Wolfenbüttel 

Asse: Arbeiten am Atommülllager beginnen – es ist höchste Zeit!

Im Bergwerk Asse sollen jetzt Bohrungen stattfinden. Die Zeit drängt...
Im Bergwerk Asse sollen jetzt Bohrungen stattfinden. Die Zeit drängt...
Foto: dpa

Asse. Am Atommülllager Asse im Landkreis Wolfenbüttel finden in dieser Woche Bohrungen statt. Sie dienen zur Vorbereitung, den radioaktiven Müll aus dem Bergwerk zu holen. Es wird höchste Zeit.

Asse: Radioaktiver Müll muss schnellstmöglich entfernt werden

Im Bergwerk Asse lagern seit über 50 Jahren 126.000 Fässer mit schwach- bis mittelradioaktivem Müll. Weil aber täglich Wasser in das marode Bergwerk eindringt, gibt es den gesetzlichen Auftrag, die Asse unverzüglich stillzulegen und den Müll zurückzuholen.

Deshalb sollen in dieser Woche Testbohrungen am Bergwerk stattfinden. Sie dienen dazu, seismische Messungen, also Messungen, die die geologische Struktur des Geländes betreffen, vorubereiten. Doch es gibt ein Problem.

Kritik: Messungen zu ungenau?

Mit den Probebohrungen wird laut Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) die Ausrüstung getestet, um die einzusetzende Technik sowie die erforderliche Zeit besser planen zu können. Ende 2019 sollen dann die 3D-seismische Messungen folgen.

Für die Bergung des Mülls sei der Bau eines neuen Schachtes notwendig, sagt Andreas Riekeberg vom Asse II-Koordinationskreis. Inwieweit aber eine 3D-Seismik der Rückholung dienen kann, sei jedoch fraglich.

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Denn mit den Messungen könnten werder gefährliche Risse noch Klüfte im Gestein dargestellt werden.

Schachtanlage Asse

  • ehemaliges Salzbergwerk im Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
  • in den 1970er-Jahren wurden die Atommüllfässer eingelagert
  • 126.000 Fässer mit radioaktivem Müll liegen über 400 Meter unter der Tagesoberfläche
  • Das Bergwerk ist undicht: Grundwasser dringt ein. Die Gefahr ist groß, dass das Bergwerk zu instabil wird
  • Deswegen sollen alle Atommüllfässer rückgelagert werden – doch wie genau, und wohin, das ist noch offen