Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Abdou ist Azubi – und alle schwärmen von ihm

Große Freude bei allen Beteiligten: Andrea Klein (von links) und Marion Mai vom DRK haben Abdouramane Barry in der Jugendwohngruppe "Leo" betreut. Jetzt arbeitet der Flüchtling aus Guinea bei der Firma Georg Hindemith. Prokuristin Anja Czarnetzki hat für ihren neuen Mitarbeiter die Wohnung organisiert.
Große Freude bei allen Beteiligten: Andrea Klein (von links) und Marion Mai vom DRK haben Abdouramane Barry in der Jugendwohngruppe "Leo" betreut. Jetzt arbeitet der Flüchtling aus Guinea bei der Firma Georg Hindemith. Prokuristin Anja Czarnetzki hat für ihren neuen Mitarbeiter die Wohnung organisiert.
Foto: DRK

Wolfenbüttel. Abdouramane Barry hat in Deutschland ein neues Leben begonnen. Vor zwei Jahren floh der heute 18-Jährige aus seinem Heimatland Guinea. Seitdem wohnte der Flüchtling in der interkulturellen DRK-Jugendwohngruppe "Leo" in Wolfenbüttel.

DRK schwärmt von Abdou

"Unsere Aufgabe ist es dort, die jungen Menschen zu betreuen und auf die Selbstständigkeit vorzubereiten", sagt Andrea Klein vom DRK. Dazu gehört es beispielsweise Tugenden zu lernen, wie Pünktlichkeit und Sauberkeit sowie gesellschaftliche Regeln. "Bei 'Abdou sah das Zimmer immer vorbildlich aus." Auch sonst habe er in kurzer Zeit enorme Fortschritte gemacht und sich schnell eingelebt.

Ausbildung in Braunschweig

Inzwischen hat "Abdou" eine Ausbildung bei der Baufirma Georg Hindemith in Braunschweig angefangen. Er möchte unbedingt Trockenbauer werden. "Er ist hoch motiviert und vorbildlich pflichtbewusst", heißt es von der Firma. Solchen Nachwuchs zu finden, werde im im mittelständischen Handwerk immer schwieriger.

"Die Kollegen haben mich sehr gut aufgenommen. Ich lerne sehr viel", erzählt der 18-Jährige. Im Januar zieht er in seine erste eigene Wohnung. Er hatte großes Glück: Durch seine Volljährigkeit galt das Jugendhilfegesetz nicht mehr – und die DRK-Unterkunft ist nur für Minderjährige vorgesehen...

Ihm drohte die Obdachlosigkeit

Eine bezahlbare Wohnung war nicht zu finden, Abdou drohte die Obdachlosigkeit. Sein Arbeitgeber mietete ihm dann übergangsweise eine Wohnung an. "Leider haben wir noch viele junge Leute in unserer Unterkunft, die derzeit keine Wohnung finden, obwohl die beruflichen Perspektiven passen", so DRK-Einrichtungsleiterin Marion Mai. (ck/bl)