Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Baby einfach ausgesetzt – Ermittler wollen nächsten Schritt gehen

Vor knapp zwei Monaten wurde in Wolfenbüttel ein erst wenige Stunden altes Baby ausgesetzt. Noch immer fehlt von seiner Mama jede Spur. Jetzt wollen die Ermittler ein Video veröffentlichen. (Symbolfoto)
Vor knapp zwei Monaten wurde in Wolfenbüttel ein erst wenige Stunden altes Baby ausgesetzt. Noch immer fehlt von seiner Mama jede Spur. Jetzt wollen die Ermittler ein Video veröffentlichen. (Symbolfoto)
Foto: imago images/Westend61

Wolfenbüttel/Braunschweig. In den Fall des in Wolfenbüttel ausgesetzten Säuglings kommt Bewegung.

Die Ermittler aus Wolfenbüttel und Braunschweig wollen zeitnah den nächsten Schritt gehen.

Wolfenbüttel: Säugling in Gartenhaus abgelegt – Kamera filmt Verdächtige

Sie wollen in den kommenden Tagen ein Video einer Überwachungskamera veröffentlichen, das eventuell die Mutter des Neugeborenen zeigen könnte. „Es ist zeitnah die Veröffentlichung eines Videos geplant, der entsprechende Beschluss des Amtsgerichts liegt uns bereits vor“, teilte Staatsanwältin Julia Meyer news38.de am Donnerstag mit.

Bisher sind wohl einige wenige Hinweise eingegangen. Die Ermittlungen dazu dauern aktuell noch an. „Ich kann noch nicht viel Neues vermelden“, so Meyer.

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Mehr von uns:

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Das Kind lebt mittlerweile bei einer Familiären Bereitschaftsbetreuungsstelle. Es soll eine Adoptionsfamilie gefunden werden. Der Zustand des Kindes ist gut, teilt die Stadt Braunschweig auf Nachfrage mit.

Schock am Montagmorgen: Anwohner finden unterkühlten Säugling

Ein Rückblick: Am Morgen des 11. Mai hatten Anwohner der Straße „Am Pfingstanger“ den Säugling gefunden.

Der Kleine war in einer Decke eingehüllt und in einem Gartenhaus abgelegt worden.

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Der Junge war beim Auffinden 55 Zentimeter groß, hat dunkelblondes Haar, ein europäisches Erscheinungsbild und eine helle Hautfarbe. Er war nur wenige Stunden alt, als er abgelegt wurde.

Die sofort hinzugerufenen Rettungskräfte versorgten den leicht unterkühlten Junge und brachten ihn in ein Krankenhaus. Lebensgefahr bestand nicht, allerdings erlitt der Säugling bei der Geburt vermutlich einen Blutverlust. Daher kam er zunächst auf die Intensivstation.

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Gleichzeitig startete die Polizei Wolfenbüttel die Suche nach der Mutter des Babys. Gegen 4 Uhr hatte eine Überwachungskamera an dem Wohnhaus eine Person aufgezeichnet, die mit einem Bündel vor dem Bauch mutmaßlich auf der Suche nach einem Ablageort war.

Ermittler wollen bearbeitetes Video veröffentlichen

Wenige Minuten später passierte die Person den Videobereich erneut – dieses Mal aus entgegengesetzter Richtung. Die Polizei vermutet, dass es sich dabei eventuell um die Mutter handeln könnte – oder um eine Person aus dem Umfeld der Mutter.

Dieses Video soll also bald veröffentlich werden. Experten des LKA Niedersachsen haben die Bildqualität verbessert.

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So wird die Person beschrieben:

  • mutmaßlich weiblich
  • bekleidet mit einer langen Hose und einer längeren, mantelähnlichen Jacke mit Kapuze
  • Sportschuhe der Marke Adidas mit vermutlich hellen Streifen und heller Sohle

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Die Ermittlungen richten sich gegen Unbekannt – wegen des Verdachts der Aussetzung des Neugeborenen. Die Polizei Wolfenbüttel bittet weiterhin um Mithilfe aus der Bevölkerung.

Hierbei können folgende Umstände von Bedeutung sein:

  • Wer hat am Montagmorgen (11. Mai) relevante Beobachtungen in der Zeit zwischen 3 Uhr und 6.45 Uhr im Bereich der Straßen Am Pfingstanger / Am Rehmanger in Wolfenbüttel gemacht?
  • Wer kann Angaben zu einer Frau machen, welche kürzlich noch schwanger war, in deren persönlichem Umfeld nach erfolgter Geburt aber kein Säugling feststellbar ist?
  • Wer hat vor kurzem einer Schwangeren bei deren Niederkunft Hilfestellung geleistet? Womöglich fand die Geburt im häuslichen Umfeld oder an einem ungewöhnlichen Ort statt.

Wer kann Hinweise zu der braunen Decke in der Größe von 150 x 200 cm (siehe Bild) geben, in die der Säugling eingewickelt war?

Auffällig an dieser Decke ist ein augenscheinlich verschmortes Etikett (Detailaufnahme).

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Wer Hinweise geben kann, wird gebeten sich jederzeit mit der Polizei in Wolfenbüttel unter 05331/9330 in Verbindung zu setzen. Auch die noch so kleinste Beobachtung kann von Bedeutung sein. (ck)