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VW: Nach Abgasskandal – Vorstand bekommt rückwirkend Boni in Millionenhöhe ausgezahlt

Herbert Diess (li.), Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, und Frank Witter, Finanzvorstand der Volkswagen AG, bekommen beide Boni aus dem Jahr des Abgasskandals ausgezahlt. (Archivbild)
Herbert Diess (li.), Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, und Frank Witter, Finanzvorstand der Volkswagen AG, bekommen beide Boni aus dem Jahr des Abgasskandals ausgezahlt. (Archivbild)
Foto: dpa

Der Abgasskandal aus dem Jahr 2015 hat VW bisher rund 30 Milliarden Euro gekostet, bis 2025 sollen weltweit rund 30.000 Stellen abgebaut werden. Trotzdem zahlt der Konzern fünf ehemaligen oder aktuellen Vorstandsmitgliedern nun ihre Erfolgs-Boni aus dem Jahr 2015 aus: Insgesamt rund 4 Millionen Euro.

Nachdem der Abgasskandal von VW bekannt geworden ist, wurden die Boni teilweise des Vorstandes auf Eis gelegt.

VW zahlt Vorstand Bonus in Millionenhöhe aus: Boni waren nach Abgasskandal eingefroren worden

Damals hatte es wochenlang Streit gegeben, da die Vorstandsmitglieder nicht auf die Zahlungen verzichten wollten, das Land Niedersachsen und die Arbeitnehmer aber darauf bestanden haben, die Extra-Zahlungen einzufrieren.

Wie NDR 1 berichtet, werden genau diese Zahlungen nun rückwirkend ausgezahlt.

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Die höchste Summe erhält Ex-VW-Chef Matthias Müller mit 1.324.886 Euro. Danach folgt der ehemalige Einkaufs-Boss Javier Garcia Sanz mit 1.080.765 Euro. Ihm folgen Andreas Renschler, Chef der NUtzfahrzeugsparte mit 990.754 Euro, aktueller Vorstandschef Herbert Diess mit 540.445 Euro und Finanzchef Frank Witter mit 249.128 Euro.

Vorstandschefs bekommen Boni ausgezahlt trotz sinkender Gewinne

Die Vorstandschefs hatten sich nach langem Streit mit dem Aufsichtsrat darauf geeinigt, 30 Prozent der Bonuszahlungen für drei Jahre ausfzuschieben. Bedingung für die Auszahlung war damals, dass der abgestürzte Aktienkurs um mindestens 25 Prozent steigen müsse. Dies habe er mittlerweile getan.

Während sich die Chefs über ihre Bonuszahlungen freuen können, bangen Tausende Arbeitnehmer bei VW um ihren Job. Im März hatte VW angekündigt, dass bis zu 7000 Stellen in der Verwaltung gestrichen werden sollen.

Das Handelsblatt hatte zu diesem Zeitpunkt berichtet, dass VW ab dem Jahr 2023 rund sieben Milliarden Euro einsparen solle. (fb)