Wolfenbüttel 

Hermes-Frust in Wolfenbüttel: Zahlreiche Kunden klagen über mangelhaften Service

Ein Mann aus Wolfenbüttel wartet sehnsüchtig auf zwei Pakete, die angeblich schon seit einer Woche im Verteilerzentrum Braunschweig liegen. Bei der Zustellung hapert es dann aber...
Ein Mann aus Wolfenbüttel wartet sehnsüchtig auf zwei Pakete, die angeblich schon seit einer Woche im Verteilerzentrum Braunschweig liegen. Bei der Zustellung hapert es dann aber...
Foto: imago images / Schöning

Wolfenbüttel. Ein Mann aus Wolfenbüttel ärgert sich über den Paketdienstleister Hermes. Er habe tagelang auf eine Lieferung gewartet, schreibt er news38.de.

Die beiden Pakete für seine Tochter hätten offenbar schon seit Donnerstag vergangener Woche beim Verteilerzentrum von Hermes in Braunschweig gelegen. „Da scheint das Problem zu liegen“, so der Wolfenbütteler.

„Ich habe auch seit längerer Zeit keinen Lieferwagen gesehen“, schreibt er in einer Facebook-Gruppe. Dort entsteht schnell das Gerücht, dass Hermes derzeit gar nicht mehr ausliefere. Nachdem news38 über seinen Fall berichtet hatte, erhielt der Mann am Donnerstag seine Pakete.

Weitere news38-Leser aus Braunschweig und Wolfsburg warten allerdings weiterhin auf ihre Zustellungen. Sie klagen darüber, dass Pakete teils wochenlang unauffindbar seien. Und Hermes-Kundenservice? Der sei in den meisten Fällen keine große Hilfe.

Hermes-Pakete kommen spät in Wolfenbüttel an

Am Dienstag habe es geheißen, dass sich ein Paket Auslieferung befinde, schildert der Wolfenbüttler. Abends habe ihn die Mitteilung von Hermes erreicht, es sei „erfolglos zugestellt“ worden. Angeblich sei er nicht zu Hause gewesen. Mittwoch habe es wieder zugestellt werden soll. Nichts sei geschehen.

Am Donnerstagabend habe dann endlich ein Hermes-Bote bei ihm geklingelt. „Habe versucht, den Fahrer zu befragen, wo die Problematik liegt. Er hat mich scheinbar nicht verstanden, was ich fragte. Ich bestelle nichts mehr übers Internet, wo Hermes als Lieferant kommt!“

So reagiert Hermes auf den Corona-Paket-Boom

Der Paketdienstleister sprach auf news38.de-Nachfrage von einem Einzelfall und versprach, dem auch nachgehen zu wollen. Durch die Corona-Pandemie seien die Senundgsmengen um satte 40 Prozent gestiegen. Darauf habe man bei Hermes reagiert, so der Sprecher. Die Kapazitäten seien schnell hochgefahren und Logistikketten weiter optimiert worden.

„Allein innerhalb der letzten drei Wochen wurden circa 1.200 zusätzliche Zustelltouren aufgebaut. Zusätzlich stocken wir auch an unseren Logistikstandorten für die Paketsortierung Personal auf“, teilt der Hermes-Sprecher mit.

Über 90 Prozent aller Sendungen würden derzeit am nächsten Tag zugestellt, so ein Hermes-Sprecher. „Beim Standard-Service liegt die Erstzustellquote aktuell bei 95 Prozent, bei den Eilsendungen wurden 96 Prozent registriert.“

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Außerdem seien rund 80 Prozent aller Hermes-PaketShops geöffnet – Tendenz steigend.

Das ist die Hermes Europe GmbH

  • Gründung: 2009
  • Sitz: Hamburg
  • Mitarbeiterzahl: 15.500
  • Umsatz: 3,20 Milliarden Euro
  • Branche: Logistik

Insgesamt führe Hermes bis zu vier Zustellstellversuche durch. Sei der Kunde nicht zu Hause, probiere der Zusteller sein Glück bei den Nachbarn. Seien auch die nicht da, erfolge am nächsten Tag ein neuer Zustellversuch. Alternativ gebe es die Möglichkeit des Wunschablage-Orts. >> Infos dazu gibt es hier!

Generell betrage die Schaden- und Verlustquote bei Hermes nur 0,03 Prozent – also gingen nur 3 von 10.000 Paketen verloren oder würden beschädigt. Dass all das für den Mann aus Wolfenbüttel keine Hilfe sei, sei ihm natürlich bewusst, so der Sprecher. „Wir nehmen jeden Einzelfall sehr ernst und als Ansporn, unseren Service noch weiter zu verbessern.“

Weitere Leser schildern ähnliche Fälle

Dass es sich eindeutig nicht um einen Einzelfall handelt, schildern zahlreiche Leser in Mails an diese Redaktion. „Diesen Sachverhalt kann ich noch toppen!“, schreibt etwas Thomas Koch. Er warte bereits seit drei Wochen auf die Zustellung eines Pakets von Celle nach Wolfsburg. Zum Beweis legt er die Sendungsverfolgung vor, die mittlerweile die Länge eines Einkaufszettels einer achtköpfigen Familie hat. „Besonders ärgerlich ist dabei, dass es sich um eine Sendung Lebensmittel handelt, die für meine Freundin bestimmt waren. Sie ist als Altenpflegerin in Wolfsburg tätig und war wegen einer Corona-Infektion in häuslicher Quarantäne.“ Die Freundin hat die Quarantäne mittlerweile verlassen, das Paket ist immer noch nicht angekommen.

In allen Fällen erhalten die Kunden meist Standard-Antworten von Hermes, irgendwann kommt gar keine Rückmeldung mehr. (ck)