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Unwetter in Deutschland: Bislang etwa die Hälfte aller Todesopfer in Rheinland-Pfalz identifiziert +++ Bundeswehr soll Brücken bauen

Unwetter in Deutschland: Mit einem Räumpanzer versuchen Bundeswehrsoldaten, einen abgerutschten Hang in Schuld (Rheinland-Pfalz) zu sichern.
Unwetter in Deutschland: Mit einem Räumpanzer versuchen Bundeswehrsoldaten, einen abgerutschten Hang in Schuld (Rheinland-Pfalz) zu sichern.
Foto: dpa

Das Unwetter, das zunächst in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als Jahrhundert-Flut eine Katastrophe mit mehr als 160 Todesopfern auslöste, hatte sich schnell verbreitet und sowohl in anderen Teilen Deutschlands als auch in den Nachbarländern verheerende Schäden angerichtet.

Auch Bayern, Sachsen, Belgien oder Holland wurden stark vom Unwetter getroffen. Derzeit sind die Aufräumarbeiten in Deutschland weiterhin in vollem Gange, die Suche nach Vermissten reißt nicht ab.

Unwetter in Deutschland: Lager für Sachspenden sind voll - Spendenkonto eingerichtet

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Montag, 26. Juli

16.52 Uhr: Bislang 68 von 132 Todesopfern in Rheinland-Pfalz identifiziert

Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind nach Angaben der Landesregierung erst 68 der 132 Hochwassertoten eindeutig identifiziert worden. In vielen Fällen seien aufgrund der „Todesumstände“ dafür komplexe und zeitintensive Abgleiche von DNA oder Zahnstatus nötig, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Parallel prüften die Behörden demnach 74 Vermisstenfälle, 16 davon betrafen ausländische Staatsbürger.

Lewentz sagte, die eindeutige Identifizierung der Toten im Rahmen der Todesermittlungsverfahren erfolge mit größter Rücksicht auf die Würde der Verstorbenen und sei auch für die damit befassten Polizisten eine teilweise extreme Belastung. Dazu kämen bislang unbekannte Probleme. „Wenn man kein Wohnhäuser mehr hat, ist das mit dem DNA-Vergleichsmaterial auch sehr schwer“, sagte Lewentz.

15.30 Uhr: Zahl der Vermisstenfälle im Ahrtal auf 74 reduziert

Die Zahl der Vermissten nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal konnte inzwischen von 149 auf 74 Fälle reduziert werden. Gelungen sei dies nach Untersuchungen der Polizei teils in Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen Bundesländern und in Nachbarstaaten, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit.

Von den noch vermissten Menschen hätten 59 ihren Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, 15 seien in anderen Bundesländern gemeldet. 16 haben laut Lewentz eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Unmittelbar nach den verheerenden Unwettern von Mitte Juli habe sich die Zahl von Hinweisen und Anfragen nach gesuchten Personen auf 5824 belaufen.

6.46 Uhr: Schlimme Unwetter toben in Berlin

In Berlin haben in der Nacht zu Montag heftige Unwetter mit Starkregen getobt. Dadurch kam es am Sonntagabend zu rund 250 wetterbedingten Einsätzen der Feuerwehr, wie ein Sprecher sagte. Auslöser waren demnach vor allem überschwemmte Keller und geflutete Straßen. Zudem stürzten vereinzelt auch Bäume um.

Nach den Unwettern am Wochenende kann es auch in den kommenden Tagen in Berlin und Brandenburg immer wieder zu Schauern und Gewittern kommen. Im Laufe des Montags könne es laut DWD bei Temperaturen bis 28 Grad immer häufiger zu Schauern, Gewittern und örtlichem Unwetter kommen. Dabei seien Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.

Sonntag, 25. Juli

18.47 Uhr: Warnungen nun auch für Berlin und Brandenburg

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den frühen Sonntagabend vor extremen Gewittern in Berlin und Brandenburg gewarnt. In Brandenburg seien voraussichtlich die Kreise Ostprignitz-Ruppin, Barnim, Dahme-Spreewald, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oder-Spree und Spree-Neiße sowie die Stadt Cottbus betroffen, teilte der DWD mit.

Vereinzelt könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden, hieß es. „Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände.“ Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen seien möglich.

Die Berliner Feuerwehr teilte auf Twitter mit, sie befinde sich im „Ausnahmezustand_Wetter“. Einsätze würden priorisiert abgearbeitet, es könne beim Notruf 112 zu längeren Wartezeiten kommen. In ihren Hinweisen zum Verhalten bei Sturm empfahl sie unter anderem, möglichst im Haus zu bleiben und Stecker von Fernsehern oder PCs zu ziehen sowie kleinere Wasserschäden selbst zu bekämpfen.

17.06 Uhr: Weiter kein Individualverkehr im Katastrophengebiet

Im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr wird seit Sonntag tonnenweise Unrat abtransportiert. Unterstützt von Landwirten sollen Entsorgungsfirmen ihn auf Deponien bringen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilte. Sie untersagt Individualverkehr bis einschließlich Montag weitgehend, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben. „Nur wenn der Unrat schnellstmöglicht aus den betroffnen Gebieten entfernt wird, können wir die Infrastruktur Stück für Stück wieder herstellen und mögliche Gesundheitsgefahren durch Müllablagerung eliminieren“, sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

17.00 Uhr: Gewitter und Unwetter in Ostdeutschland erwartet

Nach dem heißen Wochenende zum Ferienbeginn mit Sonne und bis zu 30 Grad stehen Sachsen-Anhalt nun erstmal Blitz, Donner und Regen bevor. Bereits am Sonntag hätten sich etwa bei Magdeburg, im Burgenlandkreis und im Harz erste Gewitter gebildet, sagte Cathleen Hickmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Nachmittag. Dabei handele es sich aber um normale Sommergewitter, im Wesentlichen bleibe das Land am Sonntag voraussichtlich zunächst verschont.

Unwetterartige Gewitter erwartete der DWD erst für den Anfang der kommenden Woche. Nach erneut hohen Temperaturen mit bis zu 28 Grad könnten sich am Montag vor allem bei Magdeburg und in der Börde ab Nachmittag Gewitter bilden, die sich zu einem großen Gewittergebiet verbinden könnten, das sich dann für längere Zeit kaum bewegt, sagte Hickmann. Dabei könne es zu Starkregen und Hagel mit Niederschlägen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter kommen.

