Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Baby ausgesetzt – Polizei zeigt Überwachungsvideo – „Wir haben noch keine heiße Spur“

Die Polizei Wolfenbüttel sucht mit einem Video nach der Mutter des ausgesetzten Säuglings.
Die Polizei Wolfenbüttel sucht mit einem Video nach der Mutter des ausgesetzten Säuglings.
Foto: Polizei Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. In den Fall des in Wolfenbüttel ausgesetzten Babys kommt Bewegung.

Die Polizei Wolfenbüttel hat jetzt das Video einer Überwachungskamera veröffentlicht, das womöglich die Mutter des Säuglings bei der Tat zeigt.

Baby in Wolfenbüttel ausgesetzt: Polizei zeigt Video

Der kleine Junge war am 11. Mai in einer Gartenhütte in der Straße „Am Pfingstanger“ abgelegt worden. Wahrscheinlich nur wenige Stunden nach seiner Geburt.

Ein Anwohner hörte das Schreien – und fand den Kleinen in der Hütte. Er war leicht unterkühlt uns kam ins Krankenhaus. Inzwischen lebt das Baby bei einer Pflegefamilie. Es gehe ihm gut, so die Stadt Braunschweig.

Die Ermittler aus Wolfenbüttel und Braunschweig haben bisher immer noch keine Spur zur Mutter des Kindes. Durch das Video hoffen sie, neue Hinweise zu bekommen.

Am Freitag verkündete die Staatsanwaltschaft, die Mutter noch nicht gefunden zu haben. „Wir haben noch keine heiße Spur“, sagte eine Sprecherin – doch die Suche geht weiter.

Frau im Video könnte die Mutter sein

Die Ermittler aus Wolfenbüttel beschreiben die Frau aus dem Video folgendermaßen:

  • 1,70 bis 1,75 Meter groß
  • auffällig schlank
  • hüftlange Jacke mit Kapuze
  • auffällige Adidas-Sportschuhe

Im Arm trägt sie vermutlich den in eine Decke gehüllten Säugling. Diese Decke hängt vor dem Körper der Frau herunter.

Wahrscheinlich war das Baby mit einem Auto zum Ablageort gebracht worden. Das Video entstand in der Nähe eines Parkplatzes.

Die Fragen der Polizei:

  • Wer kennt die auf dem Video abgebildete Frau?
  • Wer hat in der nacht auf den 11. Mai zwischen 3.30 und 4.30 Uhr Beobachtungen gemacht?
  • Wer kennt eine Frau, die vor der Tat hochschwanger war und danach kein Baby hat?

Kannst du den Ermittlern Hinweise geben? Dann melde dich unter der Telefonnummer 05331/9330.

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Der Mutter drohen wegen der Aussetzung eines Neugeborenen bis zu zehn Jahren Haft – je nachdem, in welcher psychischen Lage sie sich befand.

Zwangssituation noch „up to date“?

Die Polizei Wolfenbüttel betonte mehrfach, dass es aber vielmehr darum gehe, der Frau zu helfen. „Eines ist für uns auch klar, die Frau hat sich zum damaligen Zeitpunkt in einer psychischen Ausnahmesituation befunden. Wir können nicht sagen, ob diese Zwangssituation, in der sich die Mutter befand, heute auch noch 'up to date' ist“, sagte ein Polizeisprecher dem NDR.

Dass sie ihren Sohn zurückbekommt, gilt aktuell als unwahrscheinlich. Erst wenn es sein Wunsch ist, könnte die Lage neu bewertet werden. (ck)