Wolfenbüttel 

Corona in Wolfenbüttel: Mann platzt die Hutschnur – „Das wart ihr!“

Wolfenbüttel steht kurz davor, Risikogebiet zu werden. Laut Holger Johannessen hätte es nie soweit kommen müssen.
Wolfenbüttel steht kurz davor, Risikogebiet zu werden. Laut Holger Johannessen hätte es nie soweit kommen müssen.
Foto: regios24/ Privat

Wolfenbüttel. Holger Johannessen aus Wolfenbüttel steht in der Corona-Krise zu seiner Meinung. Er hat kein Problem, öffentlich anzuecken, teils harsch kritisiert zu werden.

„Die Lügner und Meckerer kriegen mittlerweile zu viel Aufmerksamkeit, weil die Masse zu still ist“, ärgert er sich gegenüber news38.de. Daher möchte er, dass auch andere Meinungen gehört werden. Er nutzt dafür als Administrator die Facebook-Gruppe „Wolfenbüttel“.

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Corona-Zahlen für Wolfenbüttel:

  • Gesamtzahl: 349 (+14)
  • 7-Tagesinzidenz pro 100.000 Einwohner: 49,3
  • Todesfälle: 14

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Corona in Wolfenbüttel – Gruppenadmin wird deutlich: „Das wart Ihr“

Er beginnt seinen Appell an die knapp 12.000 Gruppenmitglieder mit folgenden Worten: „Bevor jetzt hier weiter alle über die Politik meckern: Die haben den Virus nicht erschaffen und vermutlich auch nicht weiter verbreitet!“ Erst am Mittwoch hatten Bund und Ländern einen erneuten Lockdown ab Montag beschlossen.

Die Verantwortung sieht der 49-Jährige bei den Bürgern: „Das wart Ihr, die ihr ohne Maske herumlauft, Riesen-Feiern abhaltet, jeden in den Arm nehmen müsst und mit Husten weiterhin zur Arbeit oder Veranstaltungen gegangen seid!“

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Sein Rat: „Arbeitet online, holt euer Essen nach Hause.“ Doch nicht jeder hat diese Möglichkeiten. Dessen ist sich Holger bewusst. Aber er meint: „Ich kann meine Freizeit vorsichtiger gestalten und muss nicht feiern gehen.“ Auch er gehe noch ins Kino, aber dann halt mit Maske.

Der Beamte merkt an: „Diese Krankheit hat sich keiner ausgesucht, aber wir alle müssen jetzt damit leben.“ Am wichtigsten sei es Risikopatienten zu schützen. „Wenn sich nur einer nicht ansteckt oder stirbt, bin ich schon zufrieden.“

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„Ich bin kein Held oder Vorbild“

Der Wolfenbütteler möchte nicht, dass „Lügner und Meckerer“ den Diskurs bestimmen, „weil die Masse zu still ist.“ Ihm hat sein Post gezeigt, dass er mit seiner Meinung durchaus nicht alleine ist. „Wenn man die zustimmenden Likes gegen die Lachgesichter vergleicht, bildet sich ein gutes Bild.“

Knapp 270 Daumen nach oben hat Holger für seinen Post bekommen, doch der Beitrag ist auch über 100mal kommentiert worden (Stand Freitag 17 Uhr). Auch hier bekommt er viel Zustimmung, aber auch Häme. Die Beleidigungen halte er aus, so Holger.

„Ich bin kein Held oder Vorbild und möchte das auch nicht sein. Ich stehe bloß zu meiner Meinung und traue mich, sie zu sagen“, sagt der 49-Jährige. Und noch viel wichtiger: „Bleibt alle gesund und haltet Euch mal dran, dann haben wir es bald wieder im Griff!“ (mb)