VW 

Milliarden-Prozess in Braunschweig: Herber Dämpfer für VW!

In einer mündlichen Verhandlung im Kapitalanleger-Musterverfahren gegen die Volkswagen AG fordern Aktionäre nach dem Abgas-Skandal Schadenersatz in Milliardenhöhe (Archivbild).
In einer mündlichen Verhandlung im Kapitalanleger-Musterverfahren gegen die Volkswagen AG fordern Aktionäre nach dem Abgas-Skandal Schadenersatz in Milliardenhöhe (Archivbild).
Foto: Swen Pförtner/dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Neuer Dämpfer für VW und dessen Hauptaktionär Porsche SE im milliardenschweren Anleger-Prozess im Zuge des Abgas-Skandals: Nach vorläufiger Auffassung des Oberlandesgerichts Braunschweig ist auch das Wissen von Managern unterhalb der Vorstandsebene für die mögliche Information der Märkte entscheidend.

Das sagt der Richter zum Fall VW

Leitende Angestellte wie Abteilungsleiter hätten direkten Kontakt zum Vorstand. Zudem sei etwa in der Aggregate-Entwicklung mit Insiderwissen zu rechnen, das sich auf die Geschäfte auswirken und relevant für die Märkte sein könne, sagte Richter Christian Jäde am Montag. Damit sei nicht nur der Vorstand für sogenannte "Ad-hoc-Meldungen" an die Märkte verantwortlich.

XXL-Dieselgate-Verfahren in Braunschweig

In dem Verfahren geht es im Kern um die Frage, ob VW die Märkte rechtzeitig über "Dieselgate" mit Millionen von manipulierten Dieselmotoren informiert hat.

Sogenannte Bereichsleiter seien nach vorläufiger Auffassung teilweise verantwortlich für Meldungen an die Märkte - der Vorstand alleine könne die Informationsbeschaffung nicht bewältigen.

Kam die Ad-hoc-Mitteilung zu spät?

Eine entsprechende "Ad-hoc-Mitteilung" im Abgasskandal hatte Volkswagen am 22. September 2015 veröffentlicht.

Aus der Sicht der Kläger war dies zu spät, aus VW-Sicht gab es dagegen keine Anhaltspunkte auf Kursrelevanz, bis die US-Umweltbehörde EPA am 18. September 2015 ihre Anschuldigungen öffentlich gemacht hatte. (dpa)