Auch in Thüringen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Sonntagnachmittag vor starken Gewittern in mehreren Landkreisen gewarnt. Unter anderem könne es in den Landkreisen Greiz, Hildburghausen, Gotha und Schmalkalden-Meiningen sowie Erfurt, Suhl, dem Kyffhäuser- und dem Ilm-Kreis zu Unwettern kommen. Demnach sei während eines Platzregens kurzzeitig mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Auch könne es örtlich zu Blitzeinschlägen kommen. Vereinzelt können beispielsweise Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden, wie es in einer Mitteilung des DWD hieß. Anwohner werden gebeten, besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände zu achten.


In ganz Thüringen kann es laut DWD am Sonntag örtlich zu kräftigen Gewittern mit teils heftigem Starkregen, Sturmböen und Hagel kommen.

10.33 Uhr: DWD warnt vor Unwetter im Südosten Deutschlands

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gibt es am Sonntag im Südosten Deutschlands ein erhöhtes Unwetterpotenzial. Es bestehe dort die Gefahr von Gewittern mit Starkregen, wobei örtlich bis zu 60 Liter Regenfälle pro Quadratmeter in wenigen Stunden drohten. Außerdem könne es zu Hagelfällen mit Hagelkörnern von bis zu drei Zentimetern kommen, außerdem drohten schwere Sturmböen.

Betroffen seien vor allem die Alpen sowie das Vorland, auch das östliche Niederbayern soll betroffen sein.

Samstag, 24. Juli

22.00 Uhr: Schock-Bilder aus Belgien

In Belgien sind bei erneuten Unwettern zahlreiche Autos weggeschwemmt worden. In der Stadt Dinant blockierten die vom Wasser mitgerissenen Fahrzeuge einen Bahnübergang, wie die Nachrichtenagentur Belga am Samstagabend unter Berufung auf das Bahnunternehmen Infrabel berichtete. Der Bahnverkehr sei wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt gewesen. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk RTBF berichtete, war auch die Stadt Namur in der gleichnamigen Provinz von Überschwemmungen betroffen. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer westlich von Aachen.

Ähnlich wie in Deutschland war es auch in Belgien vor gut einer Woche zu heftigem Unwetter mit Todesopfern gekommen. Zahlen von Freitag zufolge starben 36 Menschen, es werden immer noch mehrere Menschen vermisst.

16.20 Uhr: Nächste Unwetter-Nacht droht – hier wird jetzt sogar evakuiert

und eineinhalb Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz haben in dem betroffenen Gebiet am Samstag erneut Regenfälle eingesetzt - und es wurden Evakuierungen angeboten. Wie die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begona Hermann, mitteilte, ist im Laufe des Tages laut Deutschem Wetterdienst mit örtlichen Niederschlägen im Bereich von maximal 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter zu rechnen; stellenweise auch nur 10 Liter. Ab Sonntagmorgen gegen 6 Uhr könne sich die Wetterlage noch verschärfen.

Den besonders betroffenen Kommunen sei daher ein Evakuierungsangebot gemacht worden. In den gefährdeten Gebieten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollen die Menschen demnach mit Shuttlebussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können. „Das entscheiden dann die Menschen selbst“, so Hermann, denn die Wetterlage sei nicht so verschärft wie in der vergangenen Woche. „Aber wir haben eine nicht mehr funktionierende Kanalisation.“ Daher würden sich die Regenfälle anders auswirken als noch vor zehn Tagen.

16.00 Uhr: Helfer sollen Risikogebiete schnell verlassen

Freiwillige Helfer im Krisengebiet Ahr sollen dieses wegen der schwierigen Umstände dort möglichst schnell verlassen. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Samstag mit. Als Grund nannte sie die starken Niederschläge an diesem Wochenende, die zerstörte Infrastruktur und die unübersichtliche Verkehrssituation. Den Angaben zufolge werden Shuttle-Busse eingesetzt, die die Helfer zurückbringen. Wer geplant hatte, als freiwilliger Helfer dorthin zu fahren, soll dies nicht tun.

Zuvor hatten auch das Polizeipräsidium Koblenz an Helferinnen und Helfer appelliert, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen. „Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist weiterhin überwältigend und ungebrochen“, hieß es. Durch die Vielzahl an Menschen, „die sich heute in das Katastrophengebiet aufgemacht haben um zu helfen, kommt es aktuell leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst“, hieß es in einer Mitteilung vom Samstag.

10.01 Uhr: Nina-Warnung in Ahr-Region

Die Warn-App Nina hat eine Warnung für die Region um Bad Neuenahr und Ahrweiler rausgegeben. Eine akute Hochwassergefahr für die Ahr bestehe zwar nicht. Doch bei Regen sei mit Oberflächenwasser zu rechnen, heißt es. Keller und Straßen könnten vor allem dort geflutet werden, wo Teile der Kanalisation beschädigt sind. Diese Gebiete sollten von den Bürgern gemieden werden.

7.21 Uhr: THW-Helfer in Flutgebieten beschimpft und mit Müll beworfen

Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) sind bei ihrem Einsatz in westdeutschen Flutgebieten mitunter unfreundlich empfangen worden. „Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden“, sagte die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner, am Samstag im RTL/ntv-„Frühstart“. „Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen“, fügte Lackner hinzu. Hinter den Angriffen seien vor allem Querdenker oder Menschen aus der Prepper-Szene, die sich als Betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer.

Teils seien die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit auch von Menschen gefilmt worden, die sich nicht als Pressevertreter erkenntlich gemacht hätten, sagte Lackner. Es seien noch keine Einsätze wegen der Vorfälle abgebrochen worden, doch die Situation sei für die ehrenamtlichen Helfer psychisch belastend. „Ich bin unseren Einsatzkräften unendlich dankbar, dass sie recht unerschrocken weitermachen“, so Lackner.

Freitag, 23. Juli

18.57 Uhr: Vermisster Mann aus Sachsen tot aufgefunden

Auch nach den Unwettern in Sachsen hat sich der Tod eines seither Vermissten bestätigt. Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Freitagabend mitteilte, wurde die Leiche des 53-Jährigen im Uferbereich der Preßnitz aufgefunden. Der Mann war am 13. Juli im Ortsteil Steinbach der Ortschaft Jöhstadt im Erzgebirgskreis in das Gewässer gestürzt und von den Wassermassen mitgerissen worden.

