Wolfenbüttel 

Jägermeister erfindet „Wolfenbrooklyn“ – so krass verwöhnt der Konzern seine Mitarbeiter

Jägermeister hat seine Zentrale in Wolfenbüttel umgebaut. (Symbolbild)
Jägermeister hat seine Zentrale in Wolfenbüttel umgebaut. (Symbolbild)
Foto: Peter Steffen/dpa

Jägermeister geht einmal mehr neue Wege.

Neuerdings setzt Jägermeister auf „New Work“ beziehungsweise „Wolfenbrooklyn“. Dahinter steckt ein ganz besonderer Bereich in der Konzernzentrale des Kräuterlikör-Herstellers aus Wolfenbüttel.

New Work Office Tour bei Jägermeister | Wolfenbrooklyn
Christoph Magnussen

Jägermeister baut Coworking Space „Wolfenbrooklyn“

Jägermeister hat im obersten Stockwerk einen Coworking Space entstehen lassen. Wenn Corona nicht wäre, könnten sich die 450 Mitarbeiter auf den rund 530 Quadrametern tummeln. Vor der Krise hatte das neue „Großraumbüro“ nach Konzern-Angaben großen Anklang gefunden – über Hierarchien und Abteilungen hinweg.

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Das könne auch am Bar-Bereich liegen – oder an der Playzone, in der es neben einem Basketball-Korb verschiedene Videospiele gibt. Der gesamte Bereich ist zudem überwiegend in der Jägermeister-Farbwelt – also in Grün-Orange – gestaltet, „so dass die Mitarbeiter stets wissen, wo sie sind“, schreibt der Konzern augenzwinkernd.

Es gibt einen langen Tisch, der an die Arbeits-Atmosphäre einer Uni-Bibliothek erinnert, außerdem Sofaecken und eine komplett eingerichtete Küche für Frühstück oder Mittagessen.

Jägermeister: Hochsitz im Büro – und ein Kleingarten

In Anspielung auf die Entstehung des weltbekannten Kräuterlikörs gibt es im Coworking Space sogar einen Hochsitz – dort befindet man sich dann sozusagen „on top of Wolfenbrooklyn“. Mehr noch: Im „Farming-Lab“ kann sich jeder Mitarbeiter seinen eigenen Salat ziehen – per App kommt eine Mitteilung aufs Smartphone, welchen Reifegrad das Gemüse gerade erreicht hat.

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„Einzelbüros sind längst kein Statussymbol mehr und werden immer unattraktiver“, heißt es aus der Unternehmenskommunikation. Vor allem bei jungen Mitarbeitern sei der neue Arbeitsbereich extrem beliebt: „Gerade im kreativen Bereich sei es wichtig, mal die eigene Enklave zu verlassen, andere Gesichter zu sehen und sich auszutauschen – mit Kollegen, aber auch mit anderen Abteilungen.“

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„Wolfenbrooklyn“ wegen Corona derzeit dicht

Allerdings arbeitet der Großteil der Wolfenbütteler Belegschaft coronabedingt derzeit im Homeoffice. Etwa 30 Prozent pro Abteilung können ins Büro kommen, sofern sie möchten. Für alle Mitarbeiter gelten umfassende Schutzmaßnahmen, so dass auch „Wolfenbrooklyn“ derzeit nicht genutzt werden kann.

Wenn sich das wieder ändert, behält jeder Jägermeister-Mitarbeiter aber auch seinen gewohnten Rückzugsort im Büro, so dass er mit dem Firmenlaptop unterm Arm jeden Tag drei Alternativen hat: „Arbeite ich zu Hause, gehe ich ins Büro oder nach Wolfenbrooklyn?“

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Das ist Mast-Jägermeister:

  • Gründung: 1878
  • Sitz: Wolfenbüttel
  • Mitarbeiter: 900
  • Umsatz: 500 Millionen Euro (2018)
  • Branche: Spirituosen
  • Webseite: www.mast-jagermeister.de

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Sicher müssen und wollen nicht alle Firmen in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel ein derartiges Niveau umsetzen. Doch ein Coworking Space für alle könnte schon bald umgesetzt werden: Der Landkreis Wolfenbüttel ermittelt derzeit in einer Online-Umfrage den Bedarf nach einer solchen Einrichtung im ländlichen Raum. Noch bis Sonntag, 9. August, steht der Online-Fragebogen unter www.coworking-wolfenbuettel.de zur Verfügung. (ck)