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich hinter den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestellt, vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen mehr Freiheiten einzuräumen. „Wenn jetzt wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte“, sagte Lambrecht der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe).

Die Grundrechte seien durch das Grundgesetz garantiert, betonte Lambrecht. Sie dürften nur in Ausnahmefällen, mit guter Begründung und unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit eingeschränkt werden. „Wir leben in keinem Obrigkeitsstaat, der Grundrechte nach Belieben einschränken oder zurückgeben kann.“

Spahn hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, Geimpften nach dem Ende der dritten Infektionswelle wieder mehr Freiheiten einzuräumen. In der „Bild am Sonntag“ begründete er dies mit einer neuen Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI), wonach vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte weniger infektiös sind als symptomfrei Infizierte mit negativem Corona-Schnelltest.

06.10 Uhr: Knapp 10.000 Corona-Neuinfektionen - 298 Todesfälle

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 9677 Neuansteckungen sowie 298 weitere Todesfälle gemeldet. Das RKI wies darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage weniger Tests gemacht und gemeldet würden. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages mehr als 17.000 Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag von 123 auf 110,1. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an. Im Februar war dieser Wert zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen, bevor er wieder deutlich anstieg. Vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 132,2 gelegen.

Dienstag, 6. April

22.25 Uhr: Söder lobt Laschet für Brücken-Lockdown: „Finde ich super“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet war sein Vorschlag eines Brücken-Lockdowns ziemlich um die Ohren geflogen. Aus fast allen politischen Lagern gab es Kritik. Nicht aber von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er hat den Vorstoß seines nordrhein-westfälischen Kollegen für einen zwei- bis dreiwöchigen harten Lockdown begrüßt und als Anschluss an eigene Positionen eingeordnet. Es sei wichtig, durch ein sehr konsequentes Management bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie aus der Endlosschleife herauszukommen. „Ich habe diese These eigentlich, wenn ich das so sagen darf, immer vertreten, die Kanzlerin auch“, sagte der CSU-Vorsitzende und offensichtliche Konkurrent Laschets im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Unionsparteien. „Jeder, der mitmacht - finde ich super, weil es verstärkt die Basis jener, die für Umsicht und Vorsicht eintreten.“ Söder äußerte sich in der aufgezeichneten ZDF-Sendung „Markus Lanz“, den Ausschnitt zeigte am Dienstagabend vorab das „Heute Journal“.

Laschet hatte am Ostermontag vorgeschlagen, im Kampf gegen die dritte Corona-Welle einen „Brücken-Lockdown“ zu beschließen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien. Nötig sei es, in einer nochmaligen „Kraftanstrengung“ die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner zu drücken. „Da geht es um zwei, drei Wochen.“

21:55 Uhr: Spahn wirbt für einheitliches Vorgehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf ein bundesweit einheitliches Agieren von Bund und allen Ländern gegen die Corona-Pandemie. Entscheidend sei nicht, auf welchem Weg dies erreicht werde, ob durch mehr Bundeskompetenzen oder Absprachen der Länder: „Entscheidend ist, dass es passiert“, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in der ARD. Es brauche „möglichst große Einheitlichkeit und Einigkeit (...) zwischen Bund und vor allem auch möglichst allen 16 Ländern, vor allem darüber, dass die Inzidenz nicht über 100 steigen darf und sollte, ohne dass dann eben auch sehr stark Maßnahmen ergriffen werden“.

Impfen und Testen allein könnten die dritte Welle nicht brechen, sagte Spahn. Es müssten auch Kontakte und damit Infektionen reduziert werden. Dabei seien die privaten Kontakte, Schulen beziehungsweise Kitas sowie das Arbeitsleben die drei Hauptbereiche, die in den Blick zu nehmen seien.

19:44 Uhr: Virologin teilt gegen Modellregionen aus – hat „nichts mit Sicherheit zu tun“

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht Öffnungsstrategien wie etwa im Saarland oder in Modellregionen kritisch. „Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. „Wenn geöffnet wird, muss dem Bürger klar sein, dass das nichts mit Sicherheit zu tun hat.“ Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, „dass das sicher ist“, sondern jeder müsse individuell entscheiden, sich auf diese Freiheiten einzulassen oder auf Vorsicht zu setzen.