Nach ihm war seither zunächst vergeblich gesucht worden. Dabei wurde zeitweise auch ein Hubschrauber eingesetzt. Auch an anderen Orten der Region hatte es schwere Unwetter gegeben, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im Westen Deutschlands.

Donnerstag, 22. Juli

13.32 Uhr: BMI warnt vor falschen Spendenaktionen

Das Bundesinnenministerium (BMI) warnt vor Spendenaktionen aus der „Querdenker“-Szene für die Opfer in Hochwasser-Katastrophengebieten. „Es wird dazu geraten, ein breites Informationsangebot zu nutzen, um sich über Möglichkeiten zur wirksamen Hilfeleistung zu informieren und sich ausschließlich an Spendenaktionen zu beteiligen, die von offiziellen Hilfsorganisationen organisiert werden“, teilte das BMI auf Anfrage der „Welt“ mit.

Dem Ministerium seien Behauptungen aus der Szene bekannt, dass Bundeswehr und THW nicht ausreichend in den Krisenregionen vor Ort seien oder die Hilfe nur mangelhaft koordinieren würden. Meist seien diese Behauptungen mit Aufrufen zur Hilfeleistung und finanzielle Unterstützung durch einzelne Protagonisten der „Querdenker“-Szene verbunden. „Diese werden vorrangig über soziale Medien verbreitet und zielen insbesondere darauf ab, das Vertrauen in die staatlichen Maßnahmen und Strukturen zu beschädigen“, erklärt das BMI.

13.15 Uhr: 62 der 128 Unwetter-Toten in Rheinland-Pfalz identifiziert

Eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe werden in Rheinland-Pfalz weiterhin 155 Menschen vermisst. „Eine Woche nach einem solchen Ereignis nehmen die Chancen, dass Vermisste noch leben können, ab“, sagte Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung von drei Landtagsausschüssen in Mainz. „Ich kann Ihnen heute nicht sagen, dass wir alle 155 Vermissten-Schicksale aufklären können“, sagte Lewentz. Von den 128 Toten in Rheinland-Pfalz seien bisher 62 identifiziert.

„Wir planen keine Massenbeerdigung. Wir wollen, dass die Menschen in Würde von ihren Lieben bestattet werden können“, sagte Lewentz. Zu den Toten und Vermissten kämen noch 766 Verletzte in Rheinland-Pfalz, die in den Krankenhäusern behandelt worden seien.

In Nordrhein-Westfalen waren bei der Hochwasserkatastrophe vor rund einer Woche weitere 47 Menschen ums Leben gekommen.

11.35 Uhr: Diebe bestehlen Hochwasseropfer

Dreiste Verbrecher nutzen immer wieder die Hilflosigkeit derer aus, die durch die Flut ohnehin schon getroffen wurden, jetzt in Rheinland-Pfalz. Nach der Hochwasserlage in der Stadt Wittlich kam es zu Diebstählen von Gegenständen, die die Hochwassergeschädigten vor den Fluten retten konnten oder im Anschluss geborgen hatten, meldet die Polizei.

Im Zeitraum vom 16. bis 19. Juli wurden Elektrogeräte aus einer Lagerhalle bei der Brückenmühle entwendet. Diese bereits wassergeschädigten Geräte stammten aus einem Küchenstudio und wurden nach der Überschwemmung dort gelagert.

Am 17. Juli wurde im ein Keller wegen des Hochwassers geräumt. Diverse Gegenstände wurden auf der Kellertreppe und auf dem Hof des Grundstückes gelagert. Unbekannte entwendeten dann einen Teil der Gegenstände. Gestohlen wurden Baumaterial, Werkzeug und Küchengeräte.

10.25 Uhr: Neuer Starkregen droht

In den westdeutschen Katastrophengebieten bereiten die Wetteraussichten für die nächsten Tage Sorgen. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag - wo genau, sei derzeit aber noch nicht genau vorherzusagen.

Nach einigen Tagen Sonnenschein drohen auch in Nordrhein-Westfalen am Wochenende wieder Schauer und Gewitter mit Starkregen. „Es kann theoretisch und punktuell in den Unwetterbereich gehen“, hieß es vom DWD.

Die Bewölkung in Rheinland-Pfalz ziehe am Samstag auf, so die Meteorologin. Am Mittag gebe es zunächst im Westen schauerartigen Regen, am Nachmittag sei dann das ganze Gebiet betroffen. Auch am Sonntag können sich im Laufe des Tages örtlich Gewitter bilden. Am Freitag scheine in NRW zunächst noch die Sonne, vor allem im Südwesten. Am Samstag soll laut DWD von Südwesten dann Bewölkung aufziehen. Zunächst regne es in der Eifel, im Laufe des Nachmittags breiteten sich die Niederschläge aus. An beiden Tagen müsse man mit Gewittern rechnen, berichtete die Meteorologin.

Mittwoch, 21. Juli
20.39 Uhr: Zahl der Flutopfer steigt auf 125 in Rheinland-Pfalz

Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, hat sich am Mittwoch weiter erhöht: von 122 auf 125. Das berichtete Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend auf dem Nürburgring.

764 Verletzte seien bisher behandelt worden und 155 Menschen würden noch immer vermisst, hatte Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf zuvor in Bad Neuenahr-Ahrweiler gesagt. Fast 42.000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen.

Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt mindestens 172 Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ums Leben. Straßen, Bahngleise, Brücken, Mobilfunkmasten, Strom-, Gas- und Wasserleitungen sind vielerorts zerstört.

20.07 Uhr: Experte mit besorgniserregenden Worten nach Flut-Katastrophe

Der Berliner Experte für Katastrophen-Management, Wolf Dombrowsky, hat angesichts zunehmender Gefahren ein Umdenken in Deutschland gefordert. Was aktuell in der Flutkatastrophe zu sehen sei, „das wird immer öfter kommen“, sage Dombrowsky am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Bisher habe es hier den Eindruck einer „Insel der Seligen“ und eine „oberflächliche Sorglosigkeit“ gegeben - „diese Zeit ist vorbei“, warnte der Wissenschaftler.

Er machte auch Fehler in der Bauplanung für Katastrophen verantwortlich. Land sei zunehmend versiegelt worden, so dass eine Ausdehnung von Flüssen bei hohem Wasserstand nicht mehr möglich sei. „Dann trifft es eben die Bebauung“, sagte Dombrowsky. „Wir müssen uns radikal umstellen auf einen wirksamen Katastrophenschutz“, forderte der Wissenschaftler der Berliner Steinbeis-Hochschule.

