Wolfenbüttel 

Dramatisch, tierisch und kurios – die Feuerwehr Wolfenbüttel blickt zurück

Das Feuer in der Zickerickstraße kostete ein Menschenleben - und raubte vielen Menschen ihr Zuhause und ihre Erinnerungen.
Das Feuer in der Zickerickstraße kostete ein Menschenleben - und raubte vielen Menschen ihr Zuhause und ihre Erinnerungen.
Foto: Rudolf Karliczek

Wolfenbüttel. Auch die Feuerwehr Wolfenbüttel blickt zurück aufs Jahr 2018. news38.de hat sich mit Feuerwehr-Sprecher Tobias Stein über Einsätze unterhalten, die ihm und seinen Kollegen besonders im Kopf geblieben sind. Es sind vier Situationen, an die sich Stein und sein Team spontan ganz besonders erinnern. Dramatisch. Tierisch. Und kurios.

Tödlicher Großbrand an der Zickerickstraße

Vor allem der tödliche Großbrand an der Zickerickstraße im Juli beschäftige ihn noch immer. Als klar war, dass ein Wohnhaus brennt, habe er - nach 26 Jahren Einsatzdienst - geahnt, was für ein Szenario da gerade abläuft. "Und immer der Gedanke: hoffentlich waren keine Menschen mehr in dem Wohnhaus", so Stein.

"Der Himmel war rot gefärbt, zahlreiche Einsatzfahrzeuge säumten die Straße, viele Menschen standen hinter den Absperrungen der Polizei und blickten in Richtung des Feuers. Je näher ich in Richtung des Wohnhauses ging, umso mehr wurde mir das tatsächliche Ausmaß des Brands bewusst", erinnert er sich an den Abend des 10. Juli. Auch sein Einsatz habe bis zum frühen Morgen gedauert.

Der Brand hatte das komplette Mehrfamilienhaus vernichtet. Ein 61-Jähriger Bewohner starb später im Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Sprungverletzungen. Immerhin hatte Wolfenbüttel eine Welle der Solidarität erlebt; die Brandopfer bekamen viele Spenden und Trost.

Artikel zum tödlichen Brand:

Öl, ein Euro und vier Schüler

Ende Januar erlebte die Feuerwehr einen besonderen Einsatz. Eigentlich ging es nur darum, einen Ölfleck in der Ackerstraße zu beseitigen. Allerdings hatten sich vier Schüler etwas besonderes einfallen lassen: Ein dicker Pfeil, mit Kreide auf den Asphalt gemalt, zeigte auf das Öl; ein Feuerwehrauto dazu, der Gefahrenbereich war markiert.

Neben dem Ölfleck hatten die Jungs noch eine Ein-Euro-Münze gelegt mit dem Hinweis: "Liebe Feuerwehr, den haben sie sich verdient". Das Geld nahm Einsatzleiter Kurt Jakobi nicht an. Er entfernte den Fleck auch so - und lud die Jungs zu einer Besichtigung der Feuerwache in Wolfenbüttel ein.

Die Krähe im Supermarkt

Auch "tierische Einsätze" bleiben in den Köpfen der Feuerwehrleute hängen. Zum Beispiel die Rettung einer Krähe, die Anfang Juni versehentlich auf Shopping-Tour im E-Center an der Schweigerstraße war. Kurios war schon die Anfahrt: Weil die Kräfte gerade eine Bootsausbildung hatten, rückten sie zur Krähen-Rettung mit Bootsanhänger und Drehleiter an.

"Eine Feuerwehrfrau und fünf Feuerwehrmänner leisteten fortan sportliche Arbeit und hasteten der Krähe hinterher, die stets ein paar Meter flog und dann auf Leitungen der Sprinkleranlage Platz nahm", erinnert sich Stein.

Als man ihr näher kam, habe sich konsequent mit ihrem Schnabel gewehrt. "Und so blieb den Feuerwehrleuten nur, sich kritisch von dem Vogel beäugen zu lassen." Letztlich war es ein Tierarzt, der den lautstark protestierenden Krähenvogel einfing: "Auf dem Boden der Tatsachen zurück, gab es für die Krähe eine Untersuchung und Übernachtung in der Tierarztpraxis hinzu."

Student will Pommes im Topf machen

Und dann war da noch der studentische Hobbykoch auf dem Ostfalia-Campusgelände. Der junge Mann hatte Anfang November versucht, sich Pommes zuzubereiten – in einem Topf!

Wenig überraschend, dass das schief ging. Die Brandmeldeanlage löste aus, die Feuerwehr rückte zur Uni aus.

Unter Atemschutz löschten sie den Brand in der Küche. Außerdem musste einmal gut durchgelüftet werden. Ob der Student an dem Abend hungern musste, ist nicht überliefert.