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Deutsche Bahn und GDL können sich endlich einigen – doch jetzt droht Pendlern der nächste Horror

Deutsche Bahn: Pendler und andere Bahnreisende können bald vielleicht aufatmen. (Symbolbild)
Deutsche Bahn: Pendler und andere Bahnreisende können bald vielleicht aufatmen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk

Jetzt könnte es gute Nachrichten von der Deutschen Bahn geben. Ausfälle und Verspätungen sollen bald seltener auftauchen.

Warum? Der Streik der Lokführer der Deutschen Bahn ist vorbei. Doch es drohen schon die nächsten Streiks.

Deutsche Bahn: Ende des Streiks in Sicht?

Es deuten sich Fortschritte im Tarifkonflikt zwischen Bahn und Gewerkschaft an: Bahn und GDL luden am frühen Donnerstagmorgen zu einer kurzfristigen Pressekonferenz ein, um über den aktuellen Stand zu informieren.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky würden über den Sachstand der Tarifverhandlungen informieren, hieß es in der Einladung. Die Bahn wollte sich noch nicht dazu äußern, ob es zu einer Einigung gekommen sei. Die GDL war nicht zu erreichen.

Sollte es so sein, dann würden streikbedingte Ausfälle und Verspätungen bald der Vergangenheit angehören.

Deutsche Bahn: Das bietet sie den Lokführern

In den vergangenen Tagen hätte es intensive Gespräche zwischen Bahn und Gewerkschaft gegeben. Dabei hatte die Deutsche Bahn ein Angebot vorgelegt, das die GDL bislang nicht abgelehnt hat.

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Das ist die Deutsche Bahn:

  • die Deutsche Bahn AG wurde am 1. Januar 1994 gegründet
  • entstand aus der Fusion der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR
  • beschäftigt rund 338.00 Mitarbeiter (Stand: Dezember 2020)
  • Umsatz 2020: 39,9 Milliarden Euro
  • Vorstandsvorsitzender ist Richard Lutz

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Es solle eine zusätzliche „Entgeltkomponente“ geben, Details sind nicht bekannt. Die GDL kündigte an, die Offerte zu prüfen und bekräftigte, „zu gegebener Zeit“ über weitere Schritte zu informieren.

Deutsche Bahn: Diese Forderung stellt die Gewerkschaft

Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an.

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Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro. Die Entgeltkomponente soll darüber hinaus gezahlt werden. Wie hoch sie sein und wie sie gezahlt werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Die GDL hatte in dieser Tarifrunde bislang dreimal gestreikt und dabei neben Pendlern auch viele Urlaubsreisende getroffen. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.

Deutsche-Bahn-Pendlern droht der nächste Streik

Nach drei Streiks drohen damit vorerst keine weiteren Arbeitskämpfe der Lokführer mehr. Allerdings kündigte die größere Bahn-Gewerkschaft EVG am Donnerstag an, dem Unternehmen nun ihrerseits einen Forderungskatalog vorzulegen.

„Wir bereiten uns auf Verhandlungen vor, aber auch auf Maßnahmen bis hin zum Arbeitskampf“, sagte Klaus-Dieter Hommel, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) der Deutschen Presse-Agentur. Das geschehe aber in Ruhe und ohne Hektik. „Wenn es einen Abschluss mit der GDL gibt, nehmen wir ihn zur Kenntnis und werden ihn bewerten.“

Die EVG hatte schon im vergangenen Jahr eine Einigung mit der Bahn erzielt; sie beinhaltet aber ein Sonderkündigungsrecht für den Fall, dass eine andere Gewerkschaft mehr herausholt. (vh mit dpa)