Wolfenbüttel 

Coronavirus: Corona-Verdacht bei zwei Lehrkräften – 1.370 Schüler aus Wolfenbüttel müssen in Quarantäne!

Es gibt einen Corona-Verdacht an der IGS Wallstraße in Wolfenbüttel . Und der hat weitreichende Folgen... (Archivbild)
Es gibt einen Corona-Verdacht an der IGS Wallstraße in Wolfenbüttel . Und der hat weitreichende Folgen... (Archivbild)
Foto: Siegfried Denzel

Wolfenbüttel. Möglicherweise haben sich zwei Lehrkräfte aus Wolfenbüttel mit dem Coronavirus infiziert. Daher hat der Landkreis eine häusliche Quarantäne für alle Schüler, das Personal und die Lehrkräfte der IGS Wallstraße, der Wilhelm-Raabe-Grundschule sowie der Kindertagesstätte „Wilhelm Raabe“, angeordnet.

Eltern, Geschwistern sowie weitere Personen im Haushalt wird eine häusliche Quarantäne empfohlen. „Bleiben Sie bitte als Eltern freiwillig zu Hause. Bei Erkältungserscheinungen nehmen Sie Kontakt mit dem Hausarzt oder der Hausärztin auf“, appelliert Landrätin Christiana Steinbrügge an die betroffenen Haushalte.

Corona-Quarantäne in Wolfenbüttel angeordnet

Die Quarantäne gilt bis einschließlich 25. März 2020. Die Einrichtungen werden geschlossen, eine bisherige Notfallbetreuung findet an dort nicht mehr statt. Die Maßnahme betrifft rund 1.370 Schüler, heißt es am Freitagabend aus Wolfenbüttel.

Diese weitreichenden Maßnahmen seien notwendig gewesen, da eine Lehrkraft von einer der Schulen an einem großen Chor-Event am 6. und 7. März mit 600 Teilnehmern in Braunschweig teilgenommen hat. Zwei weitere Mitsänger seien mittlerweile positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Familiäre Beziehungen dieser Lehrkraft reichten zu einer weiteren Lehrkraft an der IGS Wallstraße. Beide Lehrkräfte hätten typische, aber leichte, Erkrankungserscheinungen gezeigt. Eine direkte Verwandte einer dieser Lehrkräfte sei mittlerweile erkrankt und ein Corona-Test sei heute als bisher vierter Fall im Landkreis positiv bestätigt.

Laut Landkreis unterrichteten die Lehrkräfte in der Woche vom 9. bis 12. März an ihren Schulen. Ab Montag, 16. März, war der Unterricht landesweit an den Schulen untersagt und ein Kontakt zu Schülern nicht mehr möglich. Die Quarantänefrist endet daher am 25. März.

Vielleicht auch Kita in Wolfenbüttel betroffen

In der an die Grundschule angrenzende Kindertagesstätte habe es möglicherweise Kontakte zwischen Kindern und Personal beider Einrichtungen gegeben, teilt der Landkreis mit. In Abstimmung mit der Stadt Wolfenbüttel wendet das Gesundheitsamt des Landkreises dieselbe Regelung wie für die Schulen auch auf die Kindertagesstätte an.

Wichtig: Aufgrund der großen Zahl von Betroffenen verschickt der Landkreis keine einzelnen Quarantänebescheide. Die Quarantänebescheide gehen direkt an die Einrichtungen.

Neue Regelungen für Versammlungen und Restaurants

Gleichzeitig teilt der Landkreis Wolfenbüttel mit, dass er weitere Maßnahmen beschlossen hat, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Öffentliche Versammlungen von Menschen werden weiter eingeschränkt.

Bisher konnten zehn Personen an öffentlichen Orten im Freien zusammenkommen. Ab jetzt dürfen nur Personen, die in einem Haushalt zusammenleben, sich zusammen im Freien bewegen. Außerhalb des Haushaltsverbunds dürfen sich Alleinstehende mit einer weiteren Person für einen Aufenthalt im öffentlichen Raum verabreden oder alleine rausgehen.

Private Veranstaltungen werden zukünftig auf zehn Personen beschränkt (bisher waren es 50). Mit diesen Maßnahmen sollen Kontakte vermieden und das Infektionsgeschehen verlangsamt werden.

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Mit der Verschärfung der Regelungen reagiere man auf die neue Situation in der Stadt und im Landkreis Wolfenbüttel. Angesichts der Vielzahl der Schüler an der IGS Wallstraße und in der Wilhelm-Raabe-Grundschule könne man nicht mehr alle Kontakte nachverfolgen, so Landrätin Christiana Steinbrügge.

Deshalb müssen wir jetzt noch mehr darauf achten, soziale Kontakte zu begrenzen. Dazu dienen die Ausgangsbeschränkungen im öffentlichen Raum. Wir wissen, dass das ein großer Eingriff in die gewohnte Bewegungsfreiheit ist, aber wir schützen damit alle, die besonders gefährdet sind“, sagte Steinbrügge.

Schließung von Restaurants ab Mitternacht

Abweichend von der Ankündigung des Ministerpräsidenten Stephan Weil, ordnet der Landkreis in einer Allgemeinverfügung an, dass Restaurants, Cafés, Imbisse und weitere Speisegaststätten bereits mit Wirkung ab heute Mitternacht (Nacht auf den 21. März 2020) geschlossen sind. Der Publikumsverkehr ist ab Samstag untersagt. Ein Take-Away-Service sowie Lieferungen sind weiterhin möglich.

Hinweis für Lebensmittelhandel und weitere Geschäfte

Als Konkretisierung der Hygienemaßnahmen im Lebensmittelhandel und in anderen Bereichen verfügt der Landkreis, Verkaufsstellen so zu organisieren, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen Personen möglich ist. Auch beim Zugang zum Geschäft sollte dieser Mindestabstand durch eine entsprechende Organisation gewährleistet sein. (ck)