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VW verschärft den Sparkurs: Selbst Kekse könnten verbannt werden

Schluckt der Sparkurs bei VW demnächst die Kekse? Finanz-Vorstand Frank Witter schließt das nicht aus.
Schluckt der Sparkurs bei VW demnächst die Kekse? Finanz-Vorstand Frank Witter schließt das nicht aus.
Foto: dpa/imago/ Fotomontage: news38

Wolfsburg. VW muss sparen - und zwar kräftig. Ab 2023 sollen laut einem Handelsblatt-Bericht 5,9 Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Grund dafür sei die Umstellung auf Elektroautos, für die VW mehr Geld benötigt.

Das könnte 5.000 Beschäftigten in der Verwaltung den Job kosten. Die Zahl könnte gar auf 7.000 Stellen steigen.

VW: Auch an Keksen und Farbkopien soll gespart werden

Wie VW-Finanzchef Frank Witter dem Handelsblatt im Interview verriet, könnten die Angestellten schon bald kleinste Einsparung zu spüren bekommen. So könnten Kekse für Meetings und Farbkopien gestrichen werden. Witter betont: „Symbolische Veränderungen haben auch ihren Wert.“

Bisher eingehaltene Verhaltensmuster müssten in Frage gestellt werden. Dazu gehöre auch, die Variantenvielfalt bei Motoren und Getrieben herunterzufahren. „Wir dürfen nicht mehr Varianten haben als unsere Wettbewerber“, sagt der VW-Vorstand.

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VW will Zusammenarbeit mit Tochtermarken ausbauen

Doch nicht nur im Kleinen müsse etwas geändert werden. VW, so der Finanzvorstand, müsse die Zusammenarbeit mit den Tochtermarken stärker forcieren. „Mögliche Synergien haben wir in der Vergangenheit nicht optimal genutzt“, sagt Witter. Somit könne die Rendite gesteigert werden.

Am Dienstag (9.30 Uhr) muss er bei den jährlichen Bilanzkonferenz und Kapitalmarkt beweisen, wie ernst VW den neuen Kurs zukünftig verfolgen möchte. Die Investoren und Analysten werden ganz genau hinhören, denn zuletzt enttäuschte der Autohersteller mit einer schlechten Rendite.

Die Eckdaten des Geschäftsberichts hatte der Konzern bereits veröffentlicht.

Die Zahlen sind in Anbetracht der vielen Probleme noch durchaus ordentlich. 2018 lieferte der Konzern trotz aller Schwierigkeiten mit 10,83 Millionen Fahrzeugen mehr Autos aus als jemals zuvor. Mit 12,15 Milliarden Euro stieg der Nachsteuergewinn um immerhin 6 Prozent.

„Wir haben uns 2018 ordentlich geschlagen“, hatte Vorstandschef Herbert Diess bei der Vorstellung der Zahlen Ende Februar gesagt und gleichzeitig gewarnt: „Der Gegenwind in wichtigen Märkten dürfte 2019 nochmals stärker werden.“

VW-Mitarbeiter bekommen dicken Bonus

Immerhin durften sich zuletzt gut 100.000 Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG über eine höhere Erfolgsprämie freuen. Der Bonus für 2018 steigt im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 4.750 Euro (hier mehr lesen).

Die Erfolgsbeteiligung geht an die Tarifbeschäftigten der Werke Wolfsburg, Hannover, Emden, Salzgitter, Braunschweig und Kasselsowie der Finanztochter. (mb/dpa)