Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Schon kurz nach Wiederöffnung – Gastwirt zieht Reißleine: „Katastrophe“

Ein Restaurantbesitzer aus Wolfenbüttel zieht die Corona-Reißleine. Ganz aufgeben will er seine beiden Läden aber noch nicht...
Ein Restaurantbesitzer aus Wolfenbüttel zieht die Corona-Reißleine. Ganz aufgeben will er seine beiden Läden aber noch nicht...
Foto: imago images / Susanne Hübner

Wolfenbüttel. Das war ein kurzes Wiedersehen in Wolfenbüttel: Nur drei Wochen nach der Wiedereröffnung haben zwei Restaurants in der Lessingstadt schon wieder geschlossen! Dicht sind das „Zum Glück“ im Löwentor und das „l’Oliveto“ in der Langen Herzogstraße.

Inhaber Peter Schittko zieht schweren Herzens die Reißleine. Grund sei die Corona-Pandemie – also, die ausbleibenden Gäste und die massiven Umsatzeinbrüche. Nach siebenwöchiger Corona-Zwangspause hatten die Restaurants in Wolfenbüttel Mitte Mai wieder öffnen dürfen. Viel los war dort seitdem aber nie.

Wolfenbüttel: Nur wenige Gäste in den Restaurants

Auch bei den einheimischen Gästen aus Wolfenbüttel herrsche große Unsicherheit, so Schittko. Viele verzichteten weiterhin auf den Besuch im Restaurant – wohl aus Angst vor einer Corona-Ansteckung. Und sicher auch, weil die unbeschwerte Geselligkeit fehle.

Entsprechend seien die Einnahmen so stark eingebrochen, dass kostendeckendes Arbeiten nicht mehr möglich sei. „Die gesamte Struktur ist zusammengebrochen. Uns fehlen 70 Prozent des Umsatzes, denn die Basis unserer Restaurants sind Feiern, Betriebsveranstaltungen, Besuchergruppen und Touristen. Gleichzeitig laufen Miet- und Nebenkosten normal weiter“, rechnet Schittko vor.

Soforthilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein

Selbst effizientes Einkaufen sei unter den aktuellen Bedingungen undenkbar; der Lebensmittelbedarf lasse sich kaum noch abschätzen. Die Soforthilfe der NBank und Mittel aus dem Solidarfonds der Stadt seien angesichts der täglichen Verluste nur ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen. Auch der Außer-Haus-Verkauf könne dies nicht abfangen.

„Wir danken allen Wolfenbüttelern, die uns bisher unterstützt haben, aber unter den aktuellen Umständen können wir den Betrieb nicht aufrechterhalten“, erklärt er.

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Die Entscheidung fiel dem Gastronomen aus Wolfenbüttel nicht leicht. „Es ist nicht nur meine Existenz, die hier auf der Kippe steht. Es ist auch eine Katastrophe für meine Mitarbeiter. Immerhin stecken mehr als 50 Schicksale dahinter“, so Schittko. Die ganze Branche leide, so der Gastronom.

„So kann es jedenfalls nicht weitergehen“

„Die Auflagen zum Schutz der Bevölkerung sind sicherlich richtig und wichtig. Rund um die Uhr suchen wir nach Lösungen, wie wir unter diesen Umständen arbeiten können. So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, sagt Schittko.

Er hofft auf Unterstützung der Branche durch die Bundesregierung. Unter anderem sei die Rede von einer Staatshilfe für die Fixkosten gewesen. Das könnte in seinen Augen helfen. „Dies soll ein Weckruf sein. So wie uns, geht es vielen in der Branche. Es hilft nur, wenn wir gemeinsam einen Dialog finden.“

Hoffnung fürs „Zum Glück“ und das „l’Oliveto“?

Dauerhaft schließen will Schittko die beiden Restaurants nicht. Wann sie wieder öffnen, kann er aber nicht sagen. Dafür hofft der Gastronom aus Wolfenbüttel auf weitere finanzielle Hilfen oder eine Lockerung der Maßnahmen.

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Er sagt: „Mein halbes Leben bin ich in der Gastronomie tätig. Bisher haben wir immer alles geschafft. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie, irgendwie werden wir auch diese Situation meistern.“ (ck)