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Christian Lindner: Experten rechnen mit FDP-Finanzpolitik ab – „Vorsintflutliche Agenda“

Christian Lindner: Wird er der neue Finanzminister? Wirtschaftswissenschaftler nehmen seine Finanzpolitik auseinander. (Archivfoto)
Christian Lindner: Wird er der neue Finanzminister? Wirtschaftswissenschaftler nehmen seine Finanzpolitik auseinander. (Archivfoto)
Foto: picture alliance/dpa

Ob Christian Lindner schon bald Finanzminister in einer Ampel-Koalition wird? Während der Posten für den FDP-Chef wohl der naheliegendste ist, haben zwei renommierte Wirtschaftsexperten seine Agenda scharf kritisiert.

Die Nobelpreisträger Adam Tooze und Joseph Stiglitz warnen in einem Gastbeitrag über Christian Lindner und dessen Politik.

Christian Lindner als Finanzminister? „Diese Art Crashtest kann sich weder Deutschland noch Europa erlauben“

Für Christian Lindner läuft es aktuell eigentlich gut. Seine FDP gilt als heimlicher Gewinner in den Ampel-Sondierungen, außerdem plant er die Hochzeit mit seiner Verlobten Franca Lehfeldt >>> alles dazu hier.

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Jetzt hat der FDP-Chef allerdings Gegenwind von zwei international bekannten Wirtschaftsexperten und Nobelpreisträgern bekommen. In einem Gastbeitrag in der„Zeit“ rechnen der Brite Adam Tooze und der US-amerikanische Dozent Joseph Stiglitz mit der Finanz-Agenda des Liberalen ab.

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Mehr über Christian Lindner:

  • Er wurde 1979 in Wuppertal geboren.
  • Lindner studierte in Bonn Politikwissenschaft.
  • Er war von 2011 bis 2020 verheiratet (mit Journalistin Dagmar Rosenfeld), seit 2018 ist er mit TV-Journalistin Franca Lehfeldt zusammen und seit September 2021 verlobt
  • 2008 wurde er Major der Bundeswehr-Reserve.
  • Seit 2013 ist er FDP-Parteichef.
  • Nun hat er gute Chancen, Finanzminister zu werden.

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Denn während die Grünen im Wahlkampf für die Umstellung auf erneuerbare Energien auch die Schuldenaufnahme plante, betonte die FDP stets die Wichtigkeit eines ausgeglichenen Bundeshaushaltes, in dem Schulden so gering wie möglich gehalten werden. Dieses Vorgehen, dass die Bundesregierung schon seit der Euro-Krise 2011 verfolgt, ist aus Sicht von Tooze und Stiglitz falsch: In Zeiten mit hohem öffentlichen Investitionsbedarf seien stattdessen neue Schulden vertretbar und sogar notwendig.

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„Um seiner selbst Willen sollte Lindner die unmögliche Aufgabe erspart werden, seine vorsintflutliche haushaltspolitische Agenda auf die finanzielle Situation von heute übertragen zu müssen“, heißt es laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in dem „Zeit“-Artikel. „Diesen Art Crashtest kann sich weder Deutschland noch Europa erlauben.“

Christian Lindner: Dieses Ministerium sollte er stattdessen übernehmen

Christian Lindner und die FDP stehen für einen strengen Sparkurs, die finanzpolitische Agenda ist „eine Anhäufung konservativer Klischees“. Diese beruhen auf der Ära der 1990er, aber: „Wir leben nicht länger in der Welt, die sie hervorgebracht hat“, sind sich die Wirtschaftsexperten einig.

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Tooze und Stiglitz empfehlen stattdessen, dass Grünen-Politiker Robert Habeck Finanzminister werden – und Christian Lindner ein „Superministerium für Digitaltechnologie“ übernehmen soll, so das RND.

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Die Corona-Politik wurde derweil bei „Maybrit Illner“ kritisiert. In der Talkshow schlägt Karl Lauterbach Alarm. Um welche „Dramatik“ es dabei geht, kannst du hier nachlesen >>> (kv)