Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Bürgermeister mit außergewöhnlichem Appell – „Es gibt sicher Grund zur Sorge, aber...“

Thomas Pink, Bürgermeister von Wolfenbüttel.
Thomas Pink, Bürgermeister von Wolfenbüttel.
Foto: dpa

Wolfenbüttel. Das Coronavirus und dessen Folgen haben ganz Niedersachsen und die Welt im Griff, auch die Stadt Wolfenbüttel bleibt nicht verschont von den Auswirkungen des tödlichen Virus.

Zuletzt hatte die Stadt Wolfenbüttel den Wochenmarkt abgesagt. Dafür wurde der Bürgermeister Thomas Pink angefeindet, er habe Droh-Mails bekommen und Anrufe, in denen er beleidigt wurde. Dagegen wehrt sich der Bürgermeister jetzt. Und hat gleichzeitig noch einen wichtigen Appell an die Bürger.

Bürgermeister aus Wolfenbüttel wird bedroht – er hat wichtige Botschaft

„Nur noch wenige Unverbesserliche verstoßen gegen die Auflagen zur Eindämmung des Virus oder meinen, noch immer über die Dinge in philosophischer Weise diskutieren zu können. Ja, mir sogar Schadenersatzansprüche anzudrohen, weil am vergangenen Samstag aus sicherheitsrechtlichen Gründen, der uns so ans Herz gewachsene Wochenmarkt sehr kurzfristig abgesagt werden musste.

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Damit allen das auch mal bewusst wird: solche Entscheidungen treffe ich nicht leichtfertig alleine und nicht aus dem Elfenbeinturm heraus, sondern diese Entscheidungen entstehen nach intensiven Erörterungen hier im Rathaus mit allen daran beteiligten Verantwortungsträgern und Fachleuten und es sind immer Reaktionen auf neue Sachverhalte. Und solche neuen Sachverhalte und Gefahrenlagen hatten wir am vergangenen Freitag – und auch für uns erst am Abend! Mir hier Panikmache und Verantwortungslosigkeit vorzuwerfen ist schlichtweg unangemessen, unreflektiert und unfair“, sagt Pink in einem Statement der Stadt.

Er habe keinerlei Verständnis dafür, dass sich manche Menschen immer noch nicht an die Vorgaben halten wollen und so das Leben vieler Menschen aufs Spiel setzen würden.

Es gibt auch eine gute Nachricht

Dennoch hat er auch eine gute Nachricht: „Ab kommenden Samstag (28. März, Anm. d. Red.) wird der Markt – zwar nicht wie gewohnt - aber mit den nötigen Waren des täglichen Lebens wieder stattfinden und wir bieten allen entsprechenden Händlern über die gesamte Woche an, ihre Waren feilzubieten.“

Er bedankt sich außerdem bei den Helfern, Polizisten, Feuerwehrleuten, Krankenpflegern und -schwestern, Ärzten und Kassierern für deren unermüdlichen Einsatz.

Und er hat einen wichtigen Appell: „Es gibt sicher Grund zur Sorge, aber nicht zur Panik oder gar zur Verzweiflung. (...) Diese Katastrophe schweißt zusammen und kann auch eine Richtschnur für das künftige Miteinander sein.“ (fb)