Wolfenbüttel 

Brandruine: Ermittler wollen heute rein

In sämtlichen Etagen des Mehrfamilienhauses hatte es gebrannt. Nun wollen Ermittler der Polizei erstmals versuchen, in die Ruine zu kommen und Spuren zu sichern. Die Brandursache ist noch völlig unklar.
In sämtlichen Etagen des Mehrfamilienhauses hatte es gebrannt. Nun wollen Ermittler der Polizei erstmals versuchen, in die Ruine zu kommen und Spuren zu sichern. Die Brandursache ist noch völlig unklar.
Foto: Jörg Koglin
  • Kommen Brandermittler heute in die Ruine?
  • Bisher keine Hinweise auf Brandursache.
  • Zustand von Bewohner weiter kritisch.

Wolfenbüttel. Spezialisten der Polizei wollen im Laufe des heutigen Donnerstag versuchen, in die Ruine des ausgebrannten Mehrfamilienhauses an der Ecke Zickerickstraße/Goslarsche Straße zu kommen. Das kündigte der Wolfenbütteler Polizeisprecher Frank Oppermann gegenüber news38.de an.

Von dem Vor-Ort-Termin erhoffen sich die Ermittler, bei der Suche nach der Brandursache weiterzukommen. Noch gebe es keinerlei Hinweise, betonte Oppermann.

Am späten Dienstagabend war das in Fachwerkbauweise errichtete Haus in Flammen aufgegangen, dabei wütete das Feuer in sämtlichen Etagen. Trotz der bis weit in den Mittwochmorgen währenden Löscharbeiten hatten sich Glutnester gehalten, so dass die Feuerwehr noch am Nachmittag zum Nachlöschen anrücken musste.

Alle Bewohner waren am Dienstag zwar rechtzeitig aus dem Inferno herausgekommen, vier erlitten dabei jedoch Rauchvergiftungen; eine Schwangere wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

Bewohner weiter in Lebensgefahr

Unverändert kritisch ist unterdessen der Zustand eines Bewohners, der sich mit einem Sprung in ein Rettungskissen der Wolfenbütteler Wehr in Sicherheit bringen wollte. Nach dem ersten Aufschlag prallte er vom Polster ab und schlug mit dem Kopf auf. Er verletzte sich dabei so schwer, dass er ins Klinikum nach Braunschweig gebracht werden musste.

Dort kämpfen Ärzte weiterhin um sein Leben: "Es besteht nach wie vor Lebensgefahr", sagte Polizeisprecher Oppermann.

So sah's am Mittwoch vor Ort aus

Keine Parallelen zum Ärztehaus

Unterdessen dementierte Oppermann Spekulationen, der Brand des Mehrfamilienhauses könnte sich ähnlich entwickelt haben wie das Feuer am Ostermontag vergangenen Jahres am Ärztehaus am Lessingplatz. Dort hatten Unbekannte zwei dicht am Gebäude stehende Altpapiercontainer angezündet - die Flammen sprangen dann über auf die Dämmfassade des Ärztehauses.

Eine in Nachtbereitschaft weilende Apothekerin hatte sich erst in letzter Sekunde vor den Flammen retten können, am Gebäude sowie an medizinischen Geräten war ein Millionenschaden entstanden.

Am Dienstagabend war im ersten Alarm für die Feuerwehr von einem "brennenden Müllbehälter in der Zickerickstraße" die Rede; allerdings bemerkten die Löschkräfte bereits bei der Anfahrt, dass das gesamte Haus lichterloh brannte.