VW 

US-Aufseher warnt: "Zweiten Dieselskandal würde VW nicht überleben"

20 000 VW-Mitarbeiter treffen sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung.
20 000 VW-Mitarbeiter treffen sich am Mittwoch zur Betriebsversammlung.
Foto: imago/Sven Simon

Wolfsburg. Der von der US-Justiz zur Aufarbeitung des Abgasskandals eingesetzte Aufpasser Larry Thompson hat Volkswagen laut "Spiegel" vor weiteren Rechtsverstößen gewarnt.

"Einen zweiten Dieselskandal würde Volkswagen nicht überleben", sagte Thompson dem Nachrichtenmagazin. Der Autogigant müsse so umgebaut werden, dass kein zweiter Skandal geschehen könne: "Der Konzern bewegt sich, aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, wie viel harte Arbeit noch vor uns liegt."

Am Ende müsse er beurteilen, ob neue Programme wie eine Hotline für anonyme Hinweisgeber auch funktionierten - "und nicht abrupt enden, sobald ich wieder nach Atlanta abreise".

--------------------------------

Mehr zu VW:

--------------------------------

Ende August 2018 hatte Thompson seinen ersten Zwischenbericht vorgestellt. Dort wurden auch zwei Verstöße gegen die Auflagen festgestellt. Volkswagen-Rechtsvorstand Hiltrud Werner erklärte damals, es gebe große Fortschritte - aber auch immer noch Schwächen. Thompson forderte Volkswagen auf, sämtliche Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Vereinzelt sei er mit der Zurückhaltung bei der Übermittlung bestimmter Informationen nicht einverstanden.

Aufgabe des früheren US-Staatssekretärs Thompson und seines rund 60-köpfigen Teams ist es, Volkswagen drei Jahre lang auf die Finger zu schauen, damit sich kriminelles Verhalten wie im Abgasskandal nicht wiederholt. Im Detail: Der Kontrolleur überwacht, ob der Autobauer den mit den US-Behörden geschlossenen Milliardenvergleich einhält. Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, in den USA die Abgasreinigung von Autos mit Dieselmotor manipuliert und so Kunden und Behörden betrogen zu haben. (dpa)