Das gesamte Baurecht und die Bauleitplanung müssten „grundlegend verändert werden“, verlangte der Experte. Es sei notwendig, wieder Ausdehnungsgebiete für Flussläufe zu schaffen und eine „verletzungssichere Infrastruktur“. Dies sei bislang auch nach schweren Hochwassern versäumt worden.

16.27 Uhr: Polizei warnt vor Lautsprecher-Fahrzeugen in Ahrweiler - Querdenker nutzen die Situation aus

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf hat sich entrüstet über eine offenbar von sogenannten Querdenkern initiierte Hilfsaktion für die Flutopfer im Landkreis Ahrweiler gezeigt. Die Ausnutzung der Situation sei „schändlich“, und die betreffenden Menschen seien „nicht bei Trost“, sagte Baldauf am Mittwoch dem Deutschlandfunk. Momentan gehe es darum, Menschen zu helfen.

Die Aufräumarbeiten in den von der Katastrophe betroffenen Orten sollen auch Helfer aus dem Umfeld der Querdenker-Szene sowie Verschwörungstheoretiker angelockt haben. Am Dienstag hatte die Polizei Koblenz zudem Gerüchte dementiert, wonach sich die Einsatzkräfte zurückziehen würden. Sie warnte vor Fahrzeugen mit Lautsprechern, mit denen Falschmeldungen verbreitet würden. Diese sähen ähnlich aus wie Einsatzfahrzeuge der Polizei. Im gesamten Gebiet seien die Beamten Tag und Nacht im Einsatz.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) machte Rechtsextremisten für Falschmeldungen verantwortlich und drohte den Verursachern mit strafrechtlichen Konsequenzen. Dabei gehe es vor allem um Amtsanmaßung, Behinderung von Rettungskräften oder unterlassener Hilfeleistung, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jörg Radek im Südwestrundfunk(SWR). „Das sind Taten, die mit hohen Freiheitsstrafen belegt sind.“

Radek bezeichnete das Ausnutzen des Leids für die Verbreitung von Falschmeldungen als „zutiefst asozial“. Er rief dazu auf, diese Meldungen nicht weiterzuleiten.

Dienstag, 20. Juli

22.40 Uhr: Rheinland-Pfalz stellt pro Haushalt 3500 Euro zur Verfügung

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat für Betroffene der Hochwasserkatastrophe in dem Bundesland Soforthilfen bis zu 3500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld soll ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Dienstag mit.

„Wer durch das Hochwasser einen Schaden an Wohnraum, Hausrat oder Kleidung erlitten hat, bekommt unbürokratisch und schnell Hilfe“, teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Eine Vermögensprüfung sei nicht notwendig, Spenden würden nicht angerechnet. „Damit hoffen wir dazu beitragen zu können, die akute Not vieler Menschen ein Stück weit zu lindern.“

Darüber hinaus seien auf dem Spendenkonto der Landesregierung mehr als 6,2 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen, teilte die Staatskanzlei mit. „Das Geld soll über die Kreisverwaltungen verteilt werden“, meinte Lewentz. „Vor Ort kann am besten gesehen werden, wo die Not am größten ist und wie Abhilfe geschaffen werden kann.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einer „beispiellosen Spendenbereitschaft“. Das Leid vieler Menschen sei unermesslich. „Umso wichtiger ist dieses starke Signal der Solidarität mit der Region. Es ist für die Menschen vor Ort wichtig zu erfahren, dass sie in ihrem Leid nicht alleine sind“, betonte sie.

19.51 Uhr: A1 und A61 bleiben bis auf Weiteres gesperrt

Die besonders hart von den Wassermassen getroffenen Autobahnen A1 und A61 bleiben an bestimmten Stellen bis auf Weiteres gesperrt.

Wie der ADAC bekannt gab, gibt es auf diesen Strecken bis auf Weiteres Sperrungen:

  • A1, A61 Euskirchen in Richtung Köln zwischen Kreuz Bliesheim und Hürth bis auf Weiteres gesperrt
  • A1, A61 Euskirchen in Richtung Köln zwischen Kreuz Bliesheim und Erftstadt Verbindung bis auf Weiteres gesperrt
  • A1 Köln in Richtung Euskirchen in Höhe Kreuz Köln-West bis auf Weiteres gesperrt
  • A1 Köln in Richtung Euskirchen zwischen Frechen und Kreuz Bliesheim bis auf Weiteres gesperrt
  • A61 Koblenz in Richtung Mönchengladbach zwischen Kreuz Meckenheim und Swisttal bis auf Weiteres gesperrt,
  • A61, A1 Mönchengladbach–Koblenz in beiden Richtungen zwischen Türnich und Kreuz Bliesheim bis auf Weiteres gesperrt
  • A61 Richtung Koblenz in Höhe Kreuz Kerpen bis auf Weiteres gesperrt
  • A61 Mönchengladbach in Richtung Koblenz zwischen Kreuz Kerpen und Rheinbach bis auf Weiteres gesperrt

Die Reparaturen können laut Autobahn GmbH Monate noch andauern.

17.33 Uhr: Falsche Lautsprecherdurchsagen aus polizeiähnlichen Fahrzeugen im Umlauf

In Koblenz sind laut Polizei Fahrzeuge unterwegs, die mittels Lautsprecherdurchsagen Falschmeldungen bekannt geben.

Wie die Polizei mitteilte, ähneln die Autos polizeilichen Einsatzfahrzeugen. Über die Lautsprecher werde mitgeteilt, dass die Anzahl von Polizei - und Rettungskräften im Katastrophengebiet reduziert würden.

„#Fakenews Wir sind ununterbrochen da!“, schreibt die Polizei Koblenz über Twitter.

15.27 Uhr: Am Wochenende können neue Unwetter wüten

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor neuen Unwettern und heftigem Starkregen am kommenden Wochenende. Zwar soll die Lage nicht so extrem werden wie vergangene Woche, dennoch können ortsweise bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst „Q.met“ sagt, dass es ab Samstagmittag wieder zu Starkregen kommen kann. Betroffen sein sollen vor allem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Auch die Schweiz werde einiges an Starkregen abbekommen.

