Wolfenbüttel 

Polizei-Statistik: Brand des Ärztehauses bleibt ungeklärt

Stundenlang musste die Feuerwehr in der Nacht zum Ostermontag 2017 gegen die Flammen am Ärztehaus kämpfen (Archivbild).
Stundenlang musste die Feuerwehr in der Nacht zum Ostermontag 2017 gegen die Flammen am Ärztehaus kämpfen (Archivbild).
Foto: Jörg Koglin
  • Kripo-Chef: Historisch niedriger Kriminalitätsstand.
  • Höchste Aufklärungsquote bisher.
  • Probleme: Brandstiftungen und Kellereinbrüche.

Wolfenbüttel. Täglich eine neue Polizeistatistik - es ist in der Region derzeit eine regelrechte "Tournee". Nach Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter, Helmstedt und Peine gab's am Dienstag den Tournee-Höhepunkt: die Statistik von Wolfenbüttel.

Denn der Landkreis sei nicht nur der "sicherste in der gesamten Region und wahrscheinlich auch des Landes Niedersachsen", fasste der Kripo-Chef und stellvertretende Kommissariatsleiter Thomas Arth zusammen.

"Niedrigste Fall-Zahl des Jahrhunderts"

In diesem ohnehin sicheren Landkreis gab's 2017 zudem "die niedrigste Fallzahl in diesem Jahrhundert" (4.384, -63 gegenüber 2016). Zudem habe die Aufklärungsquote mit 63,23 Prozent (+ 5,08 Prozentunkte) ein "historisches Hoch" erreicht, freute sich Arth.

Ärztehaus-Brand: Nicht aufgeklärt

Für die Polizeiarbeit des vergangenen Jahres nannte der Erste Kriminalhauptkommissar zwei klare Schwerpunkte: den Kampf gegen Einbrecherbanden einerseits und die Ermittlungen nach der Serie von Brandstiftungen; diese hatte in der Nacht zum Ostermontag 2017 mit dem Brand des Ärztehauses am Lessingplatz ihren Höhepunkt.

Allerdings, musste Thomas Arth einräumen, seien in diesem Fall die Ermittlungen einer zeitweise neunköpfigen "Sonderkommission" ergebnislos geblieben: Seine Beamten haben im September zwar zwei Verdächtige auf frischer Tat erwischt, die in der Vernehmung dann das Legen von fünf Containerbränden zugegeben haben.

Doch sie bestreiten, das Feuer am Ärztehaus gelegt zu haben - und ihnen nachweisen kann es die Polizei bislang nicht. Ohnehin scheinen in Wolfenbüttel mehrere Brandstifter aktiv zu sein: Während die beiden Festgenommenen "bei uns im Gewahrsam saßen, brannte der nächste Container", schildert der Kripo-Chef.

Insgesamt registrierte die Wolfenbütteler Polizei im vergangenen Jahr 34 Brandstiftungen - das ist ein Plus von 18; und nur jede zweite ist bislang aufgeklärt.

Kommissar Computer

Weiterer Schwerpunkt: die Einbrüche. Stolz sind die Beamten dabei auf den deutlichen Rückgang von Wohnungseinbrüchen: 89 Anzeigen gab's im vergangenen Jahr, das sind 35 weniger als noch 2016. Und: Nur bei 50 Einbrüchen waren die Täter auch wirklich erfolgreich.

Aus Sicht Arths liegt das zum einen an der Präventionsarbeit der Polizei: Jährlich gebe es 400 bis 500 Beratungsgespräche zum besseren Schutz der Wohnungen.

Außerdem habe die Polizei auf Inspektionsebene die Ermittlungen in Salzgitter zentralisiert - und die dortigen Spezialisten setzen offenbar mit gutem Erfolg eine computergestützte "Einbruchsvoraussage" ein. Je nach Ergebnis verstärke die Polizei dann ihre Streifen und Kontrollfahrten.

Zahl der Kellereinbrüche "erschreckend"

Nichts genutzt hat so etwas aber augenscheinlich bei den Kellereinbrüchen: Hier ist die Zahl sprunghaft um 87 auf 123 angestiegen. "Erschreckend", kommentierte der Kripo-Chef. Die Vermutung der Ermittler: Überregional organisierte Banden grasen sowohl die Stadt Wolfenbüttel als auch inzwischen das Umland wie Cremlingen ab.

Deutlich erhöht hat sich im vergangenen Jahr auf die Zahl der Einbrüche in Gewerbeobjekte: Hier gab's eine Zunahme um 31 auf 101. Davon gehen allerdings 36 auf das Konto eines inzwischen festgenommenen Wolfenbüttelers, der mit der Beute seinen Drogenkonsum finanziert habe.

Ausländeranteil höher

Insgesamt haben die Beamten des Wolfenbütteler Kommissariats 2.210 Verdächtige ermittelt, ein leichtes Plus von 3. Ausländischer Nationalität waren laut Statistik 471 Beschuldigte.

Laut Polizei fällt hier ein leicht überdurchschnittlicher Anteil von Ausländern an Straftaten auf: So liege der ausländische Bevölkerungsanteil im Landkreis Wolfenbüttel bei 5,7 Prozent. Auf ausländische Tatverdächtige gehen allerdings 7,7 Prozent der erfassten Straftaten.

Gegen den Trend gebe es in Wolfenbüttel aber keinen Anstieg von Jugendkriminalität, betonte der Kripo-Chef