Auch wenn es bei der Entwicklung der Infektionszahlen vor Ostern eine gewisse Abflachung gegeben habe und in einigen Städten die Inzidenzwerte über Ostern gesunken seien, halte sie es für riskant, aus diesen Zahlen eine Ablehnung von Maßnahmen und Beschränkungen abzuleiten, sagte die Virologin. Zum einen werde bekanntlich über die Feiertage weniger getestet, zum anderen hätten womöglich manche Menschen vor Ostern Kontakte beschränkt, um dann an den Feiertagen Angehörige treffen zu können. „Man muss schon schauen, wie geht es nach Ostern weiter.“

Sorge bereite der Anstieg der Patienten in dem Krankenhäusern und der Zuwachs bei der Belegung der Intensivbetten durch jüngere Patienten, die zwar bessere Überlebenschancen als 80- oder 90-Jährige hätten, aber auch längere Zeit auf den Intensivstationen verbrächten - „Wochen oder auch Monate“. Ein Impfeffekt sei noch nicht in Sicht, sagte Ciesek.

18:51 Uhr: Wie geht es weiter nach der Astrazeneca-Erstimpfung für U-60-Jährige?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will am Mittwoch (15.00 Uhr) mit seinen Kollegen aus den Ländern über eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Zweitimpfungen beraten. Die Stiko hatte vergangene Woche empfohlen, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Corona-Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca erhalten haben, bei der zweiten Impfung auf einen anderen Impfstoff umsteigen sollen.

Grund sind eine Reihe von Verdachtsfällen auf eine Hirnvenen-Thrombose. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb vor einer Woche beschlossen, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Allerdings haben laut Spahn bereits 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten. Die Stiko empfiehlt, dass sie nun nach zwölf Wochen eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) bekommen.

17:22 Uhr: EMA-Wirrwarr um Astrazeneca-Risiken hält an

Nach wochenlanger Unsicherheit hat ein hochrangiger Vertreter der EU-Arzneimittelbehörde EMA eine Verbindung zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei manchen Geimpften gezogen. Es sei „klar“, dass es einen „Zusammenhang“ gibt, sagte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, in einem am Dienstag veröffentlichten Zeitungsinterview. In Deutschland wird das Vakzin in der Regel vorsichtshalber nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt.

„Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt“, sagte Cavaleri mit Blick auf die Thrombosen nach Astrazeneca-Impfungen in einem Interview. Allerdings ist die Bewertung des Impfstoffes noch nicht abgeschlossen.

Die Überprüfung durch den Sicherheitsausschuss laufe derzeit, sagte eine Sprecherin der EMA der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Amsterdam. Ein Ergebnis werde für Mittwoch oder Donnerstag erwartet.

14.26 Uhr: Impfstoffmangel - Berlin schließt Impfzentren

Wegen Mangels an Corona-Impfstoff sind am Dienstag zwei von sechs Impfzentren in Berlin kurzfristig für den Rest des Tages geschlossen worden. In der Arena in Treptow sowie dem Impfzentrum Messe sei der Betrieb am Dienstag um 14 Uhr eingestellt worden, teilte die Gesundheitsverwaltung mit.

Zur Begründung hieß es, ein Impfstofftransport nach Berlin sei wegen mutmaßlich technischer Schwierigkeiten aufgehalten worden. Die Impfungen in beiden Impfzentren würden verschoben, ausgefallene Impftermine innerhalb von drei Tagen nachgeholt.

Menschen, deren Nachname mit den Buchstaben A bis I beginnt, erhalten ihre Impfung demnach zur ursprünglichen Uhrzeit, jedoch am Mittwoch 7. April. Menschen, deren Nachname mit J bis Q beginnt, erhalten ihre Impfung zur ursprünglichen Uhrzeit, jedoch am Donnerstag 8. April. Menschen, deren Nachname mit R bis Z beginnt, erhalten ihre Impfung zur ursprünglichen Uhrzeit, jedoch am Freitag 9. April. Der Impfort bleibt für alle unverändert. Betroffene müssten nicht nochmals mit der Termin-Hotline Kontakt aufnehmen, hieß es.

In beiden Zentren wurde zuletzt der Impfstoff des Herstellers Biontech verabreicht.

14.11 Uhr: Ema bestätigt Zusammenhang zwischen Astrazeneca-Impfung und Thrombosen

Nach wochenlanger Unsicherheit hat ein hochrangiger Vertreter der EU-Arzneimittelbehörde EMA eine Verbindung zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei manchen Geimpften gezogen. Es sei „klar“, dass es einen „Zusammenhang“ gibt, sagte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, in einem am Dienstag veröffentlichten Zeitungsinterview. In Deutschland wird das Vakzin in der Regel vorsichtshalber nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt.

„Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt“, sagte Cavaleri mit Blick auf die Thrombosen nach Astrazeneca-Impfungen in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Il Messaggero“. Er ließ in dem Interview durchblicken, dass die EMA den Zusammenhang bereits „in den nächsten Stunden“ offiziell feststellen werde.

