Wolfenbüttel 

Krätze in Pflegeheim in Wolfenbüttel: Angehöriger mit heftigen Vorwürfen – jetzt kontert der Betreiber

Laut der Korian Gruppe leidet nur noch ein Bewohner des Curanum in Wolfenbüttel an Krätze. Allerdings werde der Mann die Hautkrankheit einfach nicht los (Symbolbild).
Laut der Korian Gruppe leidet nur noch ein Bewohner des Curanum in Wolfenbüttel an Krätze. Allerdings werde der Mann die Hautkrankheit einfach nicht los (Symbolbild).
Foto: dpa

Wolfenbüttel. Im April hatten mehrere Krätze-Fälle in einem Pflegeheim in Wolfenbüttel für Schlagzeilen gesorgt. Ein Bewohner und sechs Pflegekräfte des "Curanum" litten unter dem starken Juckreiz. Jetzt hat sich ein Angehöriger an news38.de gewandt; ihm zufolge gibt es in dem Heim immer noch Krätze (Skabies).

Krätze im Curanum Wolfenbüttel

Seine Vorwürfe sind heftig: "Zwischenzeitlich waren mehr Angestellte als Patienten betroffen und es wird nicht in den Griff bekommen. Das Thema wird totgeschwiegen und die Angehörigen müssen tatenlos zusehen", schreibt er uns bei Facebook.

Korian Gruppe widerspricht

Eine Sprecherin der Korian Gruppe, die das Curanum in Wolfenbüttel betreibt, widerspricht vehement. Auf Nachfrage sagt sie, dass es seit dem Ausbruch im April keine neuen Skabies-Fälle in dem Heim an der Dr.-Kirchheimer-Straße gegeben habe. "Allerdings ist der betroffene Bewohner die Hautkrankheit nicht losgeworden", sagt sie.

Zuletzt seien daher alle Bewohner und Mitarbeiter der Station noch einmal behandelt worden – rein prophylaktisch. Wegen des erkrankten Bewohners seien auch alle Vorkehrungsmaßnahmen im Curanum erhalten geblieben. "Wir wollen da auf Nummer sicher gehen", so die Korian-Sprecherin.

Insgesamt wurden in Wolfenbüttel zuletzt immer mehr Krätze-Fälle gemeldet. Gab es laut "Wolfenbütteler Zeitung" etwa in den Jahren 2015 und 2017 keinen einzigen, waren es im vergangenen Jahr gleich 26 Fälle.

Was ist denn überhaupt Krätze?

Krätze ist eine ansteckende und stark juckende Hauterkrankung. Verursacher sind winzige Parasiten, sogenannte Krätzmilben. Sie graben kleine Gänge in die Haut und legen dort ihre Eier ab.

Der starke Juckreiz verleitet zum Kratzen, daher der Name der Krankheit. Bei Erwachsenen sind vor allem Finger und Zehen, Achseln und Genitalien betroffen.

+++ Mehrere Krätze-Fälle in Seniorenheim - Bewohner und Mitarbeiter betroffen +++

Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Meist werden die Milben durch Körperkontakt übertragen, gelegentlich auch indirekt durch Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher. (ck)