Gefährlich ist die Situation dann in den bereits betroffenen Gebieten, wo die Erde noch völlig aufgeweicht ist und der Regen nur schlecht vom Boden aufgenommen werden kann. Dort kann es zu Erdrutschen kommen.

Wie drastisch die Wetterlage am Wochenende wird, kann jetzt noch nicht genau vorhergesagt werden. Ob der DWD eine Unwetterwarnung herausgibt, entscheidet sich erst im Laufe der Woche.

15.15 Uhr: Bayern gibt 50 Millionen Euro frei zum Wiederaufbau

Bayern stellt 50 Millionen Euro Soforthilfe für Opfer der Unwetter des vergangenen Wochenendes bereit. Das Kabinett beschloss am Dienstag ein entsprechendes Hilfspaket, durch das Privathaushalte bis zu 5000 Euro Soforthilfe bekommen können. Auch Unternehmer können unterstützt werden.

Um die Bevölkerung zu warnen, will Bayern in Zukunft auch wieder stärker auf Sirenen setzen. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte, außerdem sollten Push-Nachrichten an Handys geschickt werden, um schnell vor Gefahrenlagen warnen zu können.

12.07 Uhr: BBK-Abteilungspräsident Geier fordert bessere Vorbereitung auf Naturkatastrophen

Nach der Flutkatastrophe fordert Wolfram Geier, Abteilungspräsident vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), eine bessere Vorbereitung auf künftige Naturkatastrophen. Gegenüber dem Nachrichtenportal watson sagte Geier: „Bevölkerungsschutz muss als Querschnittsaufgabe verstanden werden.“ Dafür sei eine Zusammenarbeit mehrerer Teile der Gesellschaft und der Politik nötig. Geier wörtlich: „Es braucht die Stadt- und Raumplanung, das Innen-, das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium, die Gesellschaft, Bevölkerungsschutz ist eine echte Gemeinschaftsaufgabe.“


Das BBK bereite sich schon seit Jahren intensiv auf die Gefahr durch Naturkatastrophen vor, meinte Geier. Er erklärte gegenüber watson: „Wir als BBK haben bereits 2015 dementsprechend ein Handbuch für den Umgang mit Starkregen und Sturzbächen als Empfehlung für Kommunen und Bürger herausgegeben.“ Allerdings mangele es an den nötigen Vorschriften. Wörtlich meinte Geier: „Es gibt bisher keine Verpflichtung die Bevölkerung in Sachen Selbstschutz und Selbsthilfe vorzubereiten, nur Empfehlungen.“ Geier kritisierte zudem: „Wir haben in Deutschland auch keine Verpflichtungen für die Bürgerinnen und Bürger, sich Warnapps zu installieren und zu nutzen.“

11.46 Uhr: Nach Kritik am Katastrophenschutz - Andreas Scheuer fordert Warn-SMS

In der Bild hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nun gefordert, dass die Menschen künftig über SMS über Katastrophen gewarnt werden müssen. „Ich bin dafür, dass wir diese Push-Nachrichten auch über die Mobilfunkanbieter beim Bürger ankommen lassen. Aber das ist immer gescheitert, weil der politische Wille an mancher Stelle gefehlt hat“, räumt der CSU-Politiker ein. In Sachen Datenschutz wolle man da nun genauer überlegen - schließlich klappe dies bei Corona-Warnungen auch.

10.40 Uhr: Noch immer mehrere Vermisste in Ahrweiler - „Ich rechne damit, dass wir da noch Leichen finden“

Wie lange die Menschen nach der Katastrophe in Altenahr im Landkreis Ahrweiler noch ohne Strom und Wasser auskommen müssen, ist völlig unklar. Die Bürgermeisterin Weigand forderte nun Notstrom und Notwasser. Doch auch die Suche nach Vermissten wird noch weitergehen. Bisher gibt es 117 Tote. Doch Hunderte Menschen werden immer noch vermisst. Straßen und Brücken müssten erst wieder begehbar gemacht werden, um vor den Brückenpfeilern der Ahr weiter suchen zu können. „Ich rechne damit, dass wir da noch Leichen finden“, sagte Frank Linnarz, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr dem Spiegel.

„Ich glaube, das Schlimmste für die Menschen kommt erst noch“, sagt auch Manuela Kremer-Breuer, katholische Gemeindereferentin in Altenahr dem Magazin. Denn aktuell seien die Menschen noch im Anpackmodus, kamen noch nicht zur Ruhe, um den Schock zu verstehen. Traumatische Störungen träten erst nach dieser Phase, in der Ruhepause, ein, weiß die Notfallseelsorgerin.

10.19 Uhr: Katastrophenfall im Berchtesgadener Land aufgehoben

Der Katastrophenfall ist nach dem verheerenden Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollten am Dienstag nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen. Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet.

Mehr als 160 Menschen mussten Rettungskräfte aus ihren Häusern in Sicherheit bringen. Hänge rutschten ab, Teile von Straßen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Häuser liefen voll Wasser, manche drohten einzustürzen.

06.45 Uhr: Behörden warnen vor Corona-Ausbreitung in Katatrophengebieten

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wächst die Angst vor einer Corona-Ausbreitung in den Katastrophengebieten. „Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird“, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben).

Das Landesgesundheitsministerium bereitet deshalb laut Freichel in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonder-Impfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits den vollen Impfschutz.

Auch das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen warnte vor einem steigenden Infektionsrisiko in den Hochwassergebieten. „Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von SARS-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln“, teilte das Ministerium in Düsseldorf laut RND mit. Die Gefahr könne aber mit Tests, Masken und Lüften reduziert werden.

06.36 Uhr: Experten warnen nun vor verfrühten Schuldzuweisungen nach der Flutkatastrophe

Nach der verheerenden Flutkatastrophe haben Politiker und Verbände davor gewarnt, zu früh mit der Aufarbeitung zu beginnen oder Schuldzuweisungen vorzunehmen. Es gehe jetzt darum, zunächst die Vorgänge um die aktuelle Flutkatastrophe genau zu analysieren, um zu sehen, ob und wo Abläufe nicht funktioniert hätten, sagte der CDU-Innenpolitiker Mathias Middelberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Das gelte vor allem für die Ebene der Bundesländer, denn die seien in erster Linie für den Katastrophenschutz zuständig. Vor voreiligen Schuldzuweisungen oder Reformvorschlägen warne er ausdrücklich.

