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VW-Musterverfahren in Braunschweig: Fällt heute die milliardenschwere Vorentscheidung?

Andreas W. Tilp, Rechtsanwalt der Klägerseite, geht zum Prozessauftakt an Akten vorbei.
Andreas W. Tilp, Rechtsanwalt der Klägerseite, geht zum Prozessauftakt an Akten vorbei.
Foto: Swen Pförtner/dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Heute könnte im VW-Mammutverfahren eine Vorentscheidung fallen. Nach fast viermonatiger Unterbrechung ist in Braunschweig das Musterverfahren der VW-Investoren gegen den Autogiganten aus Wolfsburg fortgesetzt worden.

VW-Musterverfahren in der Stadthalle Braunschweig

Aus Platzgründen geht die mündliche Verhandlung wieder in der Stadthalle über die Bühne. Allein 50 Anwälte sind dabei. Konkret geht es darum, ob das Wissen von VW-Mitarbeitern unterhalb der Vorstandsebene dem Konzern zugerechnet werden kann.

Die entscheidende Frage ist, ob Volkswagen anhand dieses Wissens die Märkte möglicherweise früher über den millionenfachen Diesel-Betrug hätte informieren müssen.

Musterbeklagte sind Volkswagen und der VW-Hauptaktionär Porsche SE, Musterklägerin ist die Fondsgesellschaft Deka Investment - stellvertretend für fast 1.700 weitere Anleger. Nachdem "Dieselgate" bekannt geworden war, rauschten die VW-Vorzugsaktien nach unten.

Investoren wollen neun Milliarden Euro von VW

Zwischenzeitlich hatten sie fast die Hälfte ihres Werts verloren, Anleger erlitten teils massive Verluste. Insgesamt machen die Kläger rund neun Milliarden Euro Schadenersatz geltend.

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Am heutigen fünften Verhandlungstag könnte es eine entscheidende Wendung geben: Der Vorsitzende Richter Christian Jäde hatte schon im vergangenen Jahr als vorläufige Einschätzung erklärt, dass VW den Kapitalmarkt zu spät informiert haben könnte.

Aus VW-Sicht gab es keine konkreten Anhaltspunkte für eine Kursrelevanz, bis die US-Umweltbehörde EPA am 18. September 2015 ihre Anschuldigungen öffentlich machte. Die Ad-Hoc-Mitteilung von Volkswagen, mit der der Konzern die Finanzmärkte informierte, folgte am 22. September 2015. (dpa/ck)