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Karin Strenz: Mitreisender berichtet nach ihrem Tod über dramatische Szenen – zwei Fragen stehen weiter im Raum

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz ist auf dem Flug von Kuba nach Deutschland verstorben.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz ist auf dem Flug von Kuba nach Deutschland verstorben.
Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski, picture alliance / dpa | Marcus Brandt

Der plötzliche Tod der CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz schockierte am 21. März die Bundesrepublik. Die Fahnen des Bundestages wurden auf Halbmast gesetzt. Sie war überraschend auf einem Rückflug von Kuba nach Deutschland verstorben.

Karin Strenz kollabierte auf dem Condor-Flug DE-2199 von Kuba nach Deutschland. Es gab eine außerplanmäßige Notfalllandung auf dem irischen Flughafen Shannon, doch jede Hilfe kam zu spät. Strenz verstab mit nur 53 Jahren. Nun hat sich ein Mitreisender der CDU-Politikerin geäußert.

Karin Strenz: Mitreisender schildert dramatische Szenen

Die „Bild“ hat mit einem der Mitreisenden der ehemaligen Bundestagsabgeordneten gesprochen. Bei ihm soll es sich um einen Geschäftsmann aus Thüringen handeln. Er soll mit Karin Strenz auf Kuba zehn Tage im selben Hotel gewohnt haben und mit auf dem Rückflug nach Deutschland in der Condor-Maschine gewesen sein.

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„In den ersten Tagen war die CDU-Politikerin noch sehr laut und auffällig. Feierte mit anderen Hotelgästen auch schon morgens an der Bar. Sie präsentierte anderen Hotelgästen Fotos von sich und ihrer Freundin Angela und strich ihre politische Bedeutung für unser Land heraus“, erzählt der Mann gegenüber dem Medium. Was er dann erzählt, macht beinah sprachlos.

„Wenn ich auf dem Rückflug sterbe, dann ist das eben so“

Karin Strenz habe in den nächsten Tagen rasant abgebaut. Beim Rückflug habe sie am Flughafen in einem Rollstuhl geschoben werden müssen. Strenz habe dem Mann entgegnet, sie leide an Kreislaufproblemen. Als er sie auf ihre schlechte körperliche Verfassung angesprochen habe, soll Strenz geantwortet haben „Wenn ich auf dem Rückflug sterbe, dann ist das eben so“, wie der Zeuge in der „Bild“ berichtet.

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Nach dem Tod der Politikerin standen vor allem zwei Fragen im Raum gestanden, auf die es bis heute keine endgültigen Antworten gibt.

1. Warum war Katrin Strenz in Kuba?

Momentan noch völlig unklar ist der Grund ihrer Reise nach Kuba. Laut Eckhardt Rehberg, Sprecher der CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern, zu der auch Strenz gehörte, befand sie sich zusammen mit ihrem Mann auf dem Rückflug von Kuba.

Handelte es sich hierbei also um eine private Reise? Oder gab es einen dienstlichen Hintergrund?

Offenbar war sie nicht beruflich unterwegs. „Ich nehme an, dass es eine private Reise war. Eine dienstliche Veranlassung gab es jedenfalls nicht“, sagte Rehberg. Wie lange Strenz mit ihrem Mann auf der Karibik-Insel war, konnte er nicht sagen.

2. Was war die Todesursache bei Katrin Strenz?

Die zweite große Frage ist, woran genau die CDU-Abgeordnete verstorben ist. Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat ein Rechtshilfeersuchen an Irland gerichtet. Wie ein Sprecher der Schweriner Behörde am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

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Mehr über Katrin Strenz:

  • Vor ihrer politischen Karriere war die 53-Jährige Sonderschullehrerin und Angestellte in einem Import- und Großhandelsunternehmen.
  • Neben ihrem Bundestagsmandat war sie selbständige Unternehmensberaterin und vermittelte Immobilien.
  • Im Bundestag saß sie im Verteidigungsausschuss.
  • Die Christdemokratin war seit 1995 verheiratet.

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Nach den bisher vorliegenden Informationen sei die genaue Todesursache bei der 53-Jährigen noch unklar. „Wir gehen davon aus, dass es dann eine Obduktion der Toten in Irland gibt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das irische Lokalportal "The Clare Champion" berichtet über akute Herzprobleme, die Strenz auf dem Flug bekommen haben soll. Auch Anfang April stand ein offizielles Ergebnis noch aus.

Karin Strenz: Dubiose Geldflüsse aus Aserbaidschan brachten sie in die Schlagzeilen

Die Christdemokratin war seit 2009 Mitglied des Bundestags und vorher Landtagsabgeordnete in Schwerin. Strenz gewann dreimal ihr Direktmandat in ihrem Wahlkreis, wollte aber im September 2021 nicht erneut für das Parlament kandidieren.

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Weitere Politik-Nachrichten:

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In den letzten Monaten ihrer politischen Karriere geriet sie wegen dubioser Geldflüsse aus dem autoritär regierten Aserbaidschan in die Schlagzeilen. Der Bundestag hob im Januar 2020 ihre Immunität auf, weil die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Geldwäsche ermittelte. Drei weitere Unions-Abgeordnete sollen auch in die Aserbaidschan-Affäre verwickelt sein. Ihr Abgeordnetenbüro und ihre Privatwohnung wurden durchsucht. Strenz weigerte sich jedoch, die CDU/CSU-Fraktion zu verlassen und ihr Mandat niederzulegen.

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