Auch der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, warnte davor, die Debatte um die Aufarbeitung zu früh zu starten. Es gelte jetzt in erster Linie mit aller Kraft den Menschen vor Ort zu helfen und „anschließend aufzuarbeiten, wo Bund, Land und Kommunen im Bevölkerungsschutz besser werden können“, sagte Wüstner der „Heilbronner Stimme“ (Dienstag). Gut sei, dass die Verteidigungsministerin bereits im Mai die Stärkung des Kommandos Territoriale Aufgaben, welches unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verbessern soll, eingeleitet habe. Dies gelte es voranzutreiben.

Montag, 19. Juli

22.55 Uhr: Plünderungen und Gaffer

In NRW zieht das Hochwasser Gaffer und Plünderer magisch an. Eine Übersicht über einige Vorfälle findest du hier <<<

22.07 Uhr: Merkel kommt nach Bad Münstereifel

Nach Rheinland-Pfalz jetzt Nordrhein-Westfalen: Die Bundeskanzlerin kommt erneut in die Katastrophengebiete und macht sich vor Ort ein Bild. Am Dienstag ist Angela Merkel im Kreis Euskirchen. Erwartet wird Merkel um kurz vor 12 Uhr. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt sie nach Bad Münstereifel. Merkel spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

19.38 Uhr: Seehofer besucht Hochwasser-Gebiet – „habe so etwas noch nie erlebt“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich bei einem Besuch des Katastrophengebietes im Norden von Rheinland-Pfalz betroffen gezeigt. „Wir erleben in diesen Tagen eine unfassbare Tragödie“, sagte er am Montag im vom Hochwasser hart getroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Ich habe in einem langen politischen Leben mit vielen Katastrophen in Bayern mit Wasser und Schnee so etwas noch nie erlebt.“

Es handele sich um eine Ausnahmesituation, „die wir auch bei aller Anstrengungen vor Ort nur in einem großen nationalen Kraftakt bewältigen können“. In Begleitung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) machte sich Seehofer auch einen Eindruck von Hilfseinsätzen wie dem Aufbau mobiler Trinkwasseranlagen durch das Technische Hilfswerk (THW).

Um den Menschen vor Ort zu helfen, stellen die Helfer des THW in der Eifelgemeinde sauberes Trinkwasser zur Verfügung. „Die großflächigen Überschwemmungen haben die Infrastruktur zerstört, an vielen Orten – wie im Stadtkern von Bad Neuenahr-Ahrweiler – gibt es kein Trinkwasser“, sagte ein Sprecher des THW. Dort sind zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen aufgebaut worden: Sie können 30.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten und somit Tausende von Menschen in der Region versorgen, sagte er.

Im Laufe des Montags sollte sauberes Wasser an Bürger abgegeben werden. Ab Dienstag dann auch ins Netz des Krankenhauses eingespeist werden. Neben den beiden Anlagen sorgt bereits eine weitere Anlage im Ort Schuld für sauberes Trinkwasser. Zudem gebe es eine weitere vierte Anlage in Bereitschaft: „Wir schauen gerade, wo wir die aufbauen“, sagte der Sprecher.

18.03 Uhr: Deutscher Wetterdienst informierte zwei Tage vorher über Unwetter

Wurden die Menschen rechtzeitig vor dem Hochwasser gewarnt? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums bereits zwei Tage vor dem Unwetter im Westen Deutschlands die zuständigen Stellen verständigt. Der DWD habe am Montagmorgen, dem 12. Juli um 06 Uhr „über die bevorstehenden Starkregenereignisse informiert“, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag mit.

„Diese Information ging an die zuständigen Katastrophenschutzstellen der Länder, Landkreise und Kommunen.“ Die konkret daraus abzuleitenden Schutzmaßnahmen seien jeweils von den Einsatzkräften vor Ort zu treffen.

Der Sprecher betonte, dass in Deutschland für die Warnung vor extremen Wettereignissen mit seinen amtlichen Unwetterwarnungen der DWD zuständig sei. Diesem Auftrag sei der Wetterdienst „nachvollziehbar nachgekommen“.

In einer vorherigen Pressekonferenz wurde gefragt, wann die Bundesregierung von dem europäischen Frühwarnsystem Efas (European Flood Awareness System) über die bevorstehenden Unwetter informiert worden sei. Der Ministeriumssprecher verwies darauf, dass Efas auf Basis der mittelfristigen Vorhersage von 14 Tagen zentral für alle europäischen Länder Warnungen erstelle. „Dabei handelt es sich um eine regionale Frühwarnung“, so der Sprecher. Diese würden mit kurzfristigen Modellen der einzelnen Mitgliedstaaten weiterverfolgt und konkretisiert.

Die Wissenschaftlerin Hannah Cloke von der britischen Universität Reading ist am Aufbau von Efas beteiligt. Sie hatte am Wochenende in britischen und deutschen Medien den zuständigen Behörden in Deutschland vorgeworfen, präzise Efas-Warnungen nicht ernst genommen zu haben, die diese bereits vier Tage vor der Katastrophe erhalten hätten. „Schon mehrere Tage vorher konnte man sehen, was bevorsteht“, hatte Cloke am Freitag im ZDF gesagt.

Die Wissenschaftlerin wies darauf hin, alle notwendigen Warnmeldungen der Wetterdienste seien rausgegangen. Efas habe Gemeinde-genau und mit genug zeitlichem Vorlauf vor Regenmengen von bis zu 200 Litern pro Quadratmeter gewarnt. „Doch irgendwo ist diese Warnkette dann gebrochen, so dass die Meldungen nicht bei den Menschen angekommen sind“, kritisierte sie im ZDF weiter.

15.53 Uhr: Kretschmer nimmt Laschet in Schutz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Armin Laschet in Schutz genommen. Der Kanzlerkandidat der CDU wurde scharf kritisiert, weil er im Hochwasser-Gebiet herzlich lachte, während Bundespräsident Steinmeier eine Ansprache hielt.

Das Bild eines Menschen, „der nach Stunden der furchtbaren Bilder der Zerstörung, von Tod und Elend und Entscheidungen in einem Katastrophenszenario an einem Punkt irgendwann auch mal lachen musste“, beschreibe nicht die Situation, sagte Kretschmer am Montag.

Kretschmer sagte, die Frage, wen man politisch verantwortlich mache, sei jetzt nicht das Wichtigste.

