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Bundestagswahl: SPD-Politiker überrascht mit dieser Entschuldigung – „Es tut mir leid“

Bundestagswahl: SPD-Politiker überrascht mit dieser Entschuldigung auf einem seiner Wahlplakate! „Es tut mir leid“
Bundestagswahl: SPD-Politiker überrascht mit dieser Entschuldigung auf einem seiner Wahlplakate! „Es tut mir leid“
Foto: IMAGO / photothek

So ein Plakat hat es noch nie gegeben! Kein Wunder also, dass die Leute kurz vor der Bundestagswahl große Augen machen, als sie dieses SPD-Plakat sehen.

Erik von Malottki, der für seinen Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I - Vorpommern-Greifswald II in den Bundestag einziehen will, hat kurz vor der Bundestagswahl mit unserem Partnerportal Moin.de über sein ungewöhnliches Wahlplakat gesprochen.

Bundestagswahl: SPD-Politiker überrascht mit dieser Entschuldigung auf einem seiner Wahlplakate! „Es tut mir leid“

Malottki gilt nach eigenen Angaben in seiner Partei als SPD-Linker. Ein Wahlplakat, indem er sich mit den Worten „Hartz IV und Leiharbeit. Es tut mir leid!“ bei Bürgerinnen und Bürgern entschuldigte, passt in dieses Narrativ.

Zwar haben sich bis dato große Teile der SPD von Hartz IV eher distanziert, doch natürlich gibt es nach wie vor Befürworter der Maßnahme. Warum Malottki dennoch den mutigen Schritt ging, und sich – quasi ja auch im Namen seiner Partei – für Arbeitslosengeld II entschuldigte, erklärte er gegenüber Moin.de: „Mir war das Plakat zu Hartz IV und Leiharbeit sehr wichtig, denn die Agendapolitik unter Gerhard Schröder hat die SPD sehr viel Vertrauen gekostet. Die Arbeitsmarktreformen und die Einführung des Arbeitslosengeldes II haben den Sozialstaat in Deutschland massiv geschwächt und ein unwürdiges System geschaffen, das den Zweck der sozialen Absicherung verfehlt.“

Gerade als SPD-Kandidat habe es ihm daher am Herzen gelegen, zuzugeben, dass die damalige SPD-Regierung 2005 einen Fehler gemacht habe.

SPD und Grüne wollen weg von ihrem Hartz IV

„Der Großteil der SPD-Mitglieder teilt meine Einschätzung und wir haben vor Ort parteiintern, aber auch darüber hinaus, positives Feedback zum Plakat erhalten. Auch in den sozialen Netzwerken war der Zuspruch zu dem Plakat groß. Mir ist bewusst, dass es für einen Kandidaten sehr ungewöhnlich ist, ein solches Plakat aufzuhängen und eine solche Form von Fehlerkultur offen zu kommunizieren", so Erik von Malottki im Gespräch mit unserem Partnerportal.

Heute plant die SPD Hartz IV vom sogenannten „Bürgergeld“ ablösen zu lassen. In diesem Punkt sind sie sich mit den Grünen einig. „Mir ist es wichtig, dass wir bei der Einführung des Bürgergeldes als Grundsicherung darauf achten, dass es keine Sanktionsmaßnahmen gibt, die entwürdigend sind und die Idee einer Grundsicherung konterkarieren. Stattdessen wollen wir den Menschen durch Weiterbildung die Möglichkeit geben, wieder eine Arbeit aufzunehmen“, erklärt Malottki.

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CDU-Kanzerlerkandidat Armin Laschet hat zum Thema Hartz IV eine andere Meinung. Im letzten Triell ließ er verlauten, Hartz IV sei kein Beruf. Die Bundesregierung müsse alles daran setzen, Menschen in Arbeit zu bekommen. Letztlich müsse es aber beim Prinzip von Fördern und Fordern bleiben, so der 60-Jährige.

Wie Erik von Malottkis Chancen stehen und warum Philipp Amthor sich vor ihm in Acht nehmen muss, liest du bei unserem Partnerportal Moin.de.