Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Gedenkstätte für Justizopfer geplant

Die an der Gedenkstätte beteiligten Parteien, zeigen eine der Metall-Tafeln, die ihren Platz an der Gedenkstätte finden sollen.
Die an der Gedenkstätte beteiligten Parteien, zeigen eine der Metall-Tafeln, die ihren Platz an der Gedenkstätte finden sollen.
Foto: Lara Hann
  • Gedenkstätte für Hingerichtete der JVA soll gebaut werden.
  • Schüler sind zu Ideenwettbewerb aufgerufen.
  • Entwurf wird auf Hauptfriedhof realisiert.

Wolfenbüttel. Hingerichtet und für Forschungszwecke an das Anatomische Institut in Göttingen übergeben - 217 Menschen hat dieses Schicksal in der Zeit des zweiten Weltkrieges in der JVA Wolfenbüttel getroffen.

Ab 1937 gab es im Gefängnis Wolfenbüttel eine Hinrichtungsstätte, in der mindestens 527 Menschen, die von der nationalsozialistischen Justiz zum Tode verurteilt wurden hingerichtet wurden. Die Toten wurden in der Regel entweder auf dem Hauptfriedhof Lindener Straße oder auf dem katholischen Friedhof am Jahnstein in Einzelgräbern bestattet.

Aber 217 der Hingerichteten wurden nach Göttingen gebracht, von wo aus ihr weiterer Verbleib nicht mehr nachvollzogen werden kann.

Im Jahr 2015 erhielten die auf dem Gräberfeld 13a, des Hauptfriedhofs, bestatteten Hingerichteten individuelle, namentlich gekennzeichnete Granitstelen. Nun sollen auch die 217 nach Göttingen geschafften Menschen auf dem Platz gewürdigt werden.

Wettbewerb unter Schülern

Die Stadt Wolfenbüttel veranstaltet zusammen mit MAN und der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel einen Ideenwettbewerb unter weiterführenden Schulen für Schüler ab der zehnten Klasse in Braunschweig und Wolfenbüttel, um einen Erinnerungsort für die zum Teil namenlosen Getöteten auf dem Gräberfeld 13a des Hauptfriedhofs zu schaffen.

"Die Schüler sollen ihrer Fantasie bei der Entwicklung einer Gedenkstätte freien Lauf lassen", betont Gustav Partington, Pädagogischer Mitarbeiter der JVA Gedänkstätte. Beachten müssten die Schüler aber, dass auf die Gedenkstätte 217 Metall-Tafeln mit den zum Teil bereits bekannten Namen der Verstorbenen ihren Platz finden müssen. "Außerdem wäre es natürlich gut, wenn die Entwürfe auch wirklich umsetzbar wären", erklärt er.

Angehörige der Verstorbenen hatten im Vorhinein um eine Erinnerungsstätte für die Hingerichteten gebeten. "Auf diese Weise sollen die Menschen, die ihre letzte Ruhe nicht auf dem Friedhof gefunden haben zumindest wieder einen Namen bekommen", erklärt Bürgermeister Thomas Pink (CDU).

Eine Jury mit Vertretern der Veranstalter sowie unabhängigen Experten benennt drei herausragende Entwürfe für den Erinnerungsort, die auch prämiert werden. Nach einer Prüfung der Umsetzbarkeit wird einer der ausgewählten Entwürfe dann realisiert.

Wie nehme ich teil?

Eine formlose Anmeldung zum Wettbewerb muss bis Freitag, den 6. April unter folgender Mailadresse eingegangen sein: gustav.partington@stiftung-ng.de. Stichtag für die Abgabe der Wettbewerbsbeiträge ist Freitag, der 25. Mai.

Die teilnehmenden Schüler müssen, zwischen dem 6. März und 16. März, an einer Führung durch die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und dem zukünftigen Standort teilnehmen. Anmelden müssen sie sich dazu ab dem 19. Februar mindestens 14 Tage vor der geplanten Führung.

Wolfenbüttel 

Erkerode: Motorrad rammt Linienbus

Symbolbild
Symbolbild
Foto: Friso Gentsch / dpa
Mehr lesen