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Audi will Tausende Stellen abbauen – "Hier und da ein wenig Fett" bei VW-Tochter

Audi-Mitarbeiter im Werk Ingolstadt (Archivbild).
Audi-Mitarbeiter im Werk Ingolstadt (Archivbild).
Foto: imago/Sven Simon

Ingolstadt/Wolfsburg. Erst Volkswagen und jetzt seine Premium-Tochter: Nach VW hat auch Audi offiziell angekündigt, Stellen abbauen zu wollen. Der Abbau ist Teil eines harten Sparprogramms und auch der Neuausrichtung geschuldet – denn auch in Ingolstadt setzt man auf Elektroautos.

VW-Tochter Audi stellt Gewinn vor Komfort

Der Umbau werde nicht bequem, so Finanzvorstand Alexander Seitz am Donnerstag: "Aber wir stellen die Gewinnzone klar vor die Komfortzone." Audi-Chef Bram Schot hatte zuvor gesagt, 90.000 Audi-Mitarbeiter seien zu viel.

Wie viele Mitarbeiter konkret gehen sollen, wollte er noch nicht sagen. In den nächsten Wochen werde mit dem Betriebsrat verhandelt. Es gebe "hier und da ein wenig Fett".

Laut "Handelsblatt" sind die Zahlen schon beschlossene Sache: Demnach will Audi in den kommenden fünf Jahren weltweit bis zu 15 Prozent der Stellen abbauen. Der Abbau solle "entlang der demographischen Entwicklung" erfolgen.

Audi-Beschäftigte haben noch Kündigungsschutz

Für die 61.000 Audi-Beschäftigten im Stammwerk Ingolstadt und im württembergischen Neckarsulm gilt noch bis 2025 ein Kündigungsschutz. Seitz sagte: "Wenn Kollegen in den Ruhestand gehen, stellen wir den Ersatzbedarf auf den Prüfstand."

Audi fällt weit hinter Mercedes und BMW zurück

Im vergangenen Jahr hatte Audi wegen Problemen bei der Umstellung auf den neuen Abgasmessstandard WLTP nur noch 1,8 Millionen Autos verkauft und ist damit weit hinter Mercedes und BMW zurückgefallen.

Mehr mit VW und Porsche arbeiten

Um profitabler zu werden, sollen Stellen gestrichen, das mittlere Management ausgedünnt, Schichten, Zulagen, Modell- und Motorvarianten unter die Lupe genommen, die Aufgaben zwischen den Werken neu verteilt und gemeinsame Plattformen mit VW und Porsche stärker genutzt werden.

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Kunden steigen schnell auf Elektroautos um

Von 2023 an will Audi zwölf, von 2025 an rund 30 Hybrid- und vollelektrische Autos anbieten. Der erste vollelektrische Audi, der große SUV e-tron aus dem Werk in Brüssel, kommt soeben in den Handel und werde extrem positiv aufgenommen, sagte Schot.

Die Kunden stiegen schneller auf Elektroautos um als erwartet. Die große Welle komme jedoch erst in drei, vier Jahren, dann werde Audi "die Früchte ernten", sagte Seitz. (dpa/ck)