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Lauschangriff auf VW-Manager! Porsche-Vorstand will sich verteidigen und schießt sich damit ein Eigentor

Seine Verteidigungsstrategie könnte dem Ex-Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz jetzt um die Ohren fliegen. (Archivbild)
Seine Verteidigungsstrategie könnte dem Ex-Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz jetzt um die Ohren fliegen. (Archivbild)
Foto: imago stock&people / imago/argum

Wolfsburg. Wenn Wolfgang Hatz in seinem Auto telefonierte, drückte seine Ehefrau auf dem Beifahrersitz auf die Aufnahmetaste. So sollen zahlreiche Telefonate mit hochrangigen VW-Managern mitgeschnitten worden sein. Jetzt landeten die Protokolle bei den Ermittlern im Dieselskandal – und können im Zweifel gegen den ehemaligen Porsche-Manager verwendet werden. So berichtete es das Handelsblatt am Dienstag.

Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz im Gespräch mit Ex-VW-Chef Matthias Müller

Demnach hatte die Gattin von Hatz zwei Monate nach Aufkommen des Diesel-Skandals auch ein Telefongespräch ihres Mannes mit Ex-VW-Chef Matthias Müller auf ihrem Smartphone aufgezeichnet, offenbar mit dem Ziel, sie zu dessen Verteidigung einzusetzen.

Für Hatz kann das jetzt vermutlich Konsequenzen haben. Denn in den Gesprächen ist unter anderem von „Bescheißsoftware“ die Rede, die ja „auf dem Mist der Konzernmutter“ gewachsen sei, so Hatz zu Müller.

Daraufhin versuchte Müller seinen alten Weggefährten auf breitem bayrisch zu beruhigen – nichtsahnend, dass alles mitgeschnitten wurde: „I versuach di do wirklich rauszuhauen, ja ... Aber soboid do dei Name halt irgendwo auftaucht, dann wird’s halt schwierig.“

Telefon-Protokolle in Akten des Anwalts von Hatz

Die Audiodateien hat die Ehefrau dem Anwalt von Hatz übergeben. Die Staatsanwaltschaft München II fand die Aufnahmen schließlich als Beweismittel und Verteidungsstrategie in den Akten.

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Die Staatsanwaltschaft führt Hatz als Beschuldigten, der maßgeblich verantwortlich sein soll für den massenhaften Betrug in der Diesel-Affaire Hatz hätte deshalb einiges zu befürchten, so schreibt das Handelsblatt und sich offenbar so dazu in seiner Verteidigung auf unlauteren Mitteln zurückzugreifen.

Telefonate ohne das Wissen des Gesprächspartner aufzuzeichnen und weiterzugeben ist vor Gericht in der Regel nicht zulässig. Nicht nur Müller soll Opfer von dem Lauschangriff geworden sein. Auch Gespräche mit Porsche-Chef Oliver Blume und Wolfgang Hatz' Stellvertreter Michael Steiner wurden mitgeschnitten. (aj)