Wolfenbüttel 

Gefährlicher Brechdurchfall: Rotavirus auf dem Vormarsch – vor allem in Wolfenbüttel

Niedersachsenweit wurden dieses Jahr bereits mehr als doppelt so viele Rotavirus-Infektionen gemeldet wie 2018 insgesamt.
Niedersachsenweit wurden dieses Jahr bereits mehr als doppelt so viele Rotavirus-Infektionen gemeldet wie 2018 insgesamt.
Foto: imago images / Science Photo Library
  • Virus löst heftigen Brechdurchfall aus
  • Besonders kleine Kinder sind gefährdet
  • Krankenkasse rät zu konsequenter Hygiene

Hannover/Region38. In Niedersachsen macht der Rotavirus die Runde. Auch in unserer Region haben die Meldungen von entsprechenden Infektionen stark zugenommen. Die Krankenkasse "IKK classic" hat die Zahlen des Robert Koch-Instituts nun bis zum 23. Juni ausgewertet.

Demnach wurden landesweit fast 3.000 Rotavirus-Infektionen (2.964) gezählt. Das sind mehr als doppelt so viele, wie im gesamten Jahr 2018 (1.377).

Auch in der Region38 wurde der Vorjahreswert schon längst überschritten. Vor allem im Landkreis Wolfenbüttel. Hier kommen die aktuellen Zahlen im Vergleich mit denen des Vorjahreszeitraums sowie den Zahlen aus dem gesamten Jahr 2018.

Rotavirus in der Region38 - die Fallzahlen:

  • Braunschweig (99/37; 2018: 64)
  • Wolfsburg (63/11; 2018: 21)
  • Salzgitter (56/11; 2018: 18)
  • Wolfenbüttel (111/15; 2018: 25)
  • Helmstedt (88/13; 2018: 14)
  • Peine (65/28; 2018: 49)
  • Gifhorn (66/35; 2018: 71)

Außer in Sachsen und Thüringen hat die Infektionsrate mit dem für Kinder und Senioren gefährlichen Krankheitserreger in allen Bundesländern zugenommen.

+++ Mehr Rotavirus-Infektionen in Niedersachsen +++

„Die Zahlen schwanken zwar von Jahr zu Jahr stark“, sagt Uwe Kuhlmann, Regionalgeschäftsführer der IKK classic in Hameln. „Die Steigerung in diesem Jahr ist aber ungewöhnlich, vor allem in Niedersachsen.“ So dramatisch wie der dortige Anstieg sei er nur noch in Brandenburg und Berlin.

Die Gründe für den Anstieg sind unklar. Das Robert Koch-Institut verweist darauf, dass es immer wieder Jahre mit höheren Fallzahlen gibt. Besonders viele Erkrankungen gab es in Niedersachsen in der Saison 2007/2008.

Brechdurchfall durch Rotavirus-Infektion

Rotaviren lösen starken Brechdurchfall aus. Wenn der starke Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird, kann die Erkrankung tödlich enden. Vor allem für Säuglinge und Kleinkinder kann die Infektion lebensgefährlich sein.

Erbrechen und Durchfall setzen plötzlich und heftig ein, auch Bauchkrämpfe und Fieber können auftreten. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung meistens milder und ist nur für chronisch Kranke und ältere Menschen riskant.

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Die Übertragung der hoch ansteckenden Viren erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektion (fäkal-oral). Winzige Mengen reichen dafür aus. Nach ein bis drei Tagen setzen die Symptome ein. „Vor einer Ansteckung kann man sich kaum schützen", sagt Kuhlmann.

Impfung gegen Rotaviren

Die wichtigste Vorsorge sei konsequente Hygiene. Deshalb rät die Krankenkasse, häufig die Hände gründlich zu waschen und den WC-Sitz vor Gebrauch zu desinfizieren – vor allem bei Gemeinschaftstoiletten. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Impfung gegen Rotaviren. (ck)