Wolfenbüttel 

Nach Attacken auf Einsatzkräfte in Wolfenbüttel: Pink ist "stinksauer"

Die Einsatzkräfte mussten am Mittwoch nicht nur ein Feuer löschen, sondern sich auch mit uneinsichtigen Mitbürgern auseinander setzen.
Die Einsatzkräfte mussten am Mittwoch nicht nur ein Feuer löschen, sondern sich auch mit uneinsichtigen Mitbürgern auseinander setzen.
Foto: Jörg Koglin

Wolfenbüttel. "Ich bin stinksauer", macht Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink seinem Ärger Luft. Grund für die schlechte Laune des Rathaus-Chefs sind Vorkommnisse, die sich am Rande eines Brandeinsatzes in der Wolfenbütteler Innenstadt am Mittwoch ereignet haben.

Konkret waren gleich zwei Einsatzkräfte während des Einsatzes von zwei Autofahrern attackiert worden. Die Einsatzkräfte hatten den Autofahrern - aus gutem Grund - die Einfahrt in den für die Lösch- und Rettungsarbeiten abgesperrten Bereich verwehrt.

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Verbal und auch körperlich gingen die Autofahrer auf einen Feuerwehrmann und eine Feuerwehrfrau. Ein Autofahrer sei dem freiwilligen Helfer laut einer Mitteilung der Stadt Wolfenbüttel mit seinem Auto über den Fuß gefahren, der andere Fahrer soll einer Feuerwehrfrau die Haltekelle aus der Hand geschlagen und sie genötigt haben, ihren Namen und Geburtsdatum zu nennen, damit er sie anzeigen könne.

"Selbst wenn wir mittlerweile fast täglich bundesweit von Angriffen auf Rettungskräfte hören, werde ich es nicht zulassen, dass dies in Wolfenbüttel zur Normalität wird. Angriffe auf Rettungskräfte: Das dulde ich nicht", betont der Rathauschef.

Die zunehmende Respektlosigkeit und Tendenz, persönliche Interessen vor das Allgemeinwohl zu stellen, treibt ihm die Sorgenfalten auf die Stirn. "Das zeigt, wie sich unsere Gesellschaft verändert – und leider nicht zum Guten".

Bilder des Brandes

Auch Stadtbrandmeister Olaf Glaeske kann nur mit dem Kopf schütteln. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie jemand sein Interesse als dringender einschätzt, als das Retten von Menschenleben", sagt er.

Stadt zieht Konsequenzen

Pink kündigt an, dass gegen die entsprechenden Fahrzeugführer Strafanzeige erstattet wird. Auch wird die Stadt einen Vermerk an den Landkreis schicken und anregen, die charakterliche Eignung der Kraftfahrer zum Führen eines Fahrzeuges überprüfen zu lassen. „In meinen Augen ist dies nicht der Fall“, so der Bürgermeister.

Zum Glück seien Vorfälle dieser Art in Wolfenbüttel nicht die Regel und Pink dankt ausdrücklich den vernünftigen Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis. Und natürlich danke er den Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei für die geleistete Arbeit, die Schlimmeres verhindert hat. (mvg)