Wie das Astrazeneca-Vakzin in wenigen Fällen Blutgerinnsel bei Geimpften auslöst, ist nach Cavaleris Angaben jedoch noch nicht klar. Die EMA hatte für Dienstag bis Freitag diese Woche eine Prüfung des Astrazeneca-Impfstoffs angesetzt.

„Wir versuchen, ein genaues Bild davon zu erhalten, was passiert“, sagte Cavaleri dem „Messagero“. Die EMA wolle „auf präzise Weise dieses durch den Impfstoff verursachte Syndrom definieren“. Bei jüngeren Menschen, die den Astrazeneca-Impfstoff erhalten hatten, gebe es eine Fallzahl an Hirnthrombosen, die höher sei, „als wir erwarten würden“, führte Cavaleri aus.

10.55 Uhr: Brandanschlag auf Coronatestzentrum

Unbekannte haben an einem Corona-Testzentrum im Berliner Stadtteil Tiergarten Feuer gelegt.

Eine Mitarbeiterin stellte am Montag mehrere Brandschäden und weitere Sachbeschädigungen fest. Die Mitarbeiterin des Testzentrums am Lützowplatz hatte gegen 7.30 Uhr die durch Feuer entstandenen Schäden an einem zum Testen aufgestellten Zelt sowie einem Container entdeckt und daraufhin die Polizei verständigt. Das Feuer war offenbar von selbst erloschen, heißt es von der Polizei. Sechs auf dem Gelände aufgestellte Werbebanner waren außerdem mittels eines scharfen Gegenstandes beschädigt worden. Eine politische Motivation wird geprüft.

6.30 Uhr: Niederlande ab heute Hochinzidenzgebiet

Unmittelbar nach Ende der Osterfeiertage sind die Niederlande am Dienstag wegen der vielen Corona-Infektionen zum Hochinzidenzgebiet geworden. Seit Mitternacht müssen Einreisende aus dem Nachbarland beim Grenzübertritt einen Testnachweis vorzeigen können, der höchstens 48 Stunden alt sein darf. Die Einhaltung der Testpflicht soll durch Bundes- und Landespolizei überprüft werden.

Für Pendler gibt es Ausnahmeregeln. Sogenannte Transporteure - das sind zum Beispiel Lokführer oder Lastwagenfahrer - können testfrei bleiben, wenn sie sich weniger als 72 Stunden in Deutschland aufhalten. Außerdem muss die Ankunft im Internet unter Einreiseanmeldung angezeigt werden.

Die Entscheidung, die Niederlande mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen als Hochinzidenzgebiet einzuordnen, war von der Bundesregierung am Sonntag getroffen worden.

Nach Ansicht von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) muss der Grenzverkehr nun auf das Notwendige reduziert werden. Die Testpflicht für Einreisende sei ein wichtiger Baustein in der Pandemiebekämpfung.

Eine Sprecherin der Bundespolizei bestätigte, dass stichprobenartige Kontrollen an der Grenze geplant seien. Die Landespolizei wolle keine stationären Kontrollen aufbauen, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums. Die Überprüfung sollen die Polizeistreifen der Kreispolizeibehörden an der Grenze übernehmen.

Montag, 5. April

21 Uhr: Covid-19-Fälle auf Intensivstationen steigen rapide an

Während Deutschland bei den Meldungen über Corona-Neuinfektionen während der Ostertage im Nebel stochert, weil viele Gesundheitsämter gar nicht oder unvollständig gemeldet haben, ist die Situation in den Kliniken klarer.

Seit 23 Tagen steigt nun durchgehend die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen. Am Sonntag wurden 4.144 Patienten gemeldet, ein Anstieg von 2,3 Prozent im Vergleich zum Ostersonntag und sogar 16 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Auf den Intensivstationen ist somit die dritte Corona-Welle seit März deutlich zu spüren. Den bisherigen Corona-Höhepunkt musste das Personal in den Intensivstationen Anfang Januar erleben, als über 5.500 Corona-Patienten zu behandeln waren.

8.22 Uhr: Im Notfall: GEW fordert Ausfall der Abiturprüfungen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. „Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). „Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden.“

Tepe sagte, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen, müssten die Abiture trotzdem von den Bundesländern gegenseitig anerkannt werden. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte im RND-Podcast „Die Schulstunde“, die Kultusministerkonferenz gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Eine Absage von Prüfungen wäre nach seinen Worten zum Nachteil der Schüler. „Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben. Das wären für immer diejenigen, die das Corona-Notabitur gemacht hätten.“ Alle sollten später stolz sagen können: „Ich habe ein ganz reguläres Abitur geschrieben wie alle anderen auch – und das noch unter Pandemiebedingungen.“

(DER WESTEN mit dpa/AFP)