Wolfenbüttel 

Coronavirus: Tafel in Wolfenbüttel öffnet wieder – und braucht deine Hilfe!

Die Tafel in Wolfenbüttel öffnet wieder - braucht aber nun Unterstützung! (Symbolbild)
Die Tafel in Wolfenbüttel öffnet wieder - braucht aber nun Unterstützung! (Symbolbild)
Foto: Sven Simon/Imago

Wolfenbüttel. Ganze zwei Wochen lang war die Tafel in Wolfenbüttel wegen des Coronavirus geschlossen. Für alle Bedürftigen, die auf die Lebensmittel angewiesen waren, eine schwere Zeit. am Montag öffnet der DRK-Kreisverband seine Tafel – nach 14tägiger Schließung.

„Wir mussten an die Gesundheit unserer Mitarbeiter und der ehrenamtlichen Helfer denken“, erklärt Uwe Rump-Kahl, der zuständige Geschäftsführer der vom DRK Wolfenbüttel betriebenen Tafel. Lange habe man versucht, trotz Coronavirus die Tafel offen zu halten - doch irgendwann war das schlicht zu riskant.

„Außerdem ließen damals mit dem Anwachsen der Corona-Krise die Lebensmittel-Spenden aus dem Groß- und Einzelhandel spürbar nach.“

Coronavirus: Tafel-Helfer mussten aufgeben

Doch die Menschen, die plötzlich kein Essen mehr bekommen konnten, ließen den Helfern keine Ruhe. Und so tüftelten sie etwas aus – weshalb die Tafel am Montag, 6. April wieder öffnen kann. Und noch eine extra Idee hatten Rump-Kahl und seine Kollegen: Auch die Menschen auf den Dörfern sollen nicht vergessen werden!

„Wir glauben mittlerweile, dass es gerade auf den Dörfern eine große Dunkelziffer gibt.“ Rump-Kahl denkt dabei an jene alten oder bedürftigen Menschen, denen es schwer fällt, mal eben nach Wolfenbüttel zu kommen und sich die Hilfe abzuholen.

Die Tafel in Wolfenbüttel öffnet wieder - trotz Coronavirus

Denn jetzt gibt es die Tafel-Telefonnummer: 05331/948655. Dort können einerseits Tafel-Kunden aus Wolfenbüttel anrufen und sich einen Termin zur Lebensmittelausgabe im Tafelladen (Großer Zimmerhof 29) geben lassen. So wird vermieden, dass der Andrang dort zu groß wird.

Die Kunden müssen dann einen Moment draußen warten, bis sie in die Tafel hineingerufen werden. „Es soll nur ein Kunde zur Zeit im Laden sein.“ Der Mindestabstand von zwei Metern zu Mitarbeitern und anderen Kunden verstehe sich momentan von selbst.

Hotline soll auch Älteren und Menschen auf dem Land helfen

Am Telefon klären die Tafel-Helfer auch die Unterstützung für Menschen aus den Dörfern: „Wer möchte, kann einen Verwandten oder einen Nachbarn anmelden, der die Lebensmittel stellvertretend in Empfang nimmt.“

Neben der Abholung soll es gerade für die Ältesten einen neuen Service geben, damit diese Risikogruppe das eigene Heim nicht verlassen muss: Das DRK hat eigens ein Lastenfahrrad mit Elektromotor angeschafft, um einen Haustür-Service einzurichten. „Die Übergabe des Paketes soll ebenfalls kontaktlos vonstatten gehen.“

Jetzt wird dringend um Unterstützung gebeten

Mit Spenden allein kommt die Tafel derzeit übrigens nicht über die Runden. „Erstmals in unserer Geschichte müssen wir Lebensmittel zukaufen“, erzählt Juliane Liersch, die langjährige Tafel-Leiterin.

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Was zudem dringend gebraucht wird: Ehrenamtliche Helfer! Vielleicht junge Menschen, die in der schulfreien Zeit etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun wollen, schlägt Uwe Rump-Kahl vor. Man brauche zum Beispiel jemanden, der den Job als Fahrradkurier übernehmen kann. „Aber wir haben auch andere Tätigkeiten, bei denen wir Hilfe brauchen!“

„Einkaufen, sortieren, verpacken – jede Hand hilft uns, gern auch stundenweise.“ Auch Helfer können sich unter der Tafel-Hotlinenummer melden: 05331/948655. (wt)