VW 

Hunderttausende Kläger wollen VW an die Gurgel: Neues Mammutverfahren startet im Herbst 

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband, steht vor dem Oberlandesgericht Braunschweig.
Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband, steht vor dem Oberlandesgericht Braunschweig.
Foto: Yasmina Aust/Verbraucherzentrale Bundesverband e.V./dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Das Verfahren zur bundesweit ersten Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal bei VW startet im Herbst. Die mündliche Verhandlung beginnt am 30. September, teilte das Oberlandesgericht Braunschweig am Dienstag mit.

Braunschweig: XXL-Klage gegen VW

Stellvertretend für Zehntausende Dieselfahrer hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im November die erste Möglichkeit für eine solche Klage in Deutschland genutzt. Rund 400.000 Betroffene haben sich laut einer Gerichtssprecherin mittlerweile angeschlossen.

Mit dem neuen Instrument können Verbraucherschützer stellvertretend für viele Betroffene gegen Unternehmen klagen. Die Verbraucher selbst tragen dabei kein finanzielles Risiko. Volkswagen habe betrogen und schulde geschädigten Verbrauchern dafür Schadenersatz, hatte vzbv-Vorstand Klaus Müller zur Begründung der Klage gesagt.

Volkswagen bleibt dabei: Keine Rechtsgrundlage für Kundenklagen

Bei Volkswagen stellt man sich auf ein langwieriges, etwa zweijähriges Verfahren in Braunschweig ein, bevor an eine höhere Instanz verwiesen wird. "Daher rechnen wir nicht vor 2023 mit einem rechtskräftigen Urteil, das die Basis für eventuelle Individualklagen von Verbrauchern sein könnte", sagte ein Konzernsprecher am Dienstag.

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Das neue Instrument ändere nichts an der VW-Position, dass es keine Rechtsgrundlage für Kundenklagen im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik in Deutschland gebe. (dpa)