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Gas-Notfallplan: Nächste Alarmstufe erreicht! Was bedeutet das für dich als Verbraucher?

Sorge vor russischem Gasstopp: Speicher in Deutschland werden aufgefüllt

Sorge vor russischem Gasstopp: Speicher in Deutschland werden aufgefüllt

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine werden derzeit die Gasspeicher in Deutschland aufgefüllt, um unabhängiger vor einem möglichen Lieferstopp Russlands zu sein. Der Füllstand sei derzeit "gut, aber nicht ausreichend", heißt es aus dem Bundeswirtscaftsministerium.

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Es wird ernster: Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck hat am Donnerstag die zweite Stufe im „Notfallplan Gas“ ausgerufen.

Es gibt drei Krisenstufen. Die Frühwarnstufe hatte Habeck bereits im März verkündet. Die zweite Alarmstufe bedeutet nun, dass die Gasversorgung gestört ist und sich damit die Versorgungslage verschlechtert hat. Hintergrund sind die abnehmenden Exporte aus Russland nach Deutschland. Durch die Gazprom-Ostseepipeline Nord Stream fließt nur noch 40 Prozent der Maximalkapazität. Offenbar ist die Drosselung politisch gewollt vom Putin-Regime.

Gas-Notfallplan: Nächste Alarmstufe jetzt erreicht! Was bedeutet das aber für die Verbraucher?

Was bedeutet diese angespannte Versorgungslage nun für die Millionen Gas-Verbraucher in Deutschland? Fast die Hälfte aller Deutschen (49,5 Prozent) heizen mit Gas. Rund ein Drittel (31 Prozent) des gesamten deutschen Erdgasverbrauches geht auf das Konto der Privathaushalte. Hier wäre also neben der Industrie und Stromversorgung auch ein großes Einsparpotenzial vorhanden, wenn sich die Speicher im Winter leeren.

„Gas ist von nun an ein knappes Gut“, sagte Habeck am Donnerstag. „Alle Verbraucherinnen und Verbraucher – sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten – sollten den Gasverbrauch möglichst weiter reduzieren, damit wir über den Winter kommen“, so der Bundesminister.

Gas-Notfallplan von Robert Habeck: Privathaushalte gehören zu den „geschützten Kunden“

Noch ist Deutschland von der Notfallstufe recht weit entfernt, doch die Lage spitzt sich mit Blick auf die kommenden kalten Monate zu. Bei dieser dritte Stufe sieht der Notfallplan vor, die Versorgung der „geschützten Kunden“ sicherzustellen. Das würde geschehen, indem der Staat durch die Bundesnetzagentur bei der Verteilung eingreift.

Zu den geschützten Kunden gehören private Haushalte, aber auch Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen zur Pflege und Betreuung behinderter Menschen sowie etwa Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr. Nicht jedoch beispielsweise Chemie- und Industriefabriken.

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Habeck ruft Kunden eindringlich zum freiwilligen Gas-Sparen auf

Auch wenn staatliche Eingriffe für Privatkunden mittelfristig nicht drohen, sollen sie freiwillig sparen, um die Gesamtlage zu verbessern. Dazu ruft Habeck immer wieder auf. Beispielsweise indem weniger warmes Wasser verbraucht wird, also kürzer geduscht oder zusätzlich auch ein Sparduschkopf verwendet wird.

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Auch beim Kochen bestehen Einsparmöglichkeiten, beispielsweise indem man Deckel nutzt oder die Töpfe und Pfannen nur auf die passenden Herdplatten stellt. Ein großes Potenzial, um die eigenen Energiekosten zu senken und damit auch Gas zu sparen, gibt es zusätzlich beim Heizen. So dürfen es im Schlafzimmer auch im tiefen Winter ruhig ein paar Grad weniger sein als im Wohnzimmer.