Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Mann ruft im Rathaus an – dann erlebt er sein blaues Wunder

Ein Mann aus Wolfenbüttel rief im Rathaus an – und verzweifelte dabei. (Symbolfoto)
Ein Mann aus Wolfenbüttel rief im Rathaus an – und verzweifelte dabei. (Symbolfoto)
Foto: imago/Westend61

Wolfenbüttel. Ärger um das Rathaus in Wolfenbüttel! Als wäre Bürokratie nicht schon manchmal nervig genug, ist der Kontakt zum Rathaus in Wolfenbüttel aktuell besonders schwierig – vor allem die Warteschleife der Rathaus-Hotline hat einen Mann zur Verzweiflung gebracht.

Wolfenbüttel: Mann will in Rathaus anrufen – und verzweifelt

Am Dienstag nach Pfingsten will Ilker aus Wolfenbüttel einen Anruf im Rathaus tätigen – doch das ist leichter geplant, als getan.

Denn der Mann hängt knapp 26 Minuten in der Warteschleife, als ihm der Kragen platzt. Auf Facebook macht er seinem Ärger in einer Gruppe Luft: „Unser Rathaus ist echt das Beste auf der Welt. Seit über 26 Minuten schon in der Warteschlagen und immer noch keine Ende in Sicht.“

Dazu hängt er einen Screenshot des laufenden Anrufs an. Viele Wolfenbüttler können sich damit identifizieren, kommentieren ihre Erfahrungen. So musste eine Frau kürzlich 90 Minuten warten, bis sie jemandem am Apparat hatte, ein anderer Mann hat nach 60 Minuten genervt aufgelegt.

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„Bin keine Person, die sich über jede Kleinigkeit aufregt“

Wie Ilker news38.de erzählt, hat er bis Freitag niemandem mehr im Rathaus erreicht – entweder wartet er lange oder fliegt nach fünf Minuten aus der Warteschleife.

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„Ich bin keine Person, die sich über jede Kleinigkeit aufregt, aber mittlerweile nervt mich das Verhalten der Stadt einfach nur“, so der Mann.

Das sagt die Stadt zu den Vorwürfen

Die Stadt kann den Unmut verstehen, erklärt die Situation folgendermaßen: Es gibt 30 Leitungen beim Bürgeramt, die alle von einer einzigen Person angenommen werden. Die Gespräche können in der Regel etwas länger dauern, da es sich auch um Erklärungen bezüglich des jeweiligen Anliegens handelt – dementsprechend entstehen die langen Wartezeiten.

Sprecher Thorsten Raedlein gegenüber news38.de: „Momentan ist auch durch Corona das Problem, dass wir einen gewissen Rückstau haben. Deshalb ist die Situation leider nicht zu ändern.“

Trotzdem hat die Stadt aus den Erfahrungen der Woche gelernt und arbeitet an Lösungen, wie Raedlein weiter erklärt. So ist man bereits dabei, weitere Mitarbeiter zu schulen, um diese in den kommenden Wochen ebenfalls als Telefondienst einzusetzen. Außerdem will man die Sprechzeiten erweitern. Zudem verweist der Sprecher auf die anderen Möglichkeiten, Kontakt zum Bürgeramt aufzunehmen, zum Beispiel per E-Mail.

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Daneben würde sich Thorsten Raedlein mehr Verständnis für die aktuelle Lage wünschen: „Man sollte schauen, in welcher Situation wir alle gerade sind, und vielleicht gelassener reagieren.“

Einige Menschen tun das bereits, wie auch der Kommentar einer Frau auf Facebook beweist: „Es ist im Moment für uns alle eine Ausnahmesituation, und da könnte man auch für die Mitarbeiter im Rathaus mal etwas Verständnis zeigen, die machen das ja nicht, um irgendjemanden zu ärgern.“ (kv)