„Es ist ein Schicksalsschlag, für den verschiedenste Dinge zusammenkommen müssen“, sagte der Ministerpräsident. „Das Entscheidende in dieser Zeit wie in vielen anderen Momenten ist, das Gemeinsame, das Verbindende zu suchen.“

14.20 Uhr: Feuerwehr fordert jetzt ein Zentrum für Krisenmanagement

Feuerwehr-Experten haben angesichts der Überschwemmungen ein Forschungszentrum für Krisenmanagement gefordert. Es fehle eine Institution, die Lösungen für zukünftige Herausforderungen entwickle und diese deutlich schneller als bisher verfügbar mache, erklärten der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, und sein Kollege Dirk Aschenbrenner von der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes bei einem Besuch in Erftstadt (Nordrhein-Westfalen).

„Die Erfahrung hat auch diesmal gezeigt, dass wir zwar über gut ausgebildete Einsatzkräfte, motivierte Freiwillige und beste Ressourcen verfügen, mit denen wir Extremereignissen begegnen können“, so Aschenbrenner. „Allerdings müssen wir uns im Klaren sein, dass die Zahl und Intensität solcher Katastrophen in Zukunft eher zunehmen wird - Stichwort: Klimaveränderungen.“

Sinnvoll sei deshalb eine Institution, in der Partner aus Anwendern, Wissenschaft und Industrie unter einem Dach Szenarien und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft entwickelten.

12.54 Uhr: DRK schlägt wegen der Notlage Alarm – „Seit längerem gravierend“

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) benötigt dringend Blutspenden. Die Situation sei schon seit längerem gravierend. Doch jetzt nach der Unwetter-Katastrophe werde wieder viel Blut gebraucht. Die Mitarbeiter des DRK schlagen Alarm: „Wegen des geringen Blutspendeaufkommens können die Anforderungen der Kliniken über bestimmte Blutgruppen nur noch zur Hälfte erfüllt werden“, so das DRK.

Du möchtest Blut spenden? Alle Infos und Termine findest du hier.

12.00 Uhr: Nach Kritik an Katastrophenschutz – FDP will Sondersitzung des Innenausschusses

Die FDP-Bundestagsfraktion hat wegen der Unwetterkatastrophe eine kurzfristige Sondersitzung des Innenausschusses beantragt. Dabei solle es um die Lage in den Hochwassergebieten, Abläufe der Warn- und Alarmierungsverfahren in der vergangenen Woche sowie Schlussfolgerungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und der Bundesregierung gehen. So heißt es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin vorlag.

Die FDP forderte die Anwesenheit von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), BBK-Präsident Armin Schuster und der Spitze des Technischen Hilfswerkes (THW). „Der Vorwurf steht im Raum, dass mit großer Vorlaufzeit Erkenntnisse über die drohende Gefahrenlage für die Hochwassergebiete bekannt waren. Trotzdem hat es so viele Tote und unbeschreibliche Verwüstungen gegeben“, sagte Stephan Thomae, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender.

11.38 Uhr: Karl Lauterbach kritisiert den Katastrophenschutz – „schlecht vorbereitet“

Nun hat eine Debatte um den Katastrophenschutz begonnen. „Beim Katastrophenschutz sind wir genauso schlecht vorbereitet wie beim Pandemie-Schutz“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) forderte eine Aufarbeitung möglicher Fehler beim Katastrophenschutz. Der Deutsche Landkreistag warnte indes davor, das System „grundlegend infrage zu stellen“.

Lauterbach erklärte, Deutschland müsse sich „darauf einstellen und vorbereiten, dass es in Zukunft mehr Naturkatastrophen geben wird und auch regelmäßig Pandemien“. Dafür müsse die Infrastruktur geschaffen und ausgebaut werden, erklärte er. „Der Katastrophenschutz hat hier eine zentrale Bedeutung.“

Auch Reul sprach sich für eine Verbesserung der Warnsysteme aus. So stelle sich die Frage, wie jene Menschen erreicht werden können, die keine Warn-App haben. Laut der „Rheinischen Post“ haben nur 8,8 Millionen Nutzer bundesweit die Warn-App Nina des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe installiert.

Sirenen spielen bei der Warnung vor Katastrophen nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, einen wichtige Rolle. Es brauche einen Warnmittel-Mix aus verschiedenen Methoden, rein digitale Warnungen seien nicht der richtige Weg, sagte er im Deutschlandfunk. „Und deswegen wollen wir auch die gute alte Sirene zurückhaben.“

Mit einem Förderprogramm in Höhe von 90 Millionen Euro sollen gemeinsam mit den Bundesländern „an den richtigen Stellen“ wieder Sirenen installiert werden. „Die 90 Millionen werden dafür aber nicht reichen. Wir werden mehr Geld brauchen“, sagte Schuster. Schnell werde es nicht gehen. „Das ist ein Projekt für mehrere Jahre.“

Zur Kritik, die Warnung der Bevölkerung habe nicht gut funktioniert, sagte Schuster: Derzeit sei man in der Phase „Retten, Bergen, Obdachbieten etcetera. Ich habe meinen Mitarbeitern sogar quasi untersagt, Manöverkritik zu machen. Wir helfen jetzt.“

10.42 Uhr: Annalena Baerbock ebenfalls in Katastrophen-Region vor Ort

Annalena Baerbock war ebenfalls zwei Tage in den Orten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vor Ort, die schlimm von der Unwetter-Katastrophe getroffen wurden. Dem Spiegel sagte sie nun: „Wir müssen uns besser gegen solche Extremwettereignisse wappnen, um Menschen zu schützen.“ Und auch: „Die Lage ist nach wie vor hochdramatisch. [...] Da zieht sich einem das Herz zusammen.“

Die Kanzlerkandidatin war ohne Journalisten unterwegs, wollte mit den Betroffenen sprechen und trösten. Wären dies Pressetermine gewesen, hätte sie mehr Zeit und Ruhe gebracht. Sie habe außerdem einen Tag gewartet, bevor sie losfährt, um nicht als Politikerin im Weg zu stehen, wenn noch akut gerettet werde.

