Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Geldautomaten-Sprenger vor Gericht – mit diesem Trick soll er der Bande geholfen haben

Im April 2018 jagten die Täter zwei Geldautomaten einer Commerzbank-Filiale in Wolfenbüttel in die Luft.
Im April 2018 jagten die Täter zwei Geldautomaten einer Commerzbank-Filiale in Wolfenbüttel in die Luft.
Foto: Jörg Koglin

Braunschweig/Wolfenbüttel. Der Mann soll der Sprengmeister eines Verbrecher-Teams gewesen sein, das immer wieder Geldautomaten in ganz Deutschland in die Luft jagte.

Nun steht er vor Gericht. Der 29-Jährige muss sich von Dienstag an vor dem Landgericht Braunschweig wegen Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl und zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion in Wolfenbüttel verantworten. >>Hier mehr zum Thema

Wolfenbüttel: Geldautomaten gesprengt

Dank seiner Hilfe sollen vier Holländer im April 2018 mit rund 340.000 Euro entkommen sein.

Laut Anklage kannte der Mann den Tatplan. Er soll demnach Gasschläuche mit Isolierklebeband so präpariert haben, dass die Geldbehälter in den Automaten bei der Sprengung nicht beschädigt werden.

Dafür soll er von der Bande eine Entlohnung erhalten haben. Welche Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Helfer und dem Quartett bestand sowie die Frage, ob dieses mittlerweile gefasst ist, teilte das Landgericht zunächst nicht mit.

+++ Diesmal Wolfenbüttel: Unbekannte sprengen Geldautomaten +++

Die vier Männer aus den Niederlanden sollen sich für Aufbruch-Diebstähle im Nachbarland zusammengeschlossen haben. Der Anklage zufolge kamen sie mit einem Fluchtfahrzeug mit gestohlenen Kennzeichen nach Wolfenbüttel. Nach der Tat sollen sie die Beute geteilt haben. Bei der Explosion wurden die Geldautomaten sowie die Eingangshalle beschädigt.

22 Mal machte die Bande gar keine Beute

Aus aktuellen Zahlen des Landeskriminalamtes geht hervor, dass Kriminelle in diesem Jahr bereits 36 Mal versucht haben, Geldautomaten zu sprengen.

Allerdings waren sie nur in 14 Fällen erfolgreich, deutlich öfter mussten sie ohne Beute abziehen - nämlich insgesamt 22 Mal. Als Grund dafür gilt auch, dass die Sicherungsvorkehrungen der Banken immer öfter greifen.

Nach dem Prozessauftakt am Dienstag gegen den mutmaßlichen Helfer in Wolfenbüttel ist noch ein Fortsetzungstermin am 11. November geplant. (dpa/pen)