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Wirbel um Bundeswehr-Werbung: Jetzt sind VW und Ford richtig sauer!

Ein Lieferwagen mit einer Anzeige der Bundeswehr fährt am Ford-Werk in Köln vorbei. Das Wort "Fort" wurde auf dem Plakat dabei im Schriftbild dem Ford-Logo nachempfunden.
Ein Lieferwagen mit einer Anzeige der Bundeswehr fährt am Ford-Werk in Köln vorbei. Das Wort "Fort" wurde auf dem Plakat dabei im Schriftbild dem Ford-Logo nachempfunden.
Foto: Ford/dpa
  • Bundeswehr wirbt mit Anzeigen um VW- und Ford-Mitarbeiter.
  • Betriebsräte der Autobauer sind empört.
  • Ford wollte Kampagne sogar stoppen.
  • Verteidigungsministerium steht zu dem Slogan.

Köln/Wolfsburg. Mit einer eigenwilligen Werbekampagne hat die Bundeswehr für Empörung bei Volkswagen und Ford gesorgt. Am Donnerstag gab es vor den jeweiligen Werkstoren in Wolfsburg und Köln eine Werbe-Aktion. Bei VW waren Lieferwagen mit dem Spruch "Einen Job fürs Volk wagen" unterwegs.

VW-Betriebsrat: "Werbung darf nicht zur Frechheit werden"

Geht gar nicht, findet ein Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats: "Werbung darf sicherlich frech sein, aber sie darf nicht zur Frechheit werden", sagte er.

Volkswagen hatte kürzlich bekanntgegeben, dass in den kommenden fünf Jahren könnten bis zu 7.000 Stellen wegfallen könnten.

Bundeswehr spielt auf Stellenabbau bei Ford an

Noch dreister wirkte die Aktion bei Ford. Dort warb die Bundeswehr mit dem Slogan "Job Fort? Mach, was wirklich zählt" für sich. Nach eigenen Angaben spielte sie damit bewusst auf den drohenden Stellenabbau im Kölner Autowerk an.

Die Bundeswehr schaltete das Motiv auch als Anzeige in einer lokalen Boulevardzeitung. Ein Wagen mit dem "Job Fort?"-Plakat fuhr vor dem Kölner Ford-Werk hin und her.

Der Betriebsrat von Ford Europa kritisierte die Bundeswehr für die Kampagne, für die das Wort "Fort" wie das Logo des Autobauers gestaltet wurde. "Das ist absolut unangemessen und respektlos", sagte Martin Hennig, Betriebsratschef von Ford Europa.

Ford-Betriebsrat: "Geschmacklos und erschreckend"

"Die Bundeswehr instrumentalisiert auf geschmacklose Weise Schicksale für Werbezwecke". Dass eine staatliche Organisation das nötig habe, sei erschreckend, sagte Henning der Deutschen Presse-Agentur.

NRW-Ministerpräsident Laschet platzt der Kragen

Kritik kam auch von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Die Kampagne sei "geschmacklos und nicht akzeptabel", sagte Laschet der "Bild"-Zeitung und dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Er erwarte, dass die Kampagne gestoppt werde und habe das auch der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) klargemacht.

Aus Unternehmenskreisen hieß es am Donnerstag, Ford verhandle seit einiger Zeit mit der Bundeswehr, ob von den Stellenkürzungen betroffene Mitarbeiter bei der Truppe unterkommen könnten. Die Werbe-Aktion gefiel dem Autobauer aber überhaupt nicht.

Ford: Von der Leyen nicht gesprächsbereit

"Wir haben versucht, diese Kampagne zu verhindern. Das Bundesverteidigungsministerium war hierzu in keiner Weise gesprächsbereit", sagte Reiner Ludwig, Geschäftsführer für Personalwesen der Ford-Werke.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte, dass es "vorher Gespräche und Hinweise auf unsere Aktion gegeben" habe.

Das sagt die Bundeswehr zur Kampagne

Die Sprecherin betonte, man wolle niemanden beleidigen: "Die Bundeswehr will Menschen, die von Stellenabbau betroffen sind, eine berufliche Perspektive in Uniform oder in unserem zivilen Bereich anbieten."

Die Aktion sei für einen Tag in Köln und Wolfsburg gelaufen.

Zu den Kosten der Aktion sagte das Bundesverteidigungsministerium auf dpa-Anfrage, dass sie für die Lieferwagen im "niedrigen einstelligen Tausenderbereich" gelegen hätten. Wieviel die Anzeigen in Zeitungen und Sozialen Medien kosteten, ließ das Ministerium zunächst offen.

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Bei Ford in Köln und in Saarlouis sollen demnächst 5.400 Stellen über Abfindungen und Frühverrentungen wegfallen. Insgesamt hat der Autohersteller in Deutschland 24.000 Mitarbeiter als Stammbelegschaft. Hinzu kommen noch Leiharbeiter, die ebenfalls von dem Sparkurs betroffen sein sollen. (dpa/ck)