Sie fordere auch den Katastrophenschutz neu zu formieren, damit Hilfe schneller ineinandergreift und gebündelt werden könne - überregional, wie bei der Polizeiarbeit vom Bundeskriminalamt. Denn solche Notsituationen - wie Extremwetter oder Waldbrände häufen sich. „Deutschland hatte das große Glück, über Jahrzehnte relativ wenige Naturkatastrophen erleben zu müssen. Das hat aber auch dazu geführt, dass Katastrophenschutzmaßnahmen nicht ausreichend ausgebaut wurden – obwohl Experten seit Jahren vor klimabedingten Extremwettereignissen warnen. Es wurde nicht ausreichend Vorsorge getroffen“, so Baerbock. Dies soll nun analysiert werden.

Außerdem müsse ein striktes Bauverbot in Hochwasserrisikogebieten her.

09.34 Uhr: Zahl der Todesopfer im Kreis Ahrweiler steigt

Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist auf 117 gestiegen. Wie es heißt, seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin in Koblenz am Montag mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar. Am Sonntag war die Zahl der Flut-Toten in Rheinland-Pfalz mit 110 angegeben worden.

08.15 Uhr: Markus Söder im ARD-Morgenmagazin: „Brauchen einen Klima-Ruck in Deutschland“

Markus Söders Worte sind drängend, als er am Montagmorgen im ARD-Morgenmagazin spricht. Nach der furchtbaren Unwetter-Katastrophe, die auch Bayern schwer getroffen hat, sagt der bayrische Ministerpräsident: „Wir brauchen einen Klima-Ruck in Deutschland.“ Man wolle mehr investieren und die Heimat vor Ort stärker schützen, zum Beispiel gezielter in Mooren und Wäldern CO2 speichern. Er betont auch, dass Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern vorne läge, bei den Bio-Bauern, beim Co2-Ausstoß etwa.„Doch das reicht alles nichts“, so Söder. Ein finanzielles Klimaprogramm soll am Mittwoch in einer Regierungserklärung vorgestellt werden.

Auf die Frage schon früher klimaneutral zu werden - das bisherige Ziel liegt im Jahr 2040 - weicht er hingegen aus. Bayern sei dort schon eine Art Vorreiter, da der Bund 2050 als Klimaziel gefasst habe. Auch die Frage zur Abstandsregel bei der Windkraftenergie abzuschaffen oder zu verringern, lässt er halbwegs unbeantwortet. Der Wind sei in Bayern nicht das vorrangige Paragdigma bei erneuerbaren Energien, „die Sonne ist am stärksten“, so Söder. Sich auf Photovoltaik zu fokussieren, mache da viel mehr Sinn.

07.25 Uhr: Hochwasser in Passau - Pegel von Inn und Donau sinken

Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden und Osten Bayerns hat sich etwas entspannt. In Passau lag der Pegel der Donau am frühen Montagmorgen bei 8,18 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Von katastrophalen Zuständen sei man zum Glück noch entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei in Passau am Montag.

Auch im besonders stark von Unwettern getroffenen Berchtesgadener Land konnten die Menschen etwas aufatmen. „Die Nacht verlief ruhig“, hieß es bei der Feuerwehr. Die Helfer seien jetzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Anlass zur Hoffnung geben auch die Wetteraussichten. Bis auf einzelne kurze Schauer soll es in den kommenden Tagen trocken bleiben. Unwetter seien derzeit nicht in Sicht, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Völlige Entwarnung gibt es gerade in Städten wie Passau aber noch nicht. Uferpromenaden und Parkplätze waren bereits überflutet worden, Bewohner schützen ihre Häuser mit Sandsäcken und Barrieren. Der Scheitel der Hochwasserwelle wurde gegen 9 Uhr erwartet. Auch andernorts stiegen die Pegel, etwa in Neuburg an der Donau, wo die Hochwassermeldestufe drei erreicht wurde.

Besonders dramatisch war die Lage am Wochenende im Berchtesgadener Land gewesen. Hier hatte die Wucht des Wassers mit voller Kraft zugeschlagen, nachdem der Fluss Ache über die Ufer getreten war. Mehr als 160 Menschen mussten in der Urlaubsregion rund um den Königssee aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Ein Geologe prüfte zudem die Hänge, ob es dort zu Abrutschen kommen könne.

06.49 Uhr: Hier gibt es alle Infos und Entwicklungen zur Gefahrenlage in Ahrweiler

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat verkündet, dass es eine Facebook-Seite mit den aktuellsten Informationen rund um die Hochwasserkatastrophe gibt. Hier findest du alle wichtigen Infos.

Dort wird aktuell mitgeteilt, dass der Krisenstab nochmal eingehend darum bittet, keine weiteren Sachspenden abzugeben. „Die überwältigende Hilfsbereitschaft hat die derzeit vorhandenen Lagerkapazitäten für Kleidung und Lebensmittel vollkommen ausgeschöpft!“, heißt es. Und weiter: „ Sie behindern damit die Einsatzkräfte vor Ort.“

06.42 Uhr: Horst Seehofer reist am Montag nach Ahrweiler und Euskirchen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht am Montag die von der Unwetter-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der Minister wolle sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) machen. Das THW ist dem Bundesinnenministerium unterstellt. Die Organisation hat den Angaben zufolge 2500 Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen, Keller abzupumpen, die Stromversorgung sicherzustellen und um Schuttberge abzutragen.

Seehofer wird am späten Vormittag an der Steinbachtalsperre in Euskirchen (NRW) erwartet. Dort ist die Lage sehr angespannt, es droht ein Bruch. Deswegen wurden dahinter gelegene Ortschaften evakuiert. Gegen Mittag will Seehofer nach Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz fahren, um ein Krankenhaus zu besuchen. Dort hat das THW eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installiert, damit das Krankenhaus weiterhin das nötige Trinkwasser bekommt. Dies war nötig geworden, nachdem die Wassermassen die Leitungen im Umfeld der Klinik beschädigt hatten.

06.08 Uhr: Keine neuen Regenfälle - Zahl der Todesopfer auf 160 gestiegen

In der Nacht zum Montag waren keine Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr in Kraft. Die Meteorologen sagten für die Nacht auch abklingende Regenfälle an den Alpen voraus. Zwar seien tagsüber in Bayern vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt stehe Deutschland in den nächsten Tagen mit recht trockener Luft jedoch ein relativ ruhiger Witterungsabschnitt bevor.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer wegen der verheerenden Überflutungen in Deutschland war am Wochenende auf fast 160 gestiegen. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in Nordrhein-Westfalen auf 46 gestiegen war. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben. Es ist die schwerste Hochwasserkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten.

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