Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Grüne Kreuze am Straßenrand aufgetaucht – DAS steckt dahinter

Die grünen Kreuze am Straßenrand in Wolfenbüttel haben einen ernsten Hintergrund.
Die grünen Kreuze am Straßenrand in Wolfenbüttel haben einen ernsten Hintergrund.
Foto: Jörg Koglin

Wolfenbüttel. Ein Mann fährt eine Straße zwischen Apelnstedt und Salzdahlum im Kreis Wolfenbüttel entlang – und ist verwundert.

Weil er an den Straßenrändern auf den Feldern im Kreis Wolfenbüttel eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht hat – grüne Kreuze.

Wolfenbüttel: Grüne Kreuze am Straßenrand – was steckt dahinter?

Denn auf den Feldern an den Straßenrändern stehen große grüne Kreuze. Meist aus Holz. Seit dem Wochenende gibt es sie in ganz Deutschland.

Denn dahinter verbirgt sich eine Aktion, eine Mahnung an die Gesellschaft. Ins Leben gerufen von unabhängigen Landwirten, heißt es auf der Internetseite www.topagrar.com.

Ein Bauer über das Leben auf dem Bauernhof

Bauer: „Ich bin immer noch aufgebracht über das Agrarpaket“

Auch mit dabei: Bauer Willi aus Rommerskirchen. Er schreibt auf seiner Internetseite: „Ich bin immer noch aufgebracht über das Agrarpaket von BMEL und BMU. Aber als Unternehme unternehme ich was und verlasse mich nicht darauf, dass andere das für mich machen.“

Er bezieht sich damit auf die Verabschiedung des Agrarpaketes vom 4. September 2019. Verabschiedet vom Bundesministerium für Landwirtschaft und dem Bundesumweltministerium.

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Mit dem Ziel, auch mehr Schutz für Bienen und Insekten zu ermöglichen. „Wir wollen fördern, was Insekten nützt, und vermeiden, was Insekten schadet“, betonte Umweltministerin Svenja Schulze.

Inhalte des Agrarpakets der Bundesregierung

  • Das Paket sieht ein Verbot des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat für Ende 2023 vor
  • neues Logo für Verbraucher, das Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung kennzeichnen soll (wenn die Bauern freiwillig mitmachen)
  • aus den EU-Agrarzahlungen an die Höfe soll mehr Geld für die Umweltmaßnahmen investiert werden

Bei einigen Bauern jedoch stößt dieser Beschluss auf Kritik. Mit den Kreuzen wollen sie ihrem Unmut Ausdruck verleihen. So solle mit ihnen unter anderem auf das Höfe-Sterben aufmerksam gemacht werden. Das Höfe-Sterben – es sei eine Folge des Agrar-Pakets und der allgemeinen Lage der Landwirtschaft.

Auf Twitter haben bereits zahlreiche Landwirte auch ihre grünen Kreuze unter dem Hashtag #grünekreuze geteilt. Und mittlerweile sind die Kreuze sie wohl auch in der Region38 angekommen. (